Interview

Einkaufen unter Corona-Auflagen: Bremer Supermarkt-Chef gibt Tipps

Warteschlangen vor der Tür, ausgelasteter Lieferdienst, nur wenige Kunden dürfen in den Laden: Die Corona-Pandemie ist eine Herausforderung für Ladeninhaber und Kunden.

Video vom 1. Dezember 2020
Der Geschäftsführer Cornelius Strangemann mit Mundschutzmaske im Supermarkt.
Bild: Radio Bremen

Die Corona-Pandemie verändert vieles – auch unser Einkaufsverhalten. Die Lieferangebote boomen, Supermärkte dürfen nicht mehr so viele Kunden reinlassen und die Menschen fragen sich, ob sie Vorräte anlegen müssen. Ab Dienstag dürfen Geschäfte ab der Grenze von 800 Quadratmetern Verkaufsfläche nur noch einen Kunden je 20 Quadratmeter reinlassen, darunter müssen es zehn Quadratmeter pro Kunde sein. Eine Herausforderung für alle Beteiligten. Der Geschäftsführer des Lestra Supermarktes in Bremen-Horn, Cornelius Strangemann, gibt Tipps, wie Kunden die Regeln am besten einhalten können.

Herr Strangemann, spüren Sie, dass sich das Einkaufsverhalten Ihrer Kunden in der Corona-Pandemie verändert?
Auf jeden Fall. Die Leute kaufen seltener ein, dafür nehmen sie mehr mit. Unser Bestellservice ist so stark ausgelastet, dass wir mittlerweile nur noch Risikopatienten beliefern. Die Kunden achten dabei mehr auf Qualität. Bei uns werden seit Ausbruch der Pandemie mehr frische Produkte und weniger abgepackte gekauft.
Heißt das, dass Ihr Umsatz in der Coronakrise gestiegen ist?
Seitdem die Restaurants geschlossen sind und die Leute nicht mehr essen gehen können, ist das so. Ansonsten findet eine Verschiebung statt: Die Leute kaufen von einigen Dingen mehr oder geben mehr Geld für sie aus, von anderen Dingen kaufen sie dafür weniger. Allgemein verkaufen wir mehr frische Ware, dafür aber weniger abgepackte. Es ist also nicht so, dass die Menschen in allen Bereichen mehr ausgeben.
Dabei gab es doch zu Anfang der Pandemie die Berichte von Hamsterkäufen.
Das hatte sich bei uns zumindest aber auch schnell wieder erledigt. Ich weiß nicht, ob die Vorratsregale dann überall gefüllt waren, oder ob die Menschen gemerkt haben, dass das nicht nötig ist. Jedenfalls war das ab dem Sommer kein Thema mehr.
Mit Blick auf die Weihnachtstage müssten Sie den Leuten eigentlich zu Hamsterkäufen raten, oder?
Das ist schon eine schwierige Ausgangslage. Wir haben ja dreieinhalb Tage geschlossen. Von daher würde ich schon dazu raten, haltbare Ware so einzukaufen, dass sie bis in den Januar reicht. Das hat aber nichts mit hamstern zu tun, sondern mit vorausschauendem Pandemie-gerechtem Verhalten.
Was können Sie den Menschen für den bevorstehenden Weihnachtstrubel noch mit auf den Weg geben?
Den Wochenendeinkauf wenn möglich schon am Mittwoch erledigen. Möglichst allein kommen. Und so selten wie möglich so viel wie möglich kaufen.

Das Gespräch führte Milan Jaeger.

Video vom 27. November 2020
Viele Menschen vor dem Eingang zur Waterfront.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 1. Dezember 2020, 19:30 Uhr