Feinstaubbelastung nach Silvester in Bremen zehnmal so hoch wie üblich

  • Feinstaubbelastung in vielen Ballungsgebieten sprunghaft angestiegen
  • In Bremen stieg der Wert von 19 auf 189 Mikrogramm pro Kubikmeter
  • Die Angaben machte das Umweltbundesamt
Feuerwerksmüll liegt auf der Straße.
Abgebranntes Feuerwerk liegt auf der Straße. In Bremen lag der Feinstaubwert am Neujahrstag rund zehn Mal so hoch wie zur selben Zeit an den Tagen zuvor. Bild: DPA | Frank Hoermann

Das Silvesterfeuerwerk hat Spuren hinterlassen: Die Feinstaubbelastung ist an Neujahr in vielen Ballungsgebieten sprunghaft angestiegen, auch in Bremen und Hannover. An der Messstation Bremen-Mitte lag der Feinstaubwert nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) am Mittwochmittag rund zehn Mal so hoch wie zur selben Zeit tags zuvor: Von 19 Mikrogramm pro Kubikmeter schnellte der Wert auf 189 Mikrogramm pro Kubikmeter.

In Hannover stieg die Belastung von 16 auf 119 Mikrogramm. "Die Luftqualität ist überall in den großen Metropolen schlechter", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes mit Verweis auf die UBA-Daten vom Neujahrstag. Das Umweltbundesamt rechnete in einer Broschüre damit, dass pro Jahr rund 4.200 Tonnen Feinstaub durch das Abbrennen von Feuerwerk ausgestoßen werden, der größte Teil davon in der Silvesternacht.

Feinstaub kann Atembeschwerden und Husten auslösen

Die Feuerwerksindustrie kritisierte diese Berechnung kürzlich als zu hoch und verwies auf eigene Messungen beim Abbrennen von Feuerwerk. Die Ergebnisse wolle man im Januar zunächst dem UBA und anschließend der Öffentlichkeit vorstellen, so der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI). Das UBA möchte die VPI-Messwerte prüfen.

Bei Feinstaub handelt es sich um kleinste Teilchen. Je nach Größe können diese nicht nur tief in Lunge und Bronchien, sondern auch ins Blut gelangen und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems hervorrufen. Extrem hohe Luftbelastung kann kleinen Kindern, Senioren, aber auch Asthmatikern und chronisch Lungenkranken akute Probleme wie Husten und Atembeschwerden bereiten.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Next, Next News, 1. Januar 2020, 16.30 Uhr