Germania-Pleite: Flüge in Bremen gestrichen

  • Fluggesellschaft Germania beantragt Insolvenz
  • Germania war drittgrößte Fluggesellschaft am Bremer Flughafen
  • Flughafen Bremen spricht mit anderen AIrlines, um Routen zu erhalten
Ein Flugzeuge der Fluggesellschaft Germania hebt ab.
Flugzeuge der Fluglinie Germania heben nicht mehr ab. Bild: DPA | Markus Mainka

Für den Bremer Flughafen ist die Pleite der Germania ein schwerer Schlag. Rund 380.000 Passagiere hat die Ferienfluggesellschaft hier im vergangenen Jahr transportiert. Drei Flugzeuge mit 99 Mitarbeitern waren in Bremen stationiert. Von dort aus flog die Linie zahlreiche Ziele an – unter anderem im Mittelmeerraum und auf den kanarischen Inseln. 23 Ziele wollte die Airline im kommenden Sommerflugplan bedienen.

Bremer Flughafen: Gespräche über Weiterführung der Routen

Die Insolvenz kommt nur wenige Monate nach einem Teilrückzug von Ryanair aus Bremen. Eine Sprecherin des Flughafens bedauerte die Insolvenz. Der Flughafen sei in aktiven Verhandlungen mit anderen Airlines, um den Sommerflugplan touristisch abzusichern.

Auch wenn andere Fluggesellschaften ihr Angebot in Bremen nun ausbauen werden, muss der Flughafen mit einem Passagierrückgang rechnen. Das ist umso bitterer, als gerade Millionen-Investitionen anstehen. So wird es immer wahrscheinlicher, dass die Stadt Bremen dem Flughafen finanziell unter die Arme greifen muss. Bedarf hatte der neue Flughafenchef Elmar Kleinert bereits angemeldet. Kleinert war heute zur Germania-Pleite nicht zu sprechen, da er sich im Urlaub befindet.

Probleme waren Anfang des Jahres bekannt geworden

Wie das Unternehmen in der Nacht mitteilte, hat Germania beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Insolvenz beantragt. Demnach sind neben der Germania Fluggesellschaft GmbH auch ihr Schwesterunternehmen für technische Dienstleistungen, die Germania Technik Brandenburg GmbH, sowie die Germania Flugdienste GmbH betroffen. Der Flugbetrieb sei in der Nacht zum Dienstag eingestellt worden.

Anfang Januar waren die finanziellen Schwierigkeiten bei der Fluglinie bekannt geworden. Der Flugbetrieb ging jedoch zunächst planmäßig weiter. Zwischenzeitlich hatte das Unternehmen von erfolgreichen Finanzierungsverhandlungen gesprochen. Ende Januar wurde aber bekannt, dass es bei der Auszahlung der Januar-Gehälter an die Mitarbeiter Verzögerungen gibt. Die Airline begründet den finanziellen Engpass mit massiven Steigerungen der Kerosinpreise und mit einer "außergewöhnlich hohen Anzahl technischer Serviceleistungen an der Flotte".

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 5. Februar 2019, 6 Uhr