Gorch Fock: Staatsanwaltschaft nimmt Bundesministerium ins Visier

  • Berliner Staatsanwaltschaft soll Anfangsverdacht der Untreue gegen Verteidigungsministerium prüfen
  • Anlass sind offenbar brisante Unterlagen
  • Verteidigungsministerin sollen geschönte Zahlen vorgelegt worden sein
Goch Fock unter Segeln
Die Affäre um die Reparatur des Segelschulschiffs Gorck Fock zieht weiter Kreise. Bild: DPA | Ingo Wagner

Der Untreueverdacht rund um das Segelschulschiff Gorch Fock erreicht jetzt auch das Bundesverteidigungsministerium in Berlin. Die Osnabrücker Staatsanwaltschaft hat entsprechende Unterlagen an ihre Berliner Kollegen geschickt. Sie sollen prüfen, ob es einen Anfangsverdacht der Untreue gibt. Die Gorck Fock wird derzeit von der Elsflether Werft in einem Dock in Bremerhaven saniert.

Dass ein Bundesministerium in den Fokus der Staatsanwaltschaft rückt, ist außergewöhnlich. "Aber wenn es nur die leisesten Anhaltspunkte für eine Straftat gibt, muss der Sachverhalt geklärt werden", sagt der Sprecher der Osnabrücker Staatsanwaltschaft, Christian Bagung. Er betont zwar, dass bislang nicht ermittelt wird, es gebe noch nicht mal Vorermittlungen, aber offenbar sind die Unterlagen so brisant, dass die Berliner Kollegen jetzt prüfen sollen, ob zumindest ein Anfangsverdacht der Untreue besteht.

Die Kosten für die Reparatur des Segelschulschiffs der Marine waren von knapp zehn auf 135 Millionen Euro explodiert. Nach Informationen des NDR wurden Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) offenbar geschönte Zahlen vorgelegt, die sie abgezeichnet hat. Einer ihrer hochrangigen Mitarbeiter hatte demnach eine zentrale Vorlage geändert. Ursprünglich hieß es dort: Abbruch der Arbeiten und Neubau. Daraus soll Weiterbau geworden sein.

Mehr zum Thema

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 17. Mai 2019, 6 Uhr