Sind das die 5 "gefährlichsten" Orte für Fußgänger in Bremen?

Der Verein "Fuss" will mit einer Aktion in der Bremer Humboldstraße auf schwierige Straßen für Fußgänger aufmerksam machen. An vielen Stellen fordert "Fuss" Zebrastreifen.

Zwei Frauen, davon eine mit Warnweste, überqueren eine Straße auf der ein Teppich liegt, der aussieht wie ein Zebrastreifen
An der St. Jürgen-Straße Ecke Humboldstraße fordert der Verein Fuss e.V. einen Zebrastreifen.

Da hat man auf der anderen Straßenseite das perfekte Geschäft oder den besten Sonnenplatz der Stadt entdeckt – doch weit und breit ist keine Ampel zu sehen. Also bleibt oft nur der Sprint über die Straße. Diese Situation kennt wohl jeder, der schon einmal zu Fuß in einer Stadt unterwegs war. Um das zu ändern setzt sich der Fachverband Fußverkehr Deutschland – Fuss e.V. unter anderem mit Lobbyarbeit und Initiativen für bessere Bedingungen für Fußgänger im Straßenverkehr ein.

Auch in Bremen ist der Verein aktiv und hatte am Dienstag eine "Zebrastreifenaktion" an der St. Jürgen-Straße/Humboldtstraße in Bremen gestartet. Dort, sowie an anderen Stellen in Bremen, wünschen sich die Veranstalter die Einrichtung von Zebrastreifen. So könnten laut Fuss e.V. auch die folgenden unbequemen und sogar gefährlichen Orte für Fußgänger angenehmer gestaltet werden.

1 Parkallee

Gefährlicher Ort für Fußgänger an der Parkallee
Der Trampelpfad zeigt, wo es für Fußgänger gefährlich werden kann.

Ein Beispiel für einen unbequemen Ort für Fußgänger ist laut Angelika Schlansky, Sprecherin von Fuss e.V. in Bremen, die Parkallee. Wer hier von den Seitenstraßen in den Bürgerparkt kommen will, der muss vier Fahrspuren und den mittleren Grünstreifen überqueren. "Am Trampelpfad auf dem Grünstreifen sieht man, dass viele Leute die Straße hier überqueren", erklärt Schlansky. Hier könne die Situation auf mehrere Weisen verbessert werden. Zum einen wäre der Pfad mit Kinderwagen oder Rollstuhl sehr viel einfacher zu benutzen, wenn er gepflastert und der Bordstein abgesenkt würde. Zum anderen sei ein Zebrastreifen sinnvoll, um den Autofahrern zu signalisieren: Achtung, hier sind Fußgänger!

Doch Zebrastreifen sind laut Angelika Schlansky an vielen Stellen sehr schwer umzusetzen. "Die Richtlinien für die Anlage von Zebrastreifen sind in Deutschland sehr einschränkend", sagt sie. So dürfe er zum Beispiel nicht einfach über eine Straße mit mehr als zwei Spuren führen – was gerade an der Parkallee ein Problem darstelle. Deswegen setzt sich der Verein auch für eine Änderung der Richtlinien für Zebrastreifen ein.

2 Wallanlagen Ecke Bürgermeister-Smidt-Straße

Gefährlicher Ort für Fußgänger in den Wallanlagen
Wer hier die Bürgermeister-Smidt-Straße überqueren will, muss über zwei Spuren und die Straßenbahnschienen gehen.

Einen weiteren Ort an dem ein Zebrastreifen laut Schlansky sinnvoll, aber wegen der Richtlinien aktuell nicht umzusetzen ist, finden Fußgänger, wenn sie an den Wallanlagen entlanggehen und die Bürgermeister-Smidt-Straße überqueren möchten. "Hier wäre es schon wunderbar, wenn man die Bordsteine absenken und die auch hier deutlich sichtbaren Trampelpfade auf den Grünstreifen rechts und links der Straßenbahntrasse als Wege befestigen würde", so Angelika Schlansky. Wegen der Zweispurigkeit auf beiden Seiten der Straßenbahntrasse würden Zebrastreifen hier nicht den Richtlinien entsprechen, erklärt sie.

3 Neustadtscontrescarpe Ecke Friedrich-Ebert-Straße

Autos fahren auf der Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße und Neustadtscontrescarpe schnell vorbei.
Der Spaziergang in den Neustadt-Wallanlagen wird von der Friedrich-Ebert-Straße unterbrochen.

Eine ähnliche Situation zeige sich an der Ecke Neustadtscontrescarpe – Friedrich-Ebert-Straße entlang des Neustadtwalls. "Das ist ein innenstadtnaher Bereich, viele Leute gehen hier über die Straße weil die Ampeln zeimlich weit weg sind", sagt Schlansky. Das zeige sich auch daran, dass der Grünstreifen neben dem Radweg deutlich niedergetrampelt ist. "Wer in der Wallanlage gemütlich spazieren gehen will, wird unterbrochen von den Hauptverkehrsstraßen", beschreibt Schlansky.

4 Stader Straße Ecke Ruhrstraße

Gefährlicher Ort für Fußgänger
Die Bordsteine sind abgesenkt, hier fährt keine Straßenbahn. Doch ein Zebrastreifen fehlt hier an der Stader Straße.

Auch an der Stader Straße – Ruhrstraße sieht Angelika Schlansky Verbesserungsbedarf. "Hier haben die Planer schon querende Fußgänger berücksichtigt: Es gibt einen vorgezogenen Gehwegbereich, die Bordsteine sind beidseitig abgesenkt", sagt sie. Außerdem fährt hier keine Straßenbahn, sondern nur ein Bus – "da wäre ein Zebrastreifen sogar nach den aktuellen Richtlinien möglich", so Schlansky.

5 Hamburger Straße Ecke Schierker Straße

Gefährlicher Ort für Fußgänger an der Hamburger Straße/Shierker Straße
Keine Ampeln und kein Zebrastreifen in der Hambrger Straße, dafür muss man über die Straßenbahnschienen.

"An dieser Stelle sind die nächsten Ampeln sehr weit entfernt ", beschreibt Angelika Schlansky das Problem. Da die Bordsteine auf beiden Seiten bereits abgesenkt sind, sei ein Zebrastreifen auch hier eine gute Lösung. Aber: "Hier gibt es eine Straßenbahnlinie", so Schlansky. Dabei sei das in anderen Ländern wie der Schweiz auch kein Hinderungsgrund für die Anlage eines Zebrastreifens. "Da ist allen Fußgängern klar: Die Straßenbahn hat Vorrang", erklärt Schlansky.

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Autorin

  • Rebecca Küsters

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier läuft, 30. Juni 20, 16:15 Uhr