Fragen & Antworten

Was Sie zum Start der Erdbeersaison in Bremen und umzu wissen sollten

Bea und Hajo Kaemena stehen mit Erdbeeren in den Händen auf einem Erdbeerfeld
Der Erdbeerhof Kaemena verzichtet auf den Erdbeer-Anbau in Folientunneln. Vlies und Folien werden im Freiland eingesetzt. Bild: Hof Kaemena

Wegen des schlechten Wetters startet die Erdbeersaison später als sonst. Die ersten Früchte sind aber schon geerntet. Wir erzählen Ihnen, ab wann Sie wo Erdbeeren selbst pflücken können.

Erdbeeren aus Spanien, Italien, Marokko gibt es das ganze Jahr über im Supermarkt. Aber frische Erdbeeren vom Feld schmecken einfach am besten. Die gute Nachricht: Jetzt gibt es sie endlich an Erdbeer- und Spargelständen in der Stadt. Und bald kann man sie auch auf den Erdbeerfeldern selbst pflücken – vorausgesetzt das Wetter und Corona spielen mit.

Erbeeren in einem Gewächstunnel
Der Anbau in Folientunnel ist weit verbreitet. Im Folientunnel können die Erdbeeren bis vier Wochen eher als auf dem Freiland geerntet werden. Bild: Erdbeerhof Carsten Klaus
Wann beginnt dieses Jahr die Erdbeersaison in Bremen und umzu?
"Die ersten Früchte wurden diese Woche schon gepflückt", so Michaela Klaus vom Erdbeerhof Klaus in Hoppe. Diese Erdbeeren wurden bei Klaus in Folientunneln angebaut. Der Anbau im Folientunnel hat den Vorteil, dass die Pflanzen und Blüten vor Frost geschützt und bis zu vier Wochen früher als Freilanderdbeeren geerntet werden können.

Der Erntebeginn ist stark abhängig vom Wetter, also von den Temperaturen in den Wochen vor der Ernte, aber auch von der Sorte der Erdbeere. Die Erdbeer-Freilandsaison beginnt unter norddeutschen Bedingungen Anfang Juni. Damit sie aber schon im Mai Erdbeeren ernten könnten, helfen einige Betriebe mit Vlies und Folien nach.  

Wegen der kalten Tage im April und Mai geht die Erdbeerente dieses Jahr aber insgesamt etwas später los als in den vergangenen Jahren. Allerdings könnte sich die Ernte auch noch länger hinziehen, wenn das Wetter weiterhin so kalt bleibt. "Die Ernte wird voraussichtlich in der zweiten Juniwoche beginnen, und damit deutlich später als in den Vorjahren", so Rainer Bruns vom Erdbeerhof in Oyten.
Bis wann werden in Bremen und umzu Erdbeeren geerntet?
Die Erdbeeren im Folientunnel werden ungefähr bis Mitte Juni geerntet. Zeitgleich beginnt die Erdbeerernte auf dem Freiland. Abhängig vom Wetter können Erdbeeren bis Anfang/Mitte August geerntet werden.

Außerdem spielt auch die Erdbeersorte bei der Ernte eine Rolle: Eine Sorte, die noch im August geerntet wird, ist die sogennate Malwina. "Malwina schmeckt unglaublich gut, sie reift spät, die kann man auch nicht verfrühen", so Anja Reiners vom Erdbeerhof Nüstedt.

Ob die Betriebe eine gute Ernte einfahren, hängt stark von den kommenden Wochen im Mai und Juni ab. "Wenn alles mitspielt und auch Corona uns keinen Strich durch die Rechnung macht, könnten wir eine gute Ernte einfahren", so Heiko Schröder vom Erdbeerhof in Thedinghausen.
Und ab wann kann man selbst Erdbeeren pflücken?
Mit der Freilandsaison beginnt auch die Selbstpflücksaison. Ab Anfang Juni könnte es schon losgehen, vorausgesetzt das Wetter macht mit. Aber generell ist das von Erdbeerhof zu Erdbeerhof unterschiedlich, denn jeder Erdbeerhof hat seine eignen Anbaumethoden und baut verschiedene Erdbeersorten an. Ab wann Sie wo Erdbeeren selbst pflücken können, können sie in unserer Karte sehen und in unserer Infobox lesen.

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Selberpflückende bei der Erdbeerernte auf dem Erdbeerhof Nüstedt in Bassum
Auf dem Feld gilt keine Maskenpflicht. Der Mindestabstand muss aber trotzdem eingehalten werden. Bild: Erdbeerhof Nüstedt
Im vergangen Jahr gab es lange, wegen der Corona-Einreisebeschränkungen, Bedenken bezüglich der Einreise von Erntehelfern aus dem Ausland. Wie sieht es dieses Jahr aus?
Zwar haben die Betriebe und die Erntehelferinnen und Erntehelfer mittlerweile Erfahrungen aus dem letzten Jahr gesammelt, doch trotzdem empfinden sie die Situation immer noch als sehr unsicher. "Die Corona-Lage ändert sich ständig. Mit den ganzen Lockerungen aktuell und dem neuen Virus aus Indien, weiß man ja nicht, wann die nächste Welle ausbricht", so Gerd Pleus vom Erdbeerhof in Delmenhorst. Er arbeitet mit Erntehelfern aus Polen. Einige seiner Erntehelfer sind wegen der Spargelernte seit April schon im Land, andere Helferinnen und Helfer sollen noch nachkommen.

Der Erdbeerhof Bruns zum Beispiel hat seinen Helfern aus Rumänien abgesagt, weil "die Corona-Lage schwierig und unübersichtlich ist", sagt Rainer Bruns. Seine Erntehelfer aus Rumänien mussten auch schon letztes Jahr zu Hause bleiben. "Der Aufwand war für mich zu groß. Die notwendigen Arbeiten wurden von Aushilfen, Schülern, Studenten und meiner Familie erledigt. Das war nicht immer einfach, aber wir haben es hingekriegt. Es ist eben für uns alle eine Herausforderung".

Eine Herausforderung, weil die Betriebe auf die Helfer angewiesen sind. "Ohne ausländische Erntehelfer müsste ich meinen Betrieb wahrscheinlich aufgeben, da es sich bei der körperlich anstrengenden Arbeit um reine Handarbeit handelt. In Deutschland sind Arbeitskräfte für die Ernte, die dann auch durchhalten, nur sehr schwer zu finden", so Hajo Kaemena. Auch für Anja Reiners von Erdbeerhof Nüstedt sind die Helfer unverzichtbar. "Wenn die Erdbeeren reif sind, müssen Erntehelfer vor Ort sein, sonst hat man ein ganzes Jahr umsonst gearbeitet."

Unsicherheiten gibt es aber auch bei den Erntehelfern, wenn es um die Ein- und Ausreise nach Deutschland geht. Im letzten Jahr sind einige wenige ihrer Erntehelfer gar nicht angereist, sagt Michaela Klaus vom Erdbeerhof in Hoppe. "Auch noch jetzt herrscht bei den Erntehelfern teilweise Unsicherheit, sodass wir immer mal wieder telefonieren und uns absprechen, welche Auflagen es in Deutschland einzuhalten gilt."
Welche Regelungen müssen denn die Erntehelfer bei der Einreise und dann vor Ort einhalten?
Im Moment können Erntehelfer problemlos einreisen, wenn sie einen negativen Corona-Test mitbringen. Vor Ort folgt dann ein zweiter Corona-PCR-Test. In der Zwischenzeit müssen sie sich in eine sogenannte Arbeitsquarantäne begeben.

Was die Hygieneschutzmaßnahmen auf dem Hof betrifft, haben die Höfe gemeinsam mit den Gesundheitsämtern zusammen Hygiene-Konzepte ausgearbeitet. Die Helferinnen und Helfer leben und arbeiten in kleinen Gruppen von vier Personen in der Nähe von und auf den Höfen. Auch das Pflücken auf dem Feld ist geregelt: Desinfizieren von Händen und Geräten, Mindestabstand auf den Feldern und Maskenpflicht auf dem Hof. Außerdem werden die Erntehelferinnen und Erntehelfer während ihres Aufenthalts zweimal wöchentlich auf Corona getestet. Während der gesamten Saison dürfen die Arbeitskräfte, die die Erdbeeren pflücken, keinen direkten Kontakt zu weiteren Arbeiterinnen und Arbeiter oder Kundinnen und Kunden auf dem Hof haben.

Autorin

  • Necla Süre Volontärin