Hier müssen Urlauber zum Ferienstart mit Staus rechnen

Der Ferienbeginn in Bremen und Niedersachsen bringt die Reisewelle ins Rollen. Wir zeigen, wo mit Staus zu rechnen ist – und geben Tipps, wie sie gemieden werden können.

Staumeldung

Auf welchen Routen drohen Staus und Baustellen?

Generell gelten die Fernstraßen in Richtung Nord- und Ostsee als prädestiniert für Staus und stockenden Verkehr. In Norddeutschland sind daher vor allem die A1 und die A7 betroffen (siehe Grafik). Vor allem Flaschenhälse wie der Elbtunnel dürften auch in diesem Sommer stauanfällig sein. Dies gilt wohl auch, nachdem am 28. Juni die zwischenzeitliche Sperrung einer Tunnelröhre aufgehoben wird und wieder alle vier Spuren befahrbar sind.

Kaum besser sieht es in Richtung Osnabrück aus. Auf diesem Weg ist die A1 derzeit nur einspurig befahrbar, nachdem sich die Fahrbahn gewölbt hat. "Zum Ferienstart ist das ein denkbar schlechter Zeitpunkt", sagt Nils Linge. Der Sprecher des ADAC Weser-Ems empfiehlt daher all jenen, die in Richtung Frankreich aufbrechen wollen, sich frühzeitig über alternative Autobahnen und Landstraßen zu informieren. Routenplaner mit Verkehrsinformationen, wie sie beispielsweise der ADAC anbietet, helfen dabei.

Auch wer in den Süden unterwegs sei, müsse nicht stets die üblichen Routen über A1 oder A7 nehmen. "Man kann auch mal über den Harz oder über Leipzig fahren", sagt Linge. Zeitverlust und Mehrkosten dieser Strecken seien gering. "Dafür fließt der Verkehr."

Ab wann wird es voll auf den Autobahnen?

Mit vermehrten Staus auf Deutschlands Fernstraßen rechnet der ADAC spätestens ab dem 28. Juni. Dann beginnen auch in Sachsen-Anhalt, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland die Ferien. Einige skandinavische Reisende werden ebenfalls bereits Ende Juni über Deutschlands Autobahnen rollen.

Ferienbedingter Stau auf der A1 (Archivbild)
Ferienzeit, Stauzeit: Ein solches Bild wird in den kommenden Wochen keine Seltenheit sein. Bild: Imago | Rüdiger Wölk

Urlaubs-Frühstarter aus Bremen haben dennoch einen Vorteil. Denn noch voller auf den Straßen dürfte es werden, wenn am 5. Juli auch in Bundesländern wie Hamburg, Berlin, Brandenburg sowie Sachsen und Thüringen die Ferienzeit eingeläutet ist. Um dann zumindest ein wenig Entlastung zu schaffen, gilt ab Samstag, 7. Juli, ein erweitertes Lkw-Ferienfahrverbot.

Mitte Juli sollten Bremer zudem den Sommerferienbeginn in Nordrhein-Westfalen im Blick behalten. Am Montag, 16. Juli, beginnt dort für rund 2,5 Millionen Schüler und ihre Familien die Urlaubszeit. Im ADAC-Staukalender sind der 13. und 14. Juli daher rot markiert, das heißt der Verkehrsclub rechnet mit „sehr starkem Verkehr mit längeren Stauungen“. Auch an den drei folgenden Wochenenden gilt diese Ausnahmesituation.

Wann herrscht die geringste Staugefahr?

Wer keine Lust auf Staus hat, sollte Stoßzeiten meiden. Dem ADAC zufolge ist die Staugefahr in den Sommerferien vor allem in den Spitzenzeiten freitags zwischen 13 und 20 Uhr, samstags von 11 bis 18 Uhr sowie sonntags von 14 bis 20 Uhr am größten.

"Nur wer seinen Urlaub nicht anders buchen kann, sollte am Wochenende fahren", sagt Linge. Allen anderen empfiehlt der ADAC-Sprecher, ihre Reise möglichst in der Woche anzutreten. "Auch nachts zu fahren muss nicht unbedingt hinhauen, weil die Routen in den Süden auch dann voll sind", sagt er. Dass schlechtes Wetter die Verkehrssituation zum Ferienbeginn vielleicht entspannen könnte, daran glaubt Linge nicht. Für ihn gilt: "Individuelle Planung ist das A und O."

  • Kristian Klooß

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Bremen Zwei, 26. Juni 2018, 14:10 Uhr