Bremerhavener filmt Feuerkugel über der Nordsee

Die Aufnahme des Asteroiden gelang dem Kitesurfer Dorian Cieloch. Der 32-Jährige merkte zunächst gar nicht, welches Himmelsspektakel er da gerade gefilmt hatte.

Am Himmel ist eine Feuerkugel zu sehen.
Bild: Dorian Cieloch | Dorian Cieloch

Dorian Cieloch hat gefilmt, was selbst darauf spezialisierten Planetenforschern nur selten gelingt. Der 32-Jährige fing am Donnerstag gegen 14:45 Uhr beim Kitesurfen eine Feuerkugel über der Nordsee vor Wremen ein. Während Cieloch in der Nordsee surfte, verglühte hinter ihm am Himmel über dem Hotel Deichgraf offenbar ein Asteroid.

Rund 400 Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern hätten am Donnerstagnachmittag einen "Feuerball" gesehen und einen lauten Knall gehört, bestätigte die Europäische Weltraumorganisation (ESA) das Phänomen. Viele Sichtungen kamen demnach aus den Niederlanden, aber auch aus Norddeutschland.

Nur Cieloch merkte zunächst nicht, was er da nebenbei aufgenommen hatte.

Ich habe es weder gesehen noch einen Knall gehört.

Kitesurfer Dorian Cieloch

Erst ein späterer Betrachter seines Videos sei auf den Lichtschweif aufmerksam geworden.

Asteroid mit ein bis zwei Meter Durchmesser

Laut der ESA handelte es sich um ein natürliches Objekt, das im Raum Oldenburg/Bremen in die Erdatmosphäre eintrat und dann auseinander platzte. "Wir sind uns ziemlich sicher, dass es ein kleiner Asteroid war", sagt ESA-Experte Detlef Koschny. Die Größe des Objektes schätze er auf ein bis zwei Meter Durchmesser.

Dass solche Feuerkugeln wie die jetzt gefilmte so spektakulär aussehen, liege im Übrigen nicht so sehr daran, dass sie verglühten, sagt Harald Michaelis vom Berliner Institut für Planetenforschung.

Die Leuchtspur wird durch die hohe Geschwindigkeit ausgelöst.

Harald Michaelis, Berliner Institut für Planetenforschung

Dies gelte schon für nur wenige Zentimeter große Meteoriten. Denn diese seien einen Kilometer pro Sekunde oder schneller unterwegs. Die Energie, die bei der Reibung in der Erdatmosphäre frei werde, führe dazu, dass die umgebende Luft ionisiert werde und die Lufmoleküle drumherum zu leuchten beginnen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier Läuft, 13. September 2019, 18:45 Uhr