5 Dinge, die Sie übers Sonnenbaden wissen müssen

Das tolle Wetter lädt in Bremen und umzu zum Sonnen ein. Schützt die Kleidung vor Sonnenbrand? Was muss man beim Eincremen beachten? Ein Hautarzt klärt die wichtigsten Fragen.

Bei den aktuellen Temperaturen von über 30 Grad genießen viele Menschen ein Bad in der Sonne. Doch viele Sonnenanbeter tun ihrer Haut damit nicht unbedingt Gutes. Der Bremer Dermatologe Dr. Jörg Hermann rät dazu, sich die Gefahren der Sonne für die Haut bewusst zu machen und nicht allen Sonnen-Mythen zu glauben.

1 Wie gefährlich Sonnenbrand ist wirklich?

Für den Hautarzt steht fest: Jeder Sonnenbrand ist einer zu viel und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Er zerstört Hautzellen statt zu bräunen. "Bei stärkerem Sonnenbrand schält sich die Haut anschließend, ein Bräunungseffekt tritt hier also in keinem Fall ein", sagt Hermann. Geschädigt werde die Haut aber in jedem Fall, auch das Hautkrebsrisiko steige mit jedem Sonnenbrand, so Hermann.

2 Wie gut schützen Schatten und Kleidung gegen Sonnenbrand?

Auch wenn die Gefahr, sich zu verbrennen, in der direkten Sonne größer sei, falle auch im Schatten Streulicht auf die Haut. "Eincremen sollte man sich trotzdem", rät der Experte. Bei Kleidung verhält es sich so: Helle Kleidung lässt mehr Sonne durch, dunkle weniger. Ein weißes T-Shirt habe mit Lichtschutzfaktor fünf so gut wie keine Schutzfunktion, so Hermann. "Wird das T-Shirt nass, ist es sogar nur noch Lichtschutzfaktor zwei", weiß Hermann. Anbieter von UV-Schutzkleidung werben mit einem bereits in der Kleidung integrierten Sonnenschutz. Laut Hermann sei der ausgewiesene Lichtschutzfaktor auch meistens richtig. Einen entscheidenden Vorteil bringt die spezielle Kleidung außerdem mit: "Der UV-Schutzanzug hält für immer, die Sonnencreme verbraucht sich", sagt Hermann.

3 Was ist bei Sonnencreme zu beachten?

Dr. med. Jörg Hermann
Dermatologe Dr. Jörg Hermann warnt vor der Stärke der Bremer Sonne. Bild: Kassenärztliche Vereinigung Bremen

"Richtig eincremen ist schon mal eine gute Idee", bestätigt Hermann. Für den ganzen Tag reiche einmal eincremen jedoch meist nicht, außerdem komme es auf die richtige Menge an. "Der Sonnenschutz ist mit einer ziemlich dicken Schicht gemessen, das macht man oft nicht", so Hermann. Je nach Hauttyp muss rechtzeitig nachgecremt werden. Außerdem täusche die Bezeichnung "wasserfest", die sich auf fast allen Sonnencremes befindet. "Wer stark schwitzt oder schwimmen geht, muss sich in jedem Fall neu eincremen." Ein Schutz vor Sonnenbrand sei dann nicht mehr gegeben.

4 Welche Rolle spielt die Sonnenintensität beim Sonnenbaden?

Klar ist: Auf Mallorca oder Hawaii bekommt man wohl wesentlich schneller einen Sonnenbrand, dennoch ist die Bremer Sonne nicht zu unterschätzen. "Ich rate Patienten immer dazu, sich ihre Gartenmöbel anzusehen", sagt Hermann. Man solle nie vergessen, dass die Möbel nicht ohne Grund brüchig werden und ausbleichen. Der gleichen Kraft der Sonne sei auch unsere Haut bei einem Bad in der Sonne ausgesetzt.

5 Wie wirkt sich Sonnenbaden auf die Laune aus?

Der Dermatologe bestätigt, dass Sonnenstrahlen gute Laune machen. Hermann macht die gute Stimmung allerdings weniger an der Produktion von Vitamin D fest, dem nachgesagt wird, Glücksgefühle auszulösen. "Wichtiger ist, dass man beim Sonnen ja oft die Freizeit genießt und dabei etwas Angenehmes erlebt." Es seien also nicht nur die Sonne, sondern vielmehr die generelle Entspannung oder ein Urlaub für die gute Laune verantwortlich. Um den Vitamin-D-Haushalt aufzufüllen, reiche täglich ein Spaziergang von rund 30 Minuten – auch bei Bewölkung.

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Autorin

  • Angela Weiß

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 26. Juni 2019, 19:30 Uhr