Grimme-Preis für Radio Bremen-Produktion "Kroymann"

Die Sketch-Comedy "Kroymann" hat in der Kategorie Unterhaltung gewonnen. Radio Bremen-Programmdirektor Jan Weyrauch: "Wir sind glücklich und stolz."

Eine Szene aus der Radio-Bremen-Produktion "Kroymann".
Eine Szene aus dem Comedy-Format "Kroymann".

Die Entscheidung, die das Grimme-Institut bekannt gab, sorgte bei den Macherinnen und Machern für Begeisterung. "Mit einem Format wie 'Kroymann' an den Start zu gehen, kann man wahlweise mutig oder verrückt nennen. Radio Bremen kann mit beidem leben. Der Zuspruch des Publikums und der Presse ist grandios und der Grimme-Preis die Krönung", sagt Weyrauch.

Freude ist gar kein Ausdruck – ich kann es noch gar nicht glauben! Und bin wirklich beglückt. Die Nominierung war schon grandios. Aber jetzt kriegen wir sogar den Preis – für eine feministische Sketch-Comedy mit einer 68-jährigen Lesbe!

Schauspielerin, Sängerin und Satirikerin Maren Kroymann

Ihr satirisches Potenzial brachte Maren Kroymann bereits von 1993 bis 1997 mit "Nachtschwester Kroymann" zur Entfaltung. Mit "Kroymann" knüpft sie an dieses Format an und bringt es mit Charme, Witz und Ironie zur Vollendung. "Überraschend ist vor allem die anarchische Härte, mit der hier im Öffentlich-Rechtlichen die üblichen Stereotype aufs Korn genommen werden", urteilt die Jury und sagt weiter: "Timing, Ton und Themen sitzen. Konzessionen ans Publikum werden keine gemacht, Erwartungen gerne gebrochen."

Hochaktuelle Fragen – von der #MeToo-Debatte bis zur AfD – würden in dem Format in kleine Kammerspiele gegossen, die bei aller Freude an der spitzen Pointe eindeutige Antworten nicht schuldig bleiben würden. "Bei 'Kroymann' wird Haltung zu Unterhaltung. Eine Fortsetzung erscheint der Grimme-Jury dringend geboten." Der Grimme-Preis wird am 13. April in Marl verliehen.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 14. März 2018, 12 Uhr