"WhatsApp für Gangster": Bislang 19 Personen im Land Bremen verhaftet

Einsatzkräfte stehen an einem Einsatzort in Bremen.
Bild: DPA | Sina Schuldt
Bild: DPA | Sina Schuldt
  • Innenbehörde zieht Zwischenbilanz zu "Encrochat"-Ermittlungen
  • Ermittlungen gegen 37 Verdächtige in Bremen und Bremerhaven
  • Derzeit vier Prozesse am Landgericht Bremen

Die Innenbehörde in Bremen hat eine erste Zwischenbilanz zu den sogenannten "Encrochat"-Ermittlungen veröffentlicht. Der verschlüsselte Chatdienst wurde oft von Kriminellen genutzt. Der Polizei in den Niederlanden und Frankreich gelang es im Vorjahr, mehr als 20 Millionen geheimer Nachrichten abzuschöpfen, wie die europäische Justizbehörde Eurojust im Juli 2020 mitteilte. Auch die deutschen Behörden haben sich diese Daten angesehen – das Land Bremen war überproportional betroffen.

Die Staatsanwaltschaft Bremen hat gegen insgesamt 500 Nutzer des Chats Verfahren eingeleitet, um sie zu identifizieren. In Bremen und Bremerhaven gab es dann Ermittlungen gegen 37 Verdächtige. 19 Haftbefehle wurden vollstreckt und sogenannte "Vermögensarreste" in Höhe von 17 Millionen Euro verhängt. Zudem wurden bei mehreren Hausdurchsuchungen Drogen, Elefantenstoßzähne, Schusswaffen und Bargeld sichergestellt. Außerdem wurden Immobilien beschlagnahmt. Am Landgericht Bremen laufen im Zusammenhang mit "Encrochat" derzeit vier Prozesse. Das erste Urteil soll Ende nächster Woche fallen.

Erst in der vergangenen Woche hatte die Polizei bei einer Razzia mit Schwerpunkt in Dortmund mehrere Mitglieder der kriminellen Führungsebene des Miri-Clans festgenommen. Der libanesisch-stämmige Miri-Clan ist vor allem auch in Bremen vertreten. Auf die Spur der mutmaßlichen Kokain-Dealer kamen die Dortmunder Ermittler in diesem Fall durch die Entschlüsselung Zehntausender Chatnachrichten des Kurznachrichtendienstes "Encrochat".

Rückblick: Polizei zieht nach Clan-Razzia Bilanz mit bitterem Beigeschmack

Video vom 19. März 2021
Ein Tisch auf dem sich mehrere Waffen befinden, neben den Waffen stehen Schilder mit der Aufschrift "Nicht anfassen".
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 29. Juni 2021, 16 Uhr