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Deutscher Bauerntag: Das fordern 3 Landwirte aus dem Kreis Cuxhaven

Ein Traktor fährt über ein Feld.
Bild: Imago | Martin Wagner
Bild: Imago | Martin Wagner

Zum Deutschen Bauerntag erzählen ein Landwirt und seine Kolleginnen, warum der Beruf immer unattraktiver wird und welche Forderungen sie an die Politik haben.

An diesem Mittwoch und Donnerstag findet wieder der alljährliche Deutsche Bauerntag des Deutschen Bauernverbandes statt, bei dem es um Zukunftsfragen geht. Schon heute gibt es immer weniger und dafür größere Bauernhöfe. Aber die Arbeit auf den Höfen wird sich noch weiter verändern, etwa durch Digitalisierung und den Klimawandel. Doch wie stellen sich Landwirte ihre Zukunft vor und welche Forderungen haben sie? Zwei Landwirtinnen und ein Landwirt bringen auf den Punkt, was sie bewegt.

1 Planungssicherheit

Ein Mann steht in einem Kuhstall.
Cord Hollenberg hält knapp 500 Kühe. Bild: Radio Bremen | Carolin Henkenberens

"Die Politik ist am unberechenbarsten", sagt Cord Hollenberg aus Dorfhagen (Landkreis Cuxhaven). "Wir haben täglich mit neuen Wünschen und Vorstellungen zu tun, das ist zermürbend", sagt er. Immer wieder gebe es neue Verordnungen, auf die er reagieren müsse. An seiner alten Hofstätte, die sein Großvater 1930 gekauft hatte, konnte er die aktuellesten Vorgaben nicht mehr umsetzen, deshalb hat er sich entschieden, seinen Hof mit mittlerweile 500 Kühen komplett umzusiedeln und neu aufzubauen. Insgesamt fünf Millionen Euro habe er in den vergangenen Jahren investiert, sagt er. Auch die Biogasanlage schräg gegenüber seines Stalles ist neu, um die Dünge-Vorgaben einzuhalten. "Außerdem dokumentieren wir uns mittlerweile die Finger wund, das hält uns von den wesentlichen Aufgaben ab." Er wünscht sich mehr Verlässlichkeit und Planungssicherheit für seine Branche, um nicht immer neu investieren zu müssen.

2 Faire Preise

Eine Frau guckt in die Kamera. Im Hintergrund ist eine Kuh zu erkennen.
Hannelore Blanken lebt in Loxstedt auf einem kleinen Biohof. Bild: Radio Bremen | Carolin Henkenberens

Das größte Problem in der Landwirtschaft seien die geringen Preise, sagt Hannelore Blanken, die mit ihrem Mann Jan-Christof mitten in Loxstedt im Landkreis Cuxhaven einen Biohof mit 42 Milchkühen und kleiner Schulobst-Produktion betreibt. Eine große Folge: Die Höfe würden viel zu viel produzieren. Das belaste die Umwelt. Sie wünscht sich deshalb faire Preise und ein größeres Mitspracherecht der Landwirte. Die Milchpreise etwa seien gering und hätten sich nicht geändert, obwohl die Haltung der Tiere teurer werde. "Wir müssen einfach weniger produzieren und dafür gerechter bezahlt werden. Das wäre so mein Anliegen, dass wirklich Gespräche auf Augenhöhe stattfinden."

Milchpreise zwischen März 2019 und März 2021

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3 Förderung kleinerer Betriebe

Zwei Frauen sitzen auf einer Bank und streicheln einen Hund.
Judith Hillmann (rechts) führt den Hof ihrer Eltern weiter. Bild: Radio Bremen | Carolin Henkenberens

"Die kleinen Betriebe müssen mehr gefördert werden", findet Hannelore Blankens Tochter Judith Hillmann. Sie übernimmt den Hof ihrer Eltern mit ihrem Mann. Damit sich der Betrieb rentiert, betreiben sie zusätzlich ein Lohnunternehmen. Fördergelder müssten mehr an die Umweltschutzmaßnahmen an sich und nicht an die Fläche gekoppelt werden, fordert sie. Sonst würden die Betriebe immer weiter wachsen, was wiederum eine Überproduktion und geringe Preise zur Folge hätte.

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Autorinnen

  • Carolin Henkenberens Redakteurin und Autorin
  • Sonja Harbers Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Vormittag, 23. Juni 2021, 11:40 Uhr