Infografik

Drogenhandel im Hafen: Das sind 3 der größten Fälle in Bremerhaven

Die Polizei ermittelt aktuell gegen vier Hafenarbeiter aus Bremerhaven, die Drogen im großen Stil geschmuggelt haben sollen. Das ist nicht der erste Fall.

Containerhafen in Bremerhaven.
Im Hafen in Bremerhaven sind die Drogenfahnder schon häufiger fündig geworden. Bild: DPA | Ulrich Baumgarten

Immer wieder meldet die Polizei Fälle von Drogenschmuggel im Bremerhavener Hafen. In der vergangenen Woche hat sie vier mutmaßliche Drogenschmuggler festgenommen. Das ist aber nicht der erste Fall von Drogenhandel im Hafen.

1 Der aktuelle Fall

Die Hafenarbeiter sollen Drogen in großem Stil geschmuggelt haben. Um welche Menge und welche Art von Drogen es sich handelt, wollen Polizei und Staatsanwaltschaft derzeit nicht sagen. Auch zu den Verdächtigen gibt es keine weiteren Informationen. Bestätigt ist bisher nur, dass es Wohnungsdurchsuchungen in Bremerhaven, Bremen und der Gemeinde Wurster Nordseeküste gegeben hat.

So wird Kokain in den Hafen geschmuggelt

Illegales Schmuggeln von großen Mengen Kokain im Hafen von Bremerhaven
Bild: Radio Bremen/OpenStreetMap

2 Der größte Drogenfund

Kokainpakete zwischen Rigipsplatten
Die Schmuggler hatten das Kokain zwischen Rigipsplatten versteckt. Bild: Spanisches Innenministerium, Zoll

Exakt 1.109 Kilogramm reines Kokain fanden die Drogenfahnder des Zolls 2017. Die Ware war in 935 Paketen in einem ausgesägten Stapel Rigipsplatten versteckt, der sich wiederum im untersten von acht Containern auf einem Frachter befand. Das Schiff kam aus Kolumbien und hatte eigentlich Spanien als Ziel. Die Route führte aber zunächst über Bremerhaven, wo der Zoll die Schmuggelware entdeckte.

3 Eine der größten Kokain-Organisationen in Deutschland

Seit 2014 ermittelte die Polizei gegen Muhiddin B., in Bremerhaven bekannt als "Der Schneider", da er lange eine Schneiderei betrieben hatte. Im vergangenen Jahr wurde er zu einer Gefängnisstrafe von neun Jahren verurteilt. Zwei Mittäter erhielten Haftstrafen von sieben und fünfeinhalb Jahren.

Die Anklage war davon ausgegangen, dass die Männer insgesamt 779 Kilogramm Kokain in mehreren Ladungen in die Stadt eingeführt haben. Das Rauschgift kam laut Anklage aus Südamerika und war in Containern versteckt – entweder in Taschen im Inneren oder verborgen im Kühlaggregat. Außerdem sollen die Männer auch mit Kokain gehandelt haben. Der Chef der Hamburger Zollfahnung, René Matschke, bezeichnete die Gruppe damals als "eine der größten Kokain-Organisationen in Deutschland".

Autorin

  • Sonja Harbers

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 7. November 2019, 23:30 Uhr