Bremer Krankenhausverbund Geno erwartet offenbar Rekord-Defizit

  • "Weser-Kurier": Geno-Führung rechnet mit Minus von 17,7 Millionen Euro
  • Höchstes Minus seit dem Keimskandal am Klinikum Bremen-Mitte droht
  • Hauptgrund sei Personalmangel in der Pflege
Eine OP-Schwester greift nach einer Zange.
Das Defizit der kommunalen Krankenhäuser in Bremen wird offenbar immer größer. Bild: DPA | Daniel Reinhardt

Die wirtschaftlichen Probleme der kommunalen Krankenhäuser von Gesundheit Nord (Geno) werden offenbar immer größer. Der "Weser-Kurier" berichtet, dass die Unternehmensführung für dieses Jahr mittlerweile von einem Minus von 17,7 Millionen Euro ausgeht. Es wäre das höchste Defizit seit dem Keimskandal am Klinikum Bremen-Mitte.

Ursprünglich war mit einem deutlich kleinerem Verlust von 5,5 Millionen Euro gerechnet worden. Erst im Juni hatte die Zeitung berichtet, dass sich das Minus für das laufende Jahr bereits auf 7,9 Millionen Euro belaufe.

Rund 40 unbesetzte Vollzeit-Pflegestellen

Die Zeitung zitiert aus internen Berichten, wonach die Einnahmen der Geno-Häuser vor allem wegen fehlendem Pflegepersonal eingebrochen sind. Insgesamt seien derzeit rund 40 Vollzeit-Pflegestellen unbesetzt. Zudem falle das vorhandene Personal immer häufiger aus. Vor dem Hintergrund hoher Arbeitsbelastung seien manche Beschäftigte nicht mehr im gleichen Maß wie frühere Generationen willens, an ihre Grenzen zu gehen, sagte eine Geno-Sprecherin dem "Weser-Kurier".

Laut "Weser-Kurier" arbeitet die Geno-Führung im Moment an einem Zukunftskonzept. Im Dezember solle es dem Aufsichtsrat vorgelegt werden.

Viel Gutes, aber auch Schlechtes: Die Geno-Kliniken in Bremen

Reporter Christian Dohle und Susanne Hausmann diskutieren in einem Bremer Krankenhaus.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 6. September 2019, 23:30 Uhr