Fragen & Antworten

Alles unter einem Dach: Bremens neue Kinderklinik in den Startlöchern

Das neue "Eltern-Kind-Zentrum Prof. Hess" – kurz Elki – wird eines der modernsten und größten Kinderkrankenhäuser Deutschlands. Was verbirgt sich im 70-Millionen-Euro-Bau?

Ein Mädchen sitzt im Krankenhausbett, ein Arzt sitzt neben ihr
Am 23. Februar beginnt der Einzug in das neue Klinikgebäude am Klinikum-Mitte. Bild: Gesundheit Nord | Kerstin Hase

In Bremens neuer Kinderklinik am Klinikum-Mitte steht alles für den Einzug bereit. Die Umzüge aus den verschiedenen Kliniken finden aus logistischen Gründen nur nach und nach statt. Voraussichtlich ab Mitte März werde es im Eltern-Kind-Zentrum Prof. Hess dann mit dem Klinikalltag losgehen, so die Prognose der Bremer Krankenhausgesellschaft Gesundheit Nord (Geno). Bis alle Kinder, Jugendlichen und Geräte im neuen Komplex des sogenannten Elki eingezogen sind, wird es allerdings noch Monate dauern. Die wichtigsten Fragen im Überblick.

Wie groß ist das Elki und welche Abteilungen befinden sich auf den einzelnen Etagen?
Die Grundfläche des Neubaus beträgt 4.500 Quadratmeter, die Brutto-Geschoss-Fläche aller vier Ebenen rund 20.000 Quadratmeter. Im Neubau befinden sich etwa 1.000 Räume und 170 Krankenbetten. Laut der Gesundheit Nord vereint das Elki alle Spezialdisziplinen, die in der Kinderheilkunde wichtig sind. Das sind zum Beispiel die Neuropädiatrie, Lungenmedizin, Onkologie, Gastroenterologie oder Rheumatologie. Auch eine Intensivstation und eine Intermediate Care-Station, eine Art Zwischenstufe zwischen Normal- und Intensivstation, gibt es in den neuen Komplex.
Das Eltern-Kind-Zentrum Prof. Hess am Klinikum Bremen-Mitte
Bild: Radio Bremen
Welche Vorteile ergeben sich durch den Standort am Klinikum Bremen-Mitte?
Alles unter einem Dach ist so etwas wie das neue Motto des Elki. "Die enge Zusammenarbeit unter den vielen Abteilungen gibt es ja bereits über viele Jahre, mit dem Unterschied, dass viele Bereiche bisher zwischen dem Klinikum Mitte und dem Klinikum Links der Weser aufgeteilt waren“, sagt Prof. Dr. Christian Lorenz, Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie am Klinikum Bremen-Mitte. Durch die räumliche Nähe zu den Abteilungen der Erwachsenenmedizin am Klinikum-Mitte werden auch im Elki entsprechende Disziplinen abgedeckt. Dazu zählt zum Beispiel der Bereich der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, die Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, die Dermatologie, Arbeitsfelder der Augenklinik sowie die plastische
Chirurgie und Gefäßchirurgie.
Wie laufen die Umzüge in die neue Kinderklinik ab?
Ab dem 23. Februar 2021 ziehen die Patientinnen und Patienten der Kinderklinik des Klinikums Links der Weser, der Prof. Hess Kinderklinik samt Kinderonkologie und pädiatrischer Intensivmedizin sowie der Klinik für Kinderchirurgie- und –urologie in das Elki um. Das erfordere einen enormen logistischen Aufwand, auf den sich die Teams der Kliniken jedoch sehr gut vorbereitet hätten, so Rolf Schlüter von der Geno. Jedes Kind erfordere im Prinzip eine eigene Umzugslogistik, so Schlüter. "In welchem Zustand ist das Kind? Wer begleitet es? Welche medizinischen Geräte müssen mitfahren? Wer nimmt das Kind am Elki entgegen und welche Geräte müssen dann schon aufgebaut im Patientenzimmer stehen?", sagt Schlüter. Im Idealfall sollen die jeweiligen Pflegerinnen und Pfleger die Kinder und Jugendlichen direkt begleiten, auch wenn dies laut Geno wohl nicht immer möglich sein werde.
Ziehen alle Kliniken gleichzeitig um?
Nein, die Umzüge wurden getrennt organisiert. Einerseits schließen die aktuellen Corona-Bestimmungen und Kontaktbeschränkungen so etwas wie ein großes Umzugsaufkommen ohnehin aus, andererseits wird so die uneingeschränkte Betreuung sichergestellt. "Es ist wichtig, dass es immer mindestens eine voll ausgestattete und voll funktionsfähige Klinik gibt, die im Notfall angefahren werden kann", sagt Schlüter.
Wie lange werden sich die Umzüge hinziehen und ab wann gibt es so etwas wie einen normalen Klinikalltag im Elki?
Die Geno rechnet damit, dass bis Mitte März in einzelnen Bereichen der Stationsbetrieb startet. Von so etwas wie einem Klinikalltag könne man allerdings erst ab Mitte April rechnen. "So richtig geht es aber natürlich erst los, wenn auch alle Bereiche eingezogen sind – hoffentlich ist das bis Ende des Jahres der Fall", sagt Schlüter.
Die Versorgung für Bremer Kinder und Jugendliche ist mit Eröffnung des Elki unter einem Dach geregelt. Welche Folgen hat das für die anderen Bremer Kliniken?
Was mit den frei werdenden Gebäudekomplexen der verschiedenen Kliniken im Detail passieren wird, steht noch nicht eindeutig fest. "Wir rechnen allerdings nicht damit, dass sie lange leer stehen werden", sagt Schlüter. Eins zu eins übernehmen können man aber zum Beispiel die Zimmer am Klinikum Links der Weser nicht: sie wurden für Kinder konzipiert und sind zu klein für erwachsene Patientinnen und Patienten. Einziehen könnte hier jedoch laut Geno eine Praxis für Elektrophysiologie oder ein Bereitschaftsdienst. Die Liste der Nutzungsanfragen für die Räume der Professor Hess Kinderklinik, ist laut Geno ebenfalls lang. Darunter sind ein Kindergarten und verschiedene Sozialprojekte.
Die Stationen des Elki füllen sich in den nächsten Wochen und Monaten mit Leben. Haben damit auch die Dauerbaustellen rund um das Klinikum-Mitte ein Ende?
Nein. Kleinere Arbeiten werden im Elki auch parallel zum Umzug weiterhin erledigt, auch andere Einrichtungen, wie ein Café stehen noch aus. Ein weiteres längerfristiges Projekt ist das Schaffen von Parkmöglichkeiten, die von Anwohnern und Klinikbesuchern gleichzeitig genutzt werden – allerdings zu unterschiedlichen Zeiten. "Es wird mit Sicherheit noch dauern, bis der gesamte Stadtteil keine Baustelle mehr ist", sagt Schlüter. Seine vorsichtige Prognose für ein Ende der Bauarbeiten: Das Jahr 2030.

Gesundheit Nord – wie geht es weiter?

Video vom 29. Januar 2021
Der Eingang vom Klinikum Bremen Mitte.
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Angela Weiß

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 16. Februar 2021, 19:30 Uhr