Wenn der Nachbar zu früh jubelt

Der Jubel der Nachbarn hallt schon durch die Straßen – und Sie warten noch auf das Tor? Wann Sie sich freuen können, hängt davon ab, wie Sie das Spiel empfangen.

Ein Fußballfan blickt ratlos mit einer Fernbedienung in der Hand vor dem Fernseher und daneben zwei jubelnde Fans (Bildmontage).
Wie gucken Sie Fußball? Diese Frage entscheidet darüber, wie schnell Sie jubeln können. Bild: DPA | Christin Klose / Blickwinkel, McPhoto/B. Leitner

Das Wetter ist gut, das Fenster oder die Balkontür ist offen, drinnen läuft das Deutschland-Spiel auf dem Fernseher. Plötzlich ertönt Jubel aus einem der Nachbarhäuser, während der Ball auf dem eigenen TV-Gerät noch durch das Niemandsland im Mittelfeld läuft.

Der Grund für die Irritation ist einfach: Die Übertragung der Bilder geht je nach verwendeter Technik schneller oder eben langsamer. Wer Fußballspiele über Satellit empfängt, bei dem kommen die Bilder am schnellsten an. Und das bedeutet in diesem Fall: mit viereinhalb Sekunden Verzögerung beim SD Signal. Schneller geht es nicht. Das HD-Signal braucht mit etwa fünf Sekunden schon eine halbe Sekunde länger.

Als nächstes können die Fans jubeln, die das Fußballspiel über DVBT empfangen. Bei ihnen kommen die Bilder mit bis zu neun Sekunden Verzögerung an. Sie brauchen also doppelt so lange wie die Bilder via Satellit. Über Kabelfernsehen dauert es noch ein bisschen länger: nämlich bis zu elf Sekunden.

Stream bis zu eine Minute langsamer

Das ist allerdings noch gar nichts gegen die Verzögerungen, die es beim Online-Streaming gibt. Wer das Spiel im Internet verfolgt, muss mit einem Zeitverlust von bis zu einer Minute rechnen. Der Grund ist, dass das Signal für eine flüssige Wiedergabe ein paar Sekunden zwischengespeichert wird. Das Internet ist also, zumindest wenn es ums Fußballgucken geht, mitnichten auf der Höhe der Zeit.

Wer sich also während eines Deutschland-Spiels vor ein Wohnhaus stellt, könnte versuchen die Art und Weise, wie die Bewohner Fußballgucken an der Jubel-Reihenfolge zu ermitteln. Um das Spiel dabei nicht zu verpassen, könnte man ein Radio mitnehmen. Dann wäre der Jubel-Voyeur auch tatsächlich ganz vorne. Denn: Das Radio-Signal ist immer noch das schnellste von allen.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier Läuft, 14. Juni 2018, 12:20 Uhr