Autorin Betty Kolodzy bekommt Bremer Frauenkulturförderpreis

Die Schriftstellerin erhielt den Preis für ihr Projekt "Heimat: Sprache für geflüchtete Frauen". Der Preis wurde erstmals vergeben und ist mit 2.000 Euro dotiert.

Bremer Frauenmuseum, belladonna und Betty Kolodzy
Der erste Frauenkulturförderpreis wurde im Gerhard-Marcks-Haus verliehen.

Die in Bremen wohnende Schriftstellerin Betty Kolodzy hat den ersten Bremer Frauenkulturförderpreis erhalten. Übergeben wurde der Preis durch Bürgermeister und Kultursenator Carsten Sieling (SPD) im Gerhard-Marcks-Haus. Mit dem Bremer Frauenkulturförderpreis sollte ein Projekt von Frauen für Frauen ausgezeichnet werden, das vom Kultursenator im Jahr 2018 gefördert worden ist.

Die Siegerin: Betty Kolodzy

Mit "Heimat: Sprache für geflüchtete Frauen" ist die in Bremen lebende Schriftstellerin Betty Kolodzy für den Preis vorgeschlagen worden. Sie bietet Literaturprojekte mit Geflüchteten in Übergangswohnheimen an. In ihrer Schreibwerkstatt sind Texte in deutscher Sprache entstanden, die mit den Teilnehmerinnen und der Autorin in Veranstaltungen gelesen werden. Die Texte wurden auch im Blog der Autorin veröffentlicht.

Die Preisträgerin wurde von der Jury Stadtkultur/Interkultur/Frauenförderung ausgewählt. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert. Verliehen wurde auch eine Statue, die "Kleine Aphrodite" der Künstlerin Anne Baisch, die vom Bremer Rat für Integration gestiftet wird. Die Skulptur ist ein Wanderpreis und wird in drei aufeinanderfolgenden Jahren weitergegeben. Danach wird sie versteigert. Aus dem Erlös sollen weitere Frauenprojekte gefördert werden.

Die weiteren Nominierten – Belladonna und das Frauenmuseum

Das nominierte Projekt des Vereins Belladonna hat einen langen Namen: "Digitalisierung eines Teilbestandes der Grauen Materialien des Bremer Frauenarchivs und Dokumentationszentrums" heißt es. Der Verein setzt sich für die Unterstützung von Frauen in Kultur, Wirtschaft und Bildung ein. Er hat einen großen Bestand an sogenannten Grauen Materialien (Privatdrucke wie zum Beispiel Flugblätter), Plakaten, Tonaufnahmen, Zeitschriften und Büchern zur Bremer Frauenbewegung und zu bekannten Bremer Frauen. Um sie zu erhalten und im Internet zugänglich zu machen, digitalisiert und verschlagwortet Belladonna das Material.

Geschäftsführerin Maren Bock begrüßt, dass der Preis geschaffen wurde. "Es gibt einen unglaublichen Nachholbedarf, Frauen in der Kunst- und Kulturszene sichtbar zu machen", sagt sie.

Gerhard-Marcks-Haus im Bremer Ostertor
Den Preis verlieh Kultursenator und Bürgermeister Carsten Sieling im Gerhard-Marcks-Haus. Bild: Imago | Imagebroker

"Frauen wählen (sich) selbst – Vom Frauenwahlrecht zur Genderdiskussion" heißt das Projekt des Frauenmuseums, das für die Auszeichnung vorgeschlagen wurde. Anlass war die Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren. Das Bremer Frauenmuseum hat sich zum Ziel gesetzt, Lebens- und Arbeitszusammenhänge von Frauen und ihre Leistungen in Kunst, Geschichte und Gesellschaft zu dokumentieren und der Öffentlichkeit vorzustellen.

Über die Nominierung freue man sich sehr, schreibt Vorstandsmitglied Anka Bolduan. "Wir haben viele Ideen für neue Projektvorhaben, aber nicht alles können wir ehrenamtlich leisten. Es fehlt eine verlässliche Finanzierung von Honoraren, Veröffentlichungen, Ausstellungsmaterial, Werbung u.a. und ein Ort, von wo aus wir wirken können."

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 13. Februar 2019, 19:30 Uhr