Nächste Verzögerung: "Gorch Fock" wird erst im Spätsommer abgeliefert

  • Schulschiff der Marine sollte eigentlich im Mai fertig werden
  • Wegen Corona kommen die Arbeiten nur langsam voran
  • Lürssen-Werft will die Mehrkosten selbst tragen
Das Marine-Segelschulschiff «Gorch Fock» wird von Schleppern aus der Lürssen-Werft gezogen.
Das Schulschiff der Marine wird von der Lürssen-Werft wieder flott gemacht. Bild: DPA | Sina Schuldt

Die für Ende Mai geplante Ablieferung des sanierten Marineschulschiffs "Gorch Fock" durch die Lürssen-Werft verzögert sich wegen Corona bis in den Spätsommer. Das teilte die Werft am Donnerstag in Bremen mit, ohne einen genauen Termin zu nennen.

Die Arbeit verzögere sich durch Personalausfälle in allen projektbeteiligten Unternehmen und Störungen der Lieferketten. Die Marine als Kunde sei informiert worden. "Die mit der Verschiebung zugleich anfallenden Mehrkosten werden nicht zu Lasten des Kunden gehen", sagte Geschäftsführer Tim Wagner. "Als verantwortlicher Auftragnehmer werden wir die finanziellen Auswirkungen übernehmen." Er nannte es "überaus enttäuschend, dass uns äußere Umstände im Zeitplan nunmehr deutlich zurückwerfen".

Die im Dezember 2015 begonnene Generalüberholung des Dreimasters hat sich immer wieder verzögert. Die Kosten sind von geplant zehn Millionen Euro auf 135 Millionen Euro gestiegen. Das lag nach Auffassung des Bundesrechnungshofs zum Teil an mangelnder Vorplanung der Sanierung durch die Marine. Unregelmäßigkeiten bei einem früheren Auftragnehmer, der Elsflether Werft, trugen auch zu dem Desaster bei.

Zeitplanung sah eigentlich vielversprechend aus

Zuletzt lag die Sanierung aber im Zeitplan. Im März war die Bark bei Lürssen wieder zu Wasser gelassen worden. Die Marine plante für Juli die erste Ausbildungsfahrt der "Gorch Fock" in skandinavische Gewässer. Doch daraus wird jetzt vorerst nichts.

"Gorch Fock" schwimmt wieder

Video vom 10. März 2021
Die "Gorch Fock" wird in Berne von Schleppern gezogen
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Nachrichten, Bremen Eins, 29. April 2021,