Erfolgsrezept mit Alge: So brennen diese Bremerhavener besonderen Gin

Zwei Männer stehen in einer Garage neben einer Brennanlage.
Bild: Radio Bremen | Leonard Steinbeck
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Preise haben Vater Jörg und Sohn Kilian mit ihrem selbstgebrannten Gin gewonnen. In der Garage wird er gebrannt. Ihr Geheimnis? Mal was anderes wagen.

Angefangen hat alles Weihnachten 2019. Kilian Eilers schenkt seinem Vater Jörg einen Gin-Baukasten. Mit verschiedenen Gewürzen und dem nötigen Equipment – wie einem Trichter und einem Sieb – machen sich Vater und Sohn an die Herstellung von Spirituosen. Und sie bekommen Spaß an der Sache. Aus der eigenen Garage in Langen in der Nähe von Bremerhaven wird eine kleine Brennerei. Das Auto muss raus, dafür kommt eine Brennanlage mit einem Volumen von 100 Litern hinein.

Zwei Männer halten jeweils eine Flasche in die Kamera.
Ihre beiden Gin-Sorten sind mittlerweile in mehr als zehn Super- und Getränkemärkten in der Region zu finden. Bild: Radio Bremen | Leonard Steinbeck

Ein Jahr lang tüfteln Jörg und Kilian Eilers in ihrer Garage. Heute stehen die beiden Gin-Sorten des Vater-Sohn-Gespanns in den Regalen von mehr als zehn Super- und Getränkemärkten in der Region. Aber nicht nur das: Sie ernten auch Preise. So gewannen sie zum Beispiel den "Frankfurt International Trophy", einen der größten internationalen Spirituosenwettbewerbe.

Das ist ein total klasse Gefühl, dass man sieht, dass das wertgeschätzt wird.

Jörg Eilers, Gin-Produzent

Wenn Fichten nach Erdbeereis schmecken

Aber die beiden produzieren auch nicht irgendeinen Gin. Bei der Wahl ihrer Botanicals – so nennt man die Aromen und Gewürze im Gin – waren die beiden kreativ: Sie wählten Algen aus dem Atlantik und Fichtensprossen aus der Arktis: "Die Alge schmeckt ein bisschen salzig, ein bisschen maritim. Und die Fichtensprossen schmecken tatsächlich etwas nach Erdbeereis", beschreibt Kilian Eilers.

Man würde ja denken, dass die etwas nach Wald schmecken. Aber hauptsächlich schmecken die nach Erdbeereis.

Kilian Eilers, Gin-Produzent

Die Inspirationen für diese beiden außergewöhnlichen Geschmacksrichtungen, die auf die Namen "Deep Ocean" und "Arctic Dry" getauft wurden, kamen den beiden beim Reisen, einem ihrer gemeinsamen Hobbys. Von kleinen Lebensmittelherstellern aus der Nähe der Arktis und aus der Nähe des Atlantiks kommen die Botanicals jetzt per Post nach Langen. Drei Wochen brauchen Vater und Sohn, bis der Gin dann fertig ist.

Vom Hobby zum Beruf

Zwei Gläser stehen neben einer Flasche. Im Vordergrund liegen Zitronen.
Ihre Sorten erscheinen unter dem Namen "Enthusiast". Dieser Gin ist mit Fichten verfeinert – und schmeckt so nach Erdbeereis. Bild: Radio Bremen | Leonard Steinbeck

Für Sohn Kilian ist aus dieser Idee mittlerweile ein Vollzeitjob geworden. Er ist für die Produktion, die Abfüllung und den Vertrieb zuständig. Und er bringt die abgefüllten Flaschen höchstpersönlich zu den Händlern in der Region. "Ich checke dann immer die Bestände einmal in der Woche, mache mir dann eine Liste, gucke, was aufgefüllt werden muss, und dann liefere ich das auch noch selber aus", erzählt er. Auch über den eigenen Online-Shop kommen fast täglich Bestellungen rein. Der 26-Jährige ist eigentlich Industriemechaniker. Sein Vater Jörg unterstützt ihn, wo er kann.

Für den Verzehr haben die Gin-Experten übrigens drei Tipps, die nicht nur für ihre Sorten gelten: Große Eiswürfel, die nicht so schnell schmelzen und so das Getränk nicht verwässern, Tonic aus einer Glasflasche, damit es nicht nach Plastik schmeckt, und je nach Geschmack machen Bio-Zitronen oder -Orangen und Rosmarin jeden Gin Tonic besser, finden Vater und Sohn.

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Autoren

  • Leonard Steinbeck
  • Sonja Harbers Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Tag, 11. Juni 2021, 13:15 Uhr