Infografik

Wer verdient wieviel? So viel Lohn gibt's durchschnittlich in Bremen

Bargeld in einem Briefumschlag.
Bild: Imago | imagebroker
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Die Löhne im Land Bremen sind durch Corona gesunken. Das zeigen Zahlen der Arbeitnehmerkammer. Am wenigsten Geld haben voriges Jahr die Beschäftigten im Gastgewerbe verdient.

Die Reallöhne in Bremen sind 2020 um durchschnittlich 1,1 Prozent gesunken. Das geht aus der neuen Ausgabe des Arbeitnehmerkammer-Magazins BAM hervor. Allerdings liegen die Einkommen der Beschäftigten im Land Bremen weiterhin über dem Bundesdurchschnitt. Im Ranking der Bundesländer liegt Bremen auf Rang sechs.

Bremen bei Löhnen im oberen Mittelfeld

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Tobias Peters, Referent für Wirtschafts- und Finanzpolitik bei der Arbeitnehmerkammer, weist mit Blick auf das eher klein erscheinende Minus von 1,1 Prozent bei den Bremer Einkommen darauf hin, dass der Wert die tatsächlichen Einkommensverluste Bremer Beschäftigter nur sehr bedingt ausdrücke. So sage die Zahl beispielsweise nichts über die Lohnausfälle aus, von denen viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer infolge von Kurzarbeit in der Pandemie betroffen gewesen seien.

Gastgewerbe zahlt am wenigsten

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Der durchschnittliche Lohn fällt in Bremen, je nach Branche, sehr unterschiedlich aus. Am unteren Ende der Skala rangierten 2020 der Einzelhandel, die Post- und Kurierdienste und die Leiharbeit sowie, deutlich abgeschlagen, das Gastgewerbe. Hier haben Vollzeitbeschäftigte im Durchschnitt lediglich 1.912 Euro brutto pro Monat verdient, Sonderzahlungen eingerechnet. Nicht berücksichtigt sei dabei allerdings das statistisch kaum zu erfassende Trinkgeld, sagt Arbeitnehmerkammer-Referent Tobias Peters.

Deutlich weniger Geld für Frauen als für Männer

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Der durchschnittliche Stundenlohn von Frauen lag 2020 im Land Bremen bei 22,74 Euro inklusive Sonderzahlungen. Das sind rund 19 Prozent weniger als Bremens Männer im Durchschnitt je Stunde erhielten.

In der Finanz- und Versicherungsbranche ist der Unterschied besonders groß. Aber auch bei freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen sowie im Gesundheits- und Sozialwesen klafft eine große Lücke.


Ursächlich für die Unterschiede bei der Bezahlung sei beispielsweise, dass Frauen oft in Branchen arbeiteten, in denen die Löhne niedrige seien, sagt Peters. Auch arbeiteten Frauen seltener in Führungspositionen als Männer und seien häufig in Teilzeit beschäftigt. Ein Teil des Verdienstunterschieds sei aber mit keinem dieser strukturellen Faktoren zu begründen. "Der Verdienstunterschied ist dann ausschließlich auf das Geschlecht zurückzuführen", so Peters.

Gerechte Löhne? Lohnschere in Bremen geht weit auseinander

Video vom 5. Oktober 2020
Eine Frau sitzt in einem Büro am Schreibtisch.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Alexander Schnackenburg Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 29. Juni 2021, 23:30 Uhr