Am Wall soll Bremens erste geschützte Fahrradstraße entstehen

  • Aus zweispuriger Straße soll eine Einbahnstraße für Autos werden
  • Umbau soll rund 5 Millionen Euro kosten
  • Route soll im Herbst 2022 fertig sein
Video vom 19. Juni 2020
Ein Entwurf von der geplanten Fahrradstraße am Wall.
Bild: Radio Bremen

Bremen bekommt seine erste "Fahrrad-Premiumroute" – und zwar mitten in der Innenstadt: Bis 2022 soll auf der Straße Am Wall Bremens erste geschützte Radspur entstehen. Von der AOK-Kreuzung bis zur Kunsthalle am Ostertor wird es dann nur noch eine Spur für Autos und LKW geben. Die andere Fahrspur – zu den Wallanlagen hin – wird zu einem breiten Fahrradweg umgebaut. Mit roter Farbe auf dem Asphalt und einer Beton-Abtrennung zur anderen Fahrspur.

Wir schaffen eine schnelle und komfortable Radverbindung, sichern den Fußweg, erleichtern die Querung des Walls, erhalten dabei die Bäume und erhöhen so zusammen die Aufenthaltsqualität vor Ort.

Maike Schaefer (Grüne), Mobilitätssenatorin

Mit dem Umbau kommt Bremen seinem Ziel näher, die Innenstadt weitgehend autofrei zu gestalten. Aus Sicht der Behörde ist der Umbau auch gut für die Geschäfte am Wall. Die Erreichbarkeit des Handels und der Innenstadt werde erhöht, heißt es. Für Fußgänger und Radfahrer werde die Innenstadt damit attraktiver. Der Umbau soll im nächsten Sommer losgehen. Im Herbst 2022 soll alles fertig sein. Das Ganze soll rund fünf Millionen Euro kosten. Den Löwenanteil von fast vier Millionen Euro übernimmt der Bund. Denn der Umbau des Walls ist Teil eines bundeweiten Modellprojekts des Bundesumweltministeriums.

Kritik von der Handelskammer: "Kein guter Stil"

Bremer Einzelhandelsverbände kritisierten indes die vorgestellten Pläne. Der von Mobilitätssenatorin Schaefer geplante Umbau sei nicht mit den Vertretern des Bremer Einzelhandels besprochen worden, so der Vorwurf von Handelskammer und City Initiative. Es sei kein guter Stil von Schaefer, schon so weit fortgeschrittene Pläne zu präsentieren, ohne sie vorher mit Betroffenen abzustimmen, sagt Karsten Nowak von der Handelskammer.

Die geplante Reduzierung des Autoverkehrs käme zudem zur Unzeit, da der Einzelhandel in der Bremer Innenstadt derzeit stark unter den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise leide, erklärte Stefan Storch, Vorstand der City Initiative. Und bevor solche Einzelmaßnahmen für Fahrrad-Premiumrouten umgesetzt würden, müsse geklärt werden, wie der Auto-, Fahrrad- und Fußverkehr in der Innenstadt insgesamt gelenkt werden solle. Dafür aber fehle noch ein umfassendes Verkehrskonzept für die Innenstadt, so Storch.

Rückblick: So sehen die Pläne für die autofreie Innenstadt aus

Video vom 19. September 2019
Grafik zur Autofreien Innenstadt
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 19. Juni 2020, 19:30 Uhr