Erntereifes Gemüse – direkt von der Wallmühle

Seit Mai wachsen 200 Gemüsepflanzen direkt an einem der berühmtesten Orte Bremens: der Wallmühle. Jetzt wurden Zucchini und Mangold für den guten Zweck geerntet.

Mangold und Zucchini Gemüse bei Ernte an der Wallmühle

Eines der berühmtesten Postkartenmotive Bremens ist in diesem Sommer nicht nur gut in der Optik, sondern auch im Geschmack: Zwischen tausenden Blumen tummeln sich diesmal nämlich auch einige Gemüsejungpflanzen. 100 Zucchini und 100 Mangold hatte der Bremer Umweltbetrieb im Mai gepflanzt. Ein erster kleiner Annäherungsversuch an die Idee der "Essbaren Stadt": Öffentliche Flächen, auf denen für die Bürger Gemüse wächst, so wie es etwa Bremens Partnerstadt Groningen vormacht.

Mittlerweile ist das Wallmühlengemüse erntereif und hat auch direkt einen Abnehmer: Die Bremer Suppenengel kriegen Mangold und Zucchini, um daraus in den nächsten Tagen eine echte Bremer Suppe für Bedürftige zu zaubern. "Bessere Zutaten kann man sich ja kaum wünschen", meint Geschäftsführer Peter Valtink mit Blick auf die knallgelben Zucchinis. Für ein paar ordentlich große Suppentöpfe würde das reichen, bestätigt der Koch; "ist schließlich ganz schön viel."

So viel, dass die Bremer Suppenengel gar nicht alles an Gemüse mitnehmen können. Daher seien auch Einzelpersonen herzlich dazu eingeladen, sich Gemüse zum Kochen abzuernten, so die Sprecherin des Umweltbetriebs Kerstin Doty. Nur solle man dabei immer darauf achten, das Beet nicht in Mitleidenschaft zu ziehen.

"Hitze hat den Pflanzen zu schaffen gemacht"

Einfach hatten es die Pflanzen in den letzten paar Wochen schließlich nicht: "Obwohl wir hier zweimal die Woche wässern, sieht man, dass das Gemüse nicht so kräftig aus dem Boden geschossen ist wie üblich", sagt Ralf Mischke. Zufrieden ist der Gärtnermeister des Umweltbetriebs mit dem Gemüse trotzdem: Es sei seine passable erste Ernte, "und vor allem sehen ein paar Gemüseblätter zwischen all den Blumen sehr gut aus."

Ob im nächsten Jahr wieder Gemüse vor die Wallmühle kommt, steht aber noch nicht fest. Das würde man dann relativ spontan entscheiden, so Mischke; je nach Fruchtfolge und Bodenbeschaffenheit. Für´s erste jedoch bleibt die Wallmühlwiese neben Blumen auch Heimat für ein wenig Gemüse.

  • Jochen Duwe

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, 8. August 2018, 18:10 Uhr