Bernhard fordert von der Geno Halbierung des 30 Millionen-Minus

  • Aufsichtsrat beschließt Sanierungskonzept
  • Neuer Patientenmanagement soll Prozesse beschleunigen
  • Personal soll an weiteren Plänen beteiligt werden
Video vom 13. Dezember 2019
Eine Pflegekraft schiebt ein Bett in einem Krankenhaus.

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) erwartet von der Geschäftsführung des Klinikverbunds Gesundheit Nord (Geno), im nächsten Jahr das Defizit der kommunalen Krankenhäuser zu halbieren. Das sagte sie zu buten un binnen nach der Aufsichtsratssitzung. Für das laufende Jahr wird die Geno voraussichtlich ein Minus von rund 30 Millionen Euro machen. "Wir müssen in den nächsten zwölf Monaten eine Umkehr hinbekommen. Wie lange ein Sanierungsprozess darüber hinaus dauert, das vermag ich im Moment aber nicht zu sagen", so Bernhard.

Viel verspricht sich Bernhard von einem besseren Patientenmanagement, das dafür sorgen soll, dass Patienten nach ihrer Behandlung schneller entlassen werden. Es dauere bisher oft zu lange, bis etwa Entlassungspapiere vollständig vorlägen. Der Aufsichtsrat hat am Freitag beschlossen, dass diese Prozesse besser abgestimmt werden.

Wir haben im Prinzip zwei Sanierungsteile beschlossen: Einen sehr akut notwendigen, bei dem es um die Prozesse wie Betten- und Personalsteuerung geht. Und einen, der in einem längerfristigen Prozess das Portfolio an den einzelnen Standorten betrifft.

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke)

Ärzte, Pfleger und Betriebsräte sollen beteiligt werden

Dazu hat die Geschäftsführung ein Sanierungskonzept vorgelegt. Darin steht auch, dass die Chirurgie des Klinikums Bremen Ost ins Klinikum Bremen Mitte verlagert werden soll. Ärzte, Pfleger und Betriebsräte sollen zunächst an den Plänen beteiligt werden.

Der Arbeitnehmervertreter aus dem Klinikum Bremen Ost, Markus Rohdenburg, lehnt das Vorhaben ab. Es sei nicht sinnvoll, die Chirurgie herauszulösen. Andere Stationen würden dadurch negativ beeinflusst. "Die Mitarbeiter sind der große Schlüssel zur Sanierung", sagte Rohdenburg. "Es ist wichtig, sie in Veränderungsprozesse mit einzubeziehen." Ob die Verlagerung also kommt, ist unsicher. "Wir wollen nichts übers Knie brechen", sagte Bernhard. "Wir brauchen einen breiten Beteiligungsprozess."

Im Prinzip muss ein Krankenhaus ähnlich funktionieren wie ein Hotelsystem. Man muss Patienten einbestellen und sie zu einem gewissen Zeitpunkt wieder entlassen. Diese Prozesse müssen wir uns angucken, denn die laufen nicht gut. Zum Teil sind Patienten bis 18 Uhr da, weil Arztbriefe nicht erstellt sind.

Markus Rohdenburg, Arbeitnehmervertreter

Das sind die Zukunftspläne der Geno

Video vom 12. Dezember 2019
Das Klinikum Bremen-Ost von draußen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag,13. Dezember 2019, 16 Uhr