7 dramatische Seenot-Fälle 2019 mit glücklichem Ausgang

Die Seenotretter hatten im letzten Jahr viel zu tun. Sie halfen 3.400 Menschen, darunter einem gekenterten Alt-Bundespräsidenten und einem 80-jährigen Surfer.

Ein Seenotrettungskreuzer mit ausgesetztem Tochterboot auf dem Meer.
Mit dem Seenotrettungskreuzer Bernhard Gruben, hier mit ausgesetztem Tochterboot Johann Fidi, war die DGzRS auch 2019 im Einsatz. Bild: DGzRS

Am Dienstag hat die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ihre Jahrebilanz für 2019 vorgelegt. "Es war eigentlich alles dabei, was man sich an Notfällen auf See vorstellen kann", sagt Christian Stipeldey, Sprecher der DGzRS in Bremen. Diese Einsätze waren besonders dramatisch, hatten aber einen glücklichen Ausgang.

1 19. Juni: Zwei Kinder und drei erwachsene Schwimmer von Strömung abgetrieben

Pressesprecher der DGzRS Christian Stipeldey
DGzRS-Sprecher Christian Stipeldey und seine Kollegen hatten auch 2019 alle Hände voll zu tun. Bild: Radio Bremen

Mit einem Badetier trieben zwei vierjährige Mädchen vor der Küste des Wangerlandes ab. Ihre Väter und eine Rettungsschwimmerin schwammen den Kindern hinterher, starker Tidenstrom drohte jedoch eine Rückkehr zum Strand aus eigener Kraft unmöglich zu machen. Noch während sich ein Seenotrettungskreuzer auf dem Weg zur Unglücksstelle befand, rettete die Besatzung einer Segelyacht die Mädchen etwa einen Kilometer vor dem Strand. Die drei erschöpften Erwachsenen konnten von den Seenotrettern an Bord genommen werden.

2 26. Juli: Seenotretter für gekenterten Bundespräsidenten a.D. im Einsatz

Auf dem Saaler Bodden, einem Arm der Ostsee, kenterte am 26. Juli Joachim Gauck mit einem kleinen Segelboot. Beobachter an Land meldeten das Unglück an die Seenotleitung Bremen, die ein Rettungsboot alarmierte. Unversehrt und wohlauf konnte der ehemalige Bundespräsident schließlich aus dem Flachwasser geholt werden. Wie seine Vorgänger war Gauck zu seiner Amtszeit Schirmherr der DGzRS.

3 30. Juli: 80-jähriger Surfer aus Seenot gerettet

Ein Seenotrettungsboot auf dem Meer.
Das Seenotrettungsboot Secretarius rettete Ende Juli einen Surfer von einer Sandbank. Bild: DGzRS | Frank Kahl

Dass auf See auch kleine Probleme zu großen Gefahren werden können, bekam ein erfahrener Wassersportler zwischen Baltrum und Langeoog am eigenen Leib  zu spüren. Er verunglückte etwa zwei Kilometer vor Langeoog und verlor Brett und Segel. Mit dem eigenen Mobiltelefon konnte der 80-jährige Oldenburger die DGzRS von einer Sandbank aus alarmieren, war anschließend jedoch nicht mehr erreichbar. Nach komplizierter Suche wurde der erschöpfte und unterkühlte Mann schließlich entdeckt. Ohne Handy wäre die Situation lebensgefährlich geworden.

4 6. September: Zwei Segler aus misslicher Lage befreit

Bei starkem Seegang erlitt die Segelyacht zweier Männer bei Rügen einen Wassereinbruch. Gleichzeitig verletzte sich einer der Männer im Gesicht und blutete stark. Per Funk oder Handy gelang den Rettern keine stabile Kommunikation mit den Havaristen, auch die genaue Position blieb unklar. Von der Seenotküstenfunkstelle in Bremen wurde mit dem Signal "Mayday Relay" die gesamte Schifffahrt in der Gegend aufmerksam gemacht. Schließlich konnte sich ein Arzt von einem Hubschrauber zu dem Schwerverletzten abseilen. Ein herbeigeeilter Rettungskreuzer übernahm die Bergung.

5 12. September: Abgetriebener und völlig entkräfteter Surfer in Sicherheit gebracht

Retter konnten vor Norddeich einen abgetriebener Surfer in Sicherheit bringen, der es nicht mehr aus eigener Kraft ans Ufer schaffte. Die Surfschule und eine Fähre hatten den Mann auf einem Steindamm nahe der Fahrrinne entdeckt und den Notruf gewählt. Der am Fuß verletzte Mann war bereits seit zwei Stunden auf dem Wasser und immer weiter abgetrieben. Unterkühlt und unter Schock stehend konnte er schließlich mit einer Leine an Bord eines Rettungsbootes gelangen.

6 15. Oktober: Vier junge Wattwanderinnen sicher an Land gebracht

Das Wasser der einsetzenden Flut versperrte vier Jugendlichen auf Wattwanderung in der Wesermarsch den Rückweg an Land. Die 14 bis 17 Jahre alten Urlauberinnen waren am Vormittag bei gutem Wetter aufgebrochen. Auf dem Rückweg hatte sich ein Priel bereits soweit gefüllt, dass das 100 Meter entfernte Ufer nicht mehr zu erreichen war. Kurz darauf waren die Mädchen vom Wasser eingeschlossen. Sichtlich geschockt konnten sie von einem alarmierten Seenotrettungsbot aufgenommen und an Land dem Rettungsdienst übergeben werden.

7 1. November: Vierköpfige Familie aus Lebensgefahr befreit

In Lebensgefahr befanden sich vier Personen vor dem Cuxhavener Amerikahafen. In starker Strömung waren am Boot der Familie Motorprobleme aufgetreten. Daraufhin setzte der achtjährige Sohn per Handy einen Notruf ab. Die Seenotretter fanden das acht Meter lange Motorboot vor Anker, in größter Gefahr zu kentern. Neben dem Skipper und seinem Sohn befanden sich unter Deck auch die Mutter mit einem sechsmonatigen Säugling. Beim Abschleppmanöver sackte der Vater zusammen, die Familie wurde an Land vom Rettungsdienst übernommen.

Autor

  • Joschka Schmitt

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Mittag,14. Januar 2020, 12 Uhr