Entscheidungshilfe: Bereitschaftsdienst oder Notaufnahme?

Wenn abends der Rücken streikt oder das Herz rast, wen rufen Sie dann an? Den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 oder den Notruf unter 112? Ein Überblick.

Aufschrift "Zentrale Notaufnahme - Zutritt nur nach Aufforderung" an einer Glastür

Die Notaufnahme im Klinikum Bremen-Nord ist chronisch überlastet. Der Grund: Hier landen auch viele Patienten, die eigentlich kein Notfall sind. Frank Wösten, Chefarzt der Notaufnahme, kann viele trotzdem nicht an ihre Hausärzte oder Spezialisten wie Orthopäden überweisen. Denn die sind in Bremen-Nord oft genug selbst überlastet.

Helfen könnte der ärztliche Bereitschaftsdienst. Der beginnt zwar erst, nachdem die normale Sprechstunde zu Ende ist. So kann er aber zumindest am Abend, in der Nacht, an Wochenenden und Feiertagen die Notaufnahme entlasten. Die Voraussetzung: Die Patienten müssen den Dienst auch kennen – und nutzen. Es gibt ihn als Telefonnummer und oft zusätzlich als eigenen Bereich im Krankenhaus.

Das ist ein Fall für die Notaufnahme oder den Notruf

112 ist die Nummer für den Rettungsdienst. Rufen Sie diesen an oder gehen Sie in die Notaufnahme eines Krankenhauses, wenn der Patient oder die Patientin...

  • bewusstlos ist oder kurz davor das Bewusstsein zu verlieren
  • Probleme hat, zu atmen oder starke Herzbeschwerden
  • stark blutet
  • sich vergiftet hat
  • einen Stromunfall hatte
  • akute anhaltende Krampfanfälle hat
  • versucht hat, sich zu töten
  • Komplikationen in der Schwangerschaft hat oder plötzlich die Geburt einsetzt
  • sehr große Schmerzen hat

Das ist ein Fall für den ärztlichen Bereitschaftsdienst

Bei allen nicht lebensbedrohlichen Krankheiten ist hingegen der ärztliche Bereitschaftsdienst zuständig. Dieser ist bundesweit erreichbar unter 116 117. Gebündelt an einem Standort, gibt es auch Anlaufstellen direkt im Krankenhaus. Grundsätzlich gilt: Wer mit seinem Anliegen zu regulären Sprechzeiten zu einem niedergelassenen Arzt gehen würde, ist beim ärztlichen Bereitschaftsdienst richtig. Er ist unter anderem zuständig, wenn der Patient oder die Patientin...

  • starke Bauchschmerzen oder Rückenschmerzen hat
  • unerwartet hohes Fieber
  • zwar nicht lebensbedrohlich krank ist, eine Behandlung aber auch nicht bis zum nächsten Tag warten kann
  • Sarah Kumpf

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 7. Januar 2018, 19:30 Uhr