5 Tipps für Bremer Schüler, damit der Distanzunterricht gelingt

Derzeit lernen Bremens Schülerinnen und Schüler Mathe, Englisch und Co. auch von zu Hause aus. Bildungsexperten geben 5 Tipps, wie dies am besten klappt.

Eine Schülerin beim Homeschooling mit dem Laptop (Symbolbild)
Eine Schülerin beim Homeschooling: Ein paar Regeln helfen, es für alle einfacher zu machen. (Symbolbild) Bild: DPA | Jochen Tack

1 Ruhe und Ordnung am Arbeitsplatz

"Ordnung ist das halbe Leben", heißt es in einem Sprichwort. Und das gilt auch für Bremer Schüler, von denen jetzt viele während der ersten Hälfte des Tages zu Hause jene Aufgaben lösen müssen, die sie sonst im Klassenraum bearbeiten würden. Damit dies gelingt, empfehlen Experten sich zu Hause einen Lernort einzurichten, der Ruhe und Konzentration ermöglicht. Dabei sind Fernseher und Daddeln auf dem Smartphone tabu. "Wenn eine Unterrichtsstunde online stattfindet, müssen Arbeit und Privates für eine dreiviertel Stunde getrennt werden", sagt der Bremer GEW-Vorstand und Lehrer Jan-Eric Ströh. Wichtig sei auch, dass Schüler Arbeitsmaterialien wie Stifte, Papier, Taschenrechner oder Aufgabenhefte vor Stundenbeginn griffbereit vor sich liegen haben.

2 Wochen- und Tagespläne im Blick behalten

Stundenpläne sind im Distanzunterricht genauso wichtig wie in normalen Zeiten – auch ohne Schulgong und Anwesenheit im Klassenzimmer. Schüler sollten daher die von den Lehrkräften zur Verfügung gestellten Wochen- und Tagespläne möglichst frühzeitig herunterladen. Dabei gehe es nicht allein darum, keine Unterrichtseinheit zu verpassen oder sich über Änderungen des Wochenplans zu informieren, sagt GEW-Vorstand Ströh. "Die Schüler sollten sich auch deshalb einen Überblick über die Woche verschaffen, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, was anfällt und wie das priorisiert werden kann." Den Unterrichtsstoff geplant und in Häppchen über die Woche zu verteilen, rät auch André Sebastiani, Mediendidaktiker im Zentrum für Medien bei der Senatorin für Bildung. "Wichtig ist, dass man nicht an einem Tag Mathe komplett macht und am nächsten Tag dann Deutsch", sagt er. Denn gerade da, wo etwas eingeübt werden solle, müsse der Stoff regelmäßig wiederholt werden. Da könnten auch Kalender-Apps helfen, in denen sich die Schüler Lerneinheiten über die Woche eintragen und dann vom Gerät entsprechend erinnert werden.

3 Tablets und Lern-Apps nutzen

Viele Bremer Kinder und Jugendliche haben bereits seit Dezember ein iPad zu Hause oder können dies von der Schule auf Wunsch bekommen. Die Tablets sollen den Unterricht ergänzen – und beim Distanzunterricht helfen. Sie funktionieren im Zusammenspiel mit der in Bremen 2015 eingeführten Lernplattform "itslearning", wo Schüler und Lehrer Unterrichtsmaterial digital austauchen können. Außerdem sind zahlreiche Lern-Apps auf den Geräten installiert. Mit ihnen Vokabeln zu lernen und Matheaufgaben zu lösen, hat für Schüler mehrere Vorteile. So bekommen sie direkt positives Feedback, wenn Antworten oder Lösungswege korrekt sind – ohne dass jedes Mal die Lehrer per Chat oder E-Mail gefragt werden müssen. Darüber hinaus ist so eher sichergestellt, dass Schüler ehrlich zu sich selbst sind und Aufgaben selbst lösen, anstatt sich Antworten aus dem Netz zu kopieren oder bei Mitschülern abzuschreiben.

4 Lerntandems: Freundin, Opa oder Tante einbinden

Wenn die nächste Präsenzunterricht-Phase noch nicht in Sicht ist und auch die besten Lern-Apps an Grenzen stoßen, müssen Schüler manchmal andere Wege finden, um ein Thema wirklich zu verstehen. Andere Menschen zu fragen, ist dann oft eine gute Entscheidung. "Je jünger die Schüler sind, desto wichtiger ist auch, dass jemand in der Nähe ist, den sie etwas fragen können", sagt Medienpädagoge Sebastiani, der selbst drei Kinder hat.

Für ältere und selbständigere Kinder, für die Video-Calls auf dem Smartphone und Chats keine Herausforderung mehr sind, bieten sich, neben dem Austausch mit Lehrkräften, vor allem Lerntandems an. "Sich virtuell regelmäßig mit anderen Schülern zu treffen und sich über Aufgaben auszutauschen, kann sehr hilfreich sein", sagt GEW-Vorstand Ströh. Auch der soziale Austausch sollte dabei nicht unterschätzt werden. Wenn die Familie mitspiele, könnten darüber hinaus auch mal Verwandte eingebunden werden, um am Telefon oder im Video-Call Lernstoff abzufragen.

5 Netiquette: Auf andere Acht geben

"Grundschule: Alle Bildschirme und Mikrofone an. Achte Klasse: Alle Bildschirme und Mikrofone aus." So beschreibt Mediendidaktiker Sebastiani die Praxis des Distanzunterrichts an Bremer Schulen. Wie sich Schüler in einer virtuellen Unterrichtsstunde verhalten sollten, mag er zwar niemandem vorgeben. Einige Empfehlungen gibt er jedoch.

Wer das Videobild einschalte, verbrauche deutlich mehr Bandbreite und Strom. Dass sei ein Argument, zumindest nicht dauerhaft den Videomodus zu nutzen. Und Mikrofone sollten ebenfalls ausgeschaltet bleiben, solange die Schüler selbst nicht sprechen. Schüler sollten Sebastiani zufolge allerdings auch bedenken, wie eine ausgeschaltete Kamera und ein abgeschaltetes Mikrofon auf die Anderen wirkten. "Das ist für Lehrkräfte nicht schön, wenn sie das Gefühl haben, ins Nichts zu sprechen." Sein Rat: Wer selbst spricht oder angesprochen wird, schaltet Kamera und Mikrofon an.

Digitales Lernen: Darum läuft in Bremen vieles besser als anderswo

Video vom 18. Januar 2021
Schüler sitzen nebeneinander im Klassenzimmer und lernen am Tablet.
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Kristian Klooß Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 6. Februar 2021, 19:30 Uhr