Problemfall "Gorch Fock" in der Lürssen-Werft angekommen

  • Gläubigerausschuss und Verteidigungsministerium haben Verkauf der Elsflether Werft zugestimmt
  • Lürssen übernimmt kostspielige Sanierung des Segelschulschiffs
  • Rumpf der "Gorch Fock" über die Weser geschleppt
Die Gorch Fock in der Fassmer-Werft, in der sie repariert wird.
Auf dem Gelände der Lürssen-Werft wird die "Gorch Fock" weiter saniert.

Die Bremer Lürssen-Werft darf die insolvente Elsflether Werft kaufen – der Gläubigerausschuss und das Bundesverteidigungsministerium haben dem Verkauf zugestimmt. Damit hat Lürssen auch ein wichtiges Projekt ins Dock bekommen: Der Rumpf des Segelschulschiffs "Gorch Fock" wurde am Mittwochnachmittag von Berne aus über die Weser zu einem Gelände der Bremer Werft geschleppt.

Seit Ende 2015 hat die "Gorch Fock" die meiste Zeit auf dem Trockenen verbracht. In der Zeit hat sich die Generalüberholung des Dreimasters zu einem Debakel für die Marine und die Elsflether Werft entwickelt. Weil das Schiff maroder war als gedacht, liefen die Kosten von geplant 10 Millionen Euro auf 135 Millionen Euro davon. Zeitweise stand sogar ein Abwracken der "Gorch Fock" im Raum.

Frühere Führung der Elsflether Werft in dubiose Geschäft verstrickt

Außerdem steckte die frühere Führung der Elsflether Werft Millionen Euro in dubiose Nebengeschäfte. Erst als eine neue Leitung kam und die Insolvenz einleitete, fasste die frühere Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wieder so viel Vertrauen, den Bau fortzusetzen. Die Deutsche Marine will von der 61 Jahre alten Bark nicht lassen, auf der sie ihre Offiziersanwärter ausbildet. Die Lürssen-Gruppe nannte den Kauf der Elsflether Werft eine "Ergänzung zu unserem Reparatur-Portfolio kleinerer Marineeinheiten". Für einen offiziell nicht bestätigten Preis von 3,57 Millionen Euro wurden 130 Mitarbeiter und das Anlagevermögen in Elsfleth übernommen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 30. Oktober 2019, 19:30 Uhr