Fragen & Antworten

Riesenbärenklau in Bremen: Hübsch und giftig für Mensch und Hund

Eine Bärenklau-Pflanze
Der Bärenklau ist schön anzusehen, aber für den Menschen bei Kontakt leider giftig. Bild: Imago | imagebroker

Der Riesenbärenklau ist vor 116 Jahren als Parkpflanze in Deutschland eingeführt worden. Seither hat sich die weiß blühende Pflanze weit verbreitet – auch in Bremen.

Wo kommt Bärenklau in Bremen und Bremerhaven vor?
Der Riesenbärenklau kann bis zu dreieinhalb Meter hoch werden und wird deswegen auch Herkulesstaude genannt. Genaue Zahlen oder Kartierungen zur Verbreitung im Land Bremen gibt es nicht, sagt Hans Puckhaber vom Pflanzenschutzdienst Bremen. "Man kann sie aber im ganzen Stadtgebiet finden." Vor allem an den Uferrandstreifen der Weser und anderen Bremer Flüssen sei sie verbreitet. Auch auf den Grünflächen rund um das Mercedes-Werk komme der Bärenklau häufig vor. An Flächen, die nicht regelmäßig gemäht werden, könne sich die Pflanze am besten verbreiten. "Das gilt zum Beispiel auch für die Autobahnrandstreifen an der A 27 zwischen Bremen und Bremerhaven", sagt Puckhaber.
Was macht den Bärenklau so gefährlich?
Bei empfindlichen Menschen kann der Kontakt mit der Oberfläche der Blätter zu schweren Hautreizungen bis hin zum allergischen Schock führen. "Da der Bärenklau einen giftigen Saft enthält, muss man sehen, dass man sich schützt. Man muss sehen, dass man sich möglichst so verpackt, dass keine freien Körperstellen zu sehen sind", sagt die Bremer Vegetationskundlerin Karin Hobrecht.
Sollte man den Bärenklau ausrotten?
"Nicht unbedingt", sagt Hans Puckhaber vom Pflanzenschutzdienst Bremen. Doch es gebe Orte, an denen die Pflanze nicht unbedingt gedeihen sollte. Neben dem eigenen Garten nennt der Experte zum Beispiel Kinderspielplätze oder Liegewiesen als Beispiel. Also überall dort, wo Menschen oder Haustiere wie Hunde schnell mit der Pflanze in Kontakt kommen können. Da sollte die Herkulesstaude mechanisch entfernt werden. Aber: Es gibt auch Leute, die den Bärenklau als Pflanze mögen, Insektenfreunde zum Beispiel. "Sie loben die Pflanze als späten Nektarlieferanten", sagt Puckhaber.

Da wo sie nicht stört, ist es nicht notwendig sie zu bekämpfen.

Hans Puckhaber vom Pflanzenschutzdienst Bremen
Eine Hand kratzt einen Unterarm
Betroffene Hautstellen müssen umgehend behandelt werden. (symbolbild) Bild: Imago | Panthermedia
Was mache ich, wenn meine Haut mit dem Bärenklau in Kontakt gekommen ist?
Betroffene Hautstellen sollten umgehend mit Wasser oder Seife abgewaschen werden. Bei kleineren Verbrennungen helfen kühlende Salben, bei größeren sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Achtung: Auch Hunde reagieren bei Kontakt mit dem Bärenklau. In dem Fall sollten die betroffenen Stellen ebenfalls sofort gereinigt und gegebenenfalls ein Tierarzt aufgesucht werden.
Wie entfernt man Bärenklau sicher aus dem eigenen Garten?
Auch hier gilt, eine Berührung der Haut mit der Pflanze sollte vermieden werden. Der Bärenklau muss ausgegraben werden. Dabei ist eines wichtig: "Letztendlich ist es so, dass man sich gar nicht die Mühe machen muss, die ganze Wurzel auszugraben, um ihn nachhaltig zu entfernen", sagt die Bremer Vegetationskundlerin Karin Hobrecht. Entscheidend sei es, den Vegetationskegel, also den kleinen Zylinder innerhalb der Rübe, zu zerstören. Und ganz wichtig: Am Ende alles einpacken und entsorgen – sonst kommt der Bärenklau wieder.
An wen wende ich mich, wenn ich der Meinung bin, dass der Bärenklau von einer bestimmten Stelle entfernt werden sollte?
Das hängt vom jeweiligen Gelände ab. Nach Angaben des Umweltbetriebs Bremen gibt es grundsätzlich vier verschiedene Ansprechpartner:
  • Für städtische Kitas, Schulen und öffentliche Spielplätze ist der Umweltbetrieb Bremen zuständig.
  • Ansprechpartner für das Weser- und das Lesumufer ist das Wasser- und Schifffahrtsamt.
  • Um Gewässer und Deiche kümmert sich der Bremische Deichverband.
  • Bei Bahngeländen ist die Deutsche Bahn AG verantwortlich.

So bedrohen invasive Pflanzen die regionale Artenvielfalt

Video vom 23. Juni 2021
Eine Naturkundlerin gräbt mit einem Spaten einen invasiven Riesenbärenklau im Park Links der Weser aus.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 23. Juni 2021, 19:30 Uhr