Bremische Bürgerschaft debattiert über Schokoladen-Standort

  • Der dänische Käufer des Bremer Unternehmens Hachez will die Produktion nach Polen verlagern
  • Ob Bremen das hätte verhindern können, war heute Thema im Parlament
  • Die Opposition sagt, die Wirtschaftspolitik habe versagt

Bürgerschaft debattiert Hachez-Weggang

Ein Fahnenmast mit einer Fahne, auf der das Logo von Hachez zu sehen ist.

Coca Cola, Kelloggs, Becks: Bei vielen lange in Bremen ansässigen Unternehmen hat es in den vergangenen Jahren Veränderungen gegeben. Weil sie den Eigentümer gewechselt haben, weil Teile des Unternehmens aus Bremen verlagert wurden.

Jüngstes Beispiel ist nun Hachez – ein Bremer Traditionsunternehmen, das vor einigen Jahren an den dänischen Süßwarenkonzern Toms verkauft wurde. Und der will jetzt die Produktion der Bremer Schokolade nach Polen verlagern. Hätte Bremen das verhindern können, hat die Wirtschaftspolitik versagt? Darüber hat die Bremische Bürgerschaft debattiert.

Opposition kritisiert Wirtschaftspolitik

Seit 2016 sind nach Angaben von Linken-Fraktionschefin Kristina Vogt 1.500 Arbeitsplätze in der Nahrungs- und Genussmittelbranche in Bremen und Bremerhaven verloren gegangen. Das sei fatal, sagt Vogt.

Widmet die Wirtschaftspolitik im Land Bremen dem genug Aufmerksamkeit? Wir sind der Meinung: Nein, sie lassen einfach eine ganze Branche kalt verhungern.

Kristina Vogt, Fraktionschefin Die Linke

Der grüne Abgeordnete Robert Bücking forderte, Bremen müsse sich mehr um kleine mittelständische Firmen kümmern. Im Fall Hachez hätte vielleicht eine aktivere Wirtschaftspolitik geholfen, so der CDU-Wirtschaftspolitiker Kastendiek. Für ihn aber ist das Problem grundsätzlich: Es gebe zu wenig Gewerbeflächen und das Image Bremens sei schlecht. Die Politik müsse wirtschaftsfreundlicher werden.

Wir bemühen uns um jeden Unternehmer und jede Unternehmerin in Bremen und wir führen eine Vielzahl von Gesprächen – auch mit Konzernzentralen. Aber diese Entscheidungen werden meistens nicht in Deutschland getroffen und hängen von vielen anderen Faktoren ab.

Ekkehart Siering, Bremer Staatsrat und Vertreter des Wirtschaftssenators

Da Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) krank ist, wies Staatsrat Ekkehart Siering die Vorwürfe an seiner Stelle zurück. Der Vorwurf der Wirtschaftssenator hätte keinen Plan sei schlicht falsch, so Siering.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 14. März 2018, 17 Uhr