Bayernzelt-Besitzer klagt gegen Zulassung der "Königsalm"

Jan Patrick Wolters übernahm das Bayernzelt auf dem Bremer Freimarkt für einen Millionenbetrag. Doch das soll jetzt kleiner werden und der "Königsalm" weichen. Wolters wehrt sich.

Blick auf die Festhalle Königsalm.
Drei Jahre hat der Bau des massiven Festzeltes gedauert – und sieben Millionen Euro gekostet. Bild: Renoldi | Oliver Windus

Die Vorbereitungen auf den 983. Freimarkt laufen auf Hochtouren, hinter den Kulissen brodelt es bereits seit Monaten. Die "Königsalm" wird 2018 erstmals als neues Festzelt auf der Bürgerweide vertreten sein, gestern wurde es von Betreiberin Nina Renoldi vorgestellt. Gestritten wird jedoch über den Standort der Königsalm: Dort, wo in den Vorjahren das Bayernzelt stand, soll in diesem Jahr die Königsalm der Schaustellerfamilie Renoldi platziert werden. Das Bayernzelt muss weichen und soll am alten Standort der Almütte aufgebaut werden – auf einer nur halb so großen Fläche.

Jan Patrick Wolters vor dem Bayernzelt vom Bremer Freimarkt.
Der Besitzer des Bayernzeltes, Jan Patrick Wolters, fürchtet große Verluste. Bild: Jan Patrick Wolters

Jan Patrick Wolters ist neuer Besitzer des Bayernzeltes, zum 1. Juli 2017 hat er es von der Bremer Bührmann-Gruppe und der Familie Traber übernommen. Dafür investierte Wolters einen Millionenbetrag. Den Zuschlag für den begehrten Standort bekam allerdings die Königsalm. Dagegen hat Wolters beim Verwaltungsgericht Klage eingereicht. Der Eilantrag sei am 6. Juli 2018 beim Gericht eingegangen, man bearbeite den Fall so zügig wie möglich, bestätigt Sprecher Rainer Vosteen.

Finanzielle Verluste

In Gesprächen mit der Marktverwaltung erfuhr Wolters von den Änderungen, die seine Kalkulationen durcheinanderbringen. "Ich war geschockt und konnte diesen Vorschlag nicht verstehen", erinnert sich der Unternehmer. Der neue, kleinere Standort bedeute finanzielle Einbußen, mit denen er natürlich nicht gerechnet habe. Der Versuch, den Konflikt in Gesprächen mit der Stadt und der Familie Renoldi zu lösen, habe laut Wolters nicht gefruchtet.

Ich war geschockt und konnte diesen Vorschlag nicht verstehen.

Jan Patrick Wolters, Bayernzelt-Besitzer

Er hatte vorgeschlagen, anstatt des Bayernzeltes das Hansezelt zu verkleinern, die Wirtschaftsbehörde lehnte ab. Es sei wichtig, das Hansezelt mit seinem maritimen Charakter zu erhalten. Die Bührmann-Gruppe unterstützt diese Idee. "Der Vorteil wäre gewesen, dass ein Schausteller nicht die dominante Vormachtstellung gehabt hätte, wie es jetzt passiert", sagt Dieter Kröger. Es sei schade, dass nun die Behörde die mutige Unternehmung mutwillig und ohne Grund zerstöre, so Kröger.

Risiko war bekannt

Königsalm-Betreiberin Nina Renoldi plant fest mit ihrem Festzelt, schließlich habe man einen Zulassungsbescheid erhalten und bereits eine Fülle an Reservierungen. Zu den Problemen ihres Mitbewerbers Jan Patrick Wolters wolle sie sich nicht äußern. Die Haltung der Wirtschaftsbehörde ist dagegen eindeutig. "Die Königsalm ist mit Abstand das attraktivste Großzelt aus dem Kreis der Bewerbungen für den Freimarkt 2018 für diese Branche", sagt Sprecher Tim Cordßen. Natürlich könne die Wirtschaftsbehörde Wolters Standpunkt nachvollziehen, trotzdem gebe es keine Garantie auf eine dauerhafte Zulassung, und das sei Wolters im November 2017 nochmal deutlich gemacht worden.

"Es ist – so hart wie es klingt – das wirtschaftliche Risiko eines jeden Bewerbers", so Cordßen. Die Behörde gibt sich dabei als Königsalm-Fan: Diese sei äußerst attraktiv, sehr hochwertig und eine Platzierung bedeute eine wesentliche Steigerung der Attraktivität für die Veranstaltung. Das Bayernzelt dagegen sei in Sachen Gestaltung mit sehr weitem Abstand unattraktiv, in einem schlechten baulichen Zustand und die Einrichtung weise Abnutzungsspuren auf. Voll sei es trotzdem immer gewesen, argumentiert Wolters. Wann das Gericht eine endgültige Entscheidung fällt, ob die Klage rechtens ist und das Bayernzelt doch in gewohnter Größe auftreten darf, ist unklar.

  • Angela Weiß

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 11. Juli 2018, 23:20 Uhr