Interview

Brennende Felder: So schützen sich Landwirte selbst

Die Ernte wird in diesem Jahr wohl schlechter ausfallen. Der Grund: Immer wieder stehen Felder in Flammen. Müssen wir uns auf weitere Brände einrichten?

Feuerwehrleute löschen einen brennenden Heuballen

Ein Campingplatz muss wegen eines Feldbrandes im Landkreis Cuxhaven evakuiert werden, rund 50 Strohballen fangen in Bremen-Strom plötzlich Feuer und auf einem Kornfeld bei Bassum zerstört ein Brand die komplette Ernte eines Bauers. Die Folgen der hohen Temperaturen und der extremen Trockenheit stellen viele Landwirte vor große Probleme. Landwirt und Brandmeister Jürgen Ehlers beantwortet die drei wichtigsten Fragen.

Herr Ehlers, die extreme Hitzewelle ist fürs erste vorbei – müssen wir uns trotzdem auf weitere Brände einstellen?
Trotz der etwas geringer werdenden Temperaturen, bleibt die Gefahr für Brände groß. Gut erkennen lässt sich das am Waldbrand-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes. Demnach besteht vor allem eine Waldbrandgefahr im Bremer Umland. Diese Gefahr gilt nicht nur für Wälder, sondern auch für Felder und Wiesen. Schon jetzt ist die extreme Trockenheit so weit fortgeschritten, dass die Ernte in diesem Jahr schlechter ausfallen wird.
Was löst die Brände aus?
Damit ein Feuer entsteht, sind vor allem vier Dinge nötig: Brennmaterial, eine gewisse Zündtemperatur, eine Zündquelle und Sauerstoff.
Weil es so trocken ist, dient aktuell fast jedes Feld als Brennmaterial. Hinzu kommt die nötige Zündtemperatur durch die hohen Temperaturen. Als Zündquelle reicht jetzt schon eine Zigarettenkippe, eine Glasscherbe oder eine landwirtschaftliche Maschine, die Funken abgibt, aus. Vor allem landwirtschaftlich Maschinen, die nicht regelmäßig gewartet werden, spucken immer wieder Funken. Sie ist aktuell einer der Hauptgründe für Brände auf Feldern.
Wie schützen sich Landwirte vor den Bränden?
Immer mehr Landwirte stellen Gülletanks neben ihre Felder, die mit Wasser gefüllt sind. Im Notfall haben sie so die Möglichkeit, ihre Felder selbst zu löschen.
Auch das vermehrte Reinigen von landwirtschaftlichen Maschinen schützt vor Bränden. Der Grund: Vor allem Staub ist eine häufige Brandursache, deshalb müssen beispielsweise Mähdrescher nach jedem Einsatz gereinigt werden. Auch die regelmäßige technische Wartung von landwirtschaftlichen Maschinen ist in solchen extremen Wetterphasen besonders wichtig, nur so lässt sich das Risiko von Funken bei der Arbeit verringern.

100 Feuerwehrleute löschen brennende Strohballen in Bremen-Strom

Zwei Feuerwehrmänner löschen einen brennenden Strohballen.
Bild: Nonstopnews
  • Leonard Steinbeck

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 30. Juli 2019, 19:30 Uhr