Geno macht noch größeres Minus – Politiker verärgert

  • Klinik-Gesellschaft erwirtschaftet Minus von 7,7 Millionen Euro
  • Rainer Bensch (CDU) kritisiert mangelnde Information der Abgeordneten
  • Steuerzahlerbund spricht von Missmanagement
Das Klinikum Bremen-Mitte aus der Vogelperspektive.
Die vier Krankenhäuser der Gesundheit Nord sollen noch größere Probleme haben als bisher bekannt, hier das Gelände des Klinikums Mitte.

In der bremischen Politik reagiert man verärgert darauf, dass sich bei der Klinikgesellschaft Gesundheit Nord (Geno) ein neues Millionenloch auftut. Das Gesundheitsressort hat Radio Bremen bestätigt, dass der städtische Krankenhausverbund allein in den ersten vier Monaten des Jahres 2018 schon 7,7 Millionen Euro Verlust gemacht hat.

Der CDU-Gesundheitspolitiker Rainer Bensch zeigt sich angesichts des neuerlichen Minus des Klinikverbundes "entsetzt". Besonders verärgert ist er, weil Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) die Bürgerschaftsabgeordneten nicht über die aktuelle Schieflage informiert hat. Dabei hatten die erst am Dienstag in der Sitzung der zuständigen Deputation über die finanziellen Schwierigkeiten der Geno debattiert. Denn in der kommenden Woche will die rot-grüne Mehrheit in der Bremischen Bürgerschaft eine Finanzspritze für die Geno in Höhe von 205 Millionen Euro beschließen. Bensch forderte erneut ein tragfähiges Zukunftskonzept für die Kliniken. Die CDU werde keinem weiteren Blankoscheck zustimmen.

Bund der Steuerzahler: Personalabbau nicht ausschließen

Der Bund der Steuerzahler spricht von "anhaltendem Missmanagement". Eine private Klinikgesellschaft hätte längst Insolvenz anmelden müssen, so Vorstandsmitglied Carl Kau. Er verlangt vom Bremer Senat, "endlich den schützenden Mantel über der Geno zu lüften". Auch unpopuläre Maßnahmen wie Standortschließungen oder Personalabbau müssten diskutiert werden, so Kau in Anspielung auf das angekündigte "Zukunftskonzept 2025".

Das Gesundheitsressort konterte jetzt: Die Entwicklung im Klinikkonzern sei bekannt. Die Verluste seien ärgerlich, aber nicht überraschend. Bis zur Aufsichtsratssitzung Ende Juni sollen die Wirtschaftspläne, die zu optimistisch sind, überarbeitet werden. 100 Mitarbeiter müsse die Geno abbauen, hieß es jetzt: 50 in der Verwaltung, die andere Hälfte im medizinisch-technischen Bereich.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 13. Juni 2018, 17 Uhr