2017 – die wichtigsten Ereignisse des Jahres

Wann war das noch mal? Das Jahr 2017 ist fast vorbei – in Bremen und Bremerhaven ist eine Menge passiert. Die wichtigsten Ereignisse des Jahres im Überblick.

Bremer Stadtmusikanten
2017 – das war los in Bremen und Bremerhaven. Bild: Imago | Frank Sorge

1 Skandal um Bremerhavener Bürgerschaftsabgeordneten Öztürk

Patrick Öztürk und Anwalt Temba Hoch vor dem Untersuchungsausschuss in der Bremischen Bürgerschaft
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den ehemaligen SPD-Politiker.

Der Bremerhavener Bürgerschaftsabgeordnete Patrick Öztürk (ehemals SPD) geriet Anfang des Jahres immer stärker in die Kritik. Ein Sozialverein, in dem er mit seinem Vater den Vorstand stellt, soll EU-Zuwanderern mit fingierten Arbeitsverträgen dabei geholfen haben, Sozialleistungen zu erschleichen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb wegen Beihilfe zu gewerbsmäßigem Betrug. Später wurde Vater und Sohn auch vorgeworfen, EU-Zuwanderer genötigt zu haben, bei den Kommunalwahlen für Öztürk zu stimmen.

2 Fischtown Pinguins erreichen Playoffs

Fischtown Spieler
Die Fischtown Pinguins haben Geschichte 2017 geschrieben. Bild: Imago | GEPA Pictures

Die Fischtown Pinguins entpuppten sich als das Überraschungsteam der Deutschen Eishockey Liga in der Saison 2016/2017. Im März zogen die Bremerhavener in die Playoffs um die Deutsche Meisterschaft ein – als erster Aufsteiger überhaupt. Sie gelangten bis ins Viertelfinale, wo sie sich dann dem Titelverteidiger EHC München geschlagen geben mussten.

3 Überlastete Ämter

Eine lange Schlange von Menschen mit Kinderwagen vor der Elterngeldstelle.
Monatelang warteten Bremer in diesem Jahr auf das Elterngeld.

Ob Elterngeld oder Steuererklärung – die Bremer brauchten auch in diesem Jahr wieder viel Geduld, wenn sie bei Behörden ihre Anliegen vortrugen. Die Bremer Finanzämter brauchen so lange wie in kaum einem anderen Bundesland, um Steuererklärungen zu bearbeiten. Auch auf das Elterngeld mussten junge Familien Anfang des Jahres monatelang warten. Inzwischen ist zumindest dieser Engpass behoben.

4 Platzmangel in Kitas

Kinder in einer Kindertagesstätte
Es ist kein Platz mehr da – Container werden zu Kitas umfunktioniert. Bild: Importer

Um die Engpässe in der Betreuung der Krippen- und Kindergartenkinder Bremens zu beheben, setzte Bremen in diesem Jahr auf eine ungewöhnliche Maßnahme: Mobile Kitas in Container-Bauten. Rund 1.200 Container wurden aufgestellt, insgesamt 1.800 neue Plätze in Containern und normalen Kita-Bauten geschaffen. Das war auch dringend nötig, denn Ende 2016 standen mehr als 1.700 Kinder auf den Wartelisten der Kitas – die meisten von ihnen hatten einen Rechtsanspruch auf Betreuung.

5 Absurditäten auf der Stephanibrücke

Die Bremer Stephanibrücke von der Seite mit einem Radfahrer und Autos die sie befahren.
Die Brücke ist marode – das wurde 2017 deutlich.

Die Sicherheitsmaßnahmen für die marode Stephanibrücke über die Weser haben Bremer Behörden Schlagzeilen, Spott und Kopfschütteln eingebracht. Wegen statischer Bedenken wurde der Rad- und Gehweg des 50 Jahre alten Bauwerks mit einem Sperrzaun verkleinert, rund 100.000 Fahrzeuge dürfen aber weiterhin täglich auf sechs Spuren über die Weser fahren. Der NDR hatte darüber in der Fernsehsendung "extra 3" unter dem Titel "Realer Irrsinn" berichtet und darauf hingewiesen, dass der etwa acht Tonnen schwere Sperrzaun auf dem Geh- und Radweg die Brücke letztlich nur noch schwerer mache.

6 Neue Pläne für Bremen

Die Sögestraße mit Karstadt Sport in der Bremer Innenstadt.
Die Pläne für die Umgestaltung der Bremer Innenstadt wurden konkreter.

2017 wurden die Pläne für die Zukunft der Bremer Innenstadt konkreter. Bauunternehmer Kurt Zech will Teile der Innenstadt umgestalten: Das Parkhaus Mitte und der Karstadt-Sport-Komplex sollen abgerissen werden. Zech plant eine "City Galerie Bremen". Auch über die Zukunft der Galopprennbahn wurde diskutiert. 1.000 Wohnungen sollen in der Vahr entstehen, dafür wurde der Pachtvertrag mit der Betreiberfirma des Golfplatzes von der Stadt zu 2020 vorzeitig aufgelöst – für vier Millionen Euro.

7 Sommer & Herbst – kühl und nass

Der Regen lässt das Pflaster an der Martinistraße glänzen.
So sahen der Bremer Sommer und Herbst 2017 an den meisten Tagen aus – kalt und nass.

Sonnenschein und Sommerhitze? Nicht in Bremen. 2017 gab es mit dem 22. Juni nur einen einzigen heißen Tag mit Temperaturen von über 30 Grad. Dazu kamen zahlreiche Regentage: Insgesamt hat es in Bremen 30 Prozent mehr geregnet als sonst üblich. Auch der Herbst war außergewöhnlich nass. Im September, Oktober und November fielen 255 Liter pro Quadratmeter. Zum Vergleich: 2016 waren es 86 Liter, normal sind 190 Liter.

8 Stürme ziehen über den Norden

Ein umgestürzter Baum liegt quer auf einem Fußweg am Osterdeich.
Gleich mehrere Stürme fegten im Herbst über Bremen.

Sebastian, Xavier und Herwart: In dieser Reihenfolge fegten die drei Stürme im September und Oktober über Deutschland. In Bremen und Bremerhaven richtete vor allem Xavier große Schäden an. Allein in Bremen fielen 520 Bäume oder mussten gefällt werden, 1.150 weitere wurden stark beschädigt. An den Bahnhöfen ging lange Zeit nichts – Reisende übernachteten in Hotelzügen auf dem Gleis. Es dauerte Tage, bis alle Strecken rund um Bremen wieder frei waren.

9 Trainerwechsel bei Werder

Werder-Trainer Florian Kohfeldt bei einer Pressekonferenz.
Florian Kohfeldt soll es richten – er löste Alexander Nouri als Cheftrainer ab.

Und da war Schluss für Alexander Nouri: Nach einem miserablen Saisonstart mit nur drei Toren und fünf Punkten aus zehn Spielen musste der Werder-Trainer Platz machen für einen Neuen. Am 31. Oktober leitete Florian Kohfeldt zum ersten Mal das Training der Werder-Profis. Der 35-jährige Kohfeldt kam als Interimstrainer von Werders U23 und ist mittlerweile zum neuen Cheftrainer berufen worden.

10 Turbulente Zeiten am Flughafen

Lufthansa-Flugzeug am Bremer Flughafen wird zur Startbahn geschoben.
Neuer Name, neuer Chef, zu wenig Personal: der Bremer Flughafen.

Am Flughafen war in diesem Jahr einiges los. Zur Hauptreisezeit im Sommer mussten Passagiere nach der Ankunft in Bremen viel Geduld mitbringen –die Gepäckstücke ließen auf sich warten. Der Grund: Störungen an der Gepäckförderanlage und zu wenig Personal. Mitte November müsste der Chef des Flughafens, Jürgen Bula, nach Fehlverhalten bei Tarifverhandlungen seinen Posten räumen. Kurz danach bekam der Flughafen dann noch einen neuen Namen: am "Bremen Airport Hans Koschnick" wird in Zukunft gelandet und abgehoben.

11 Brandserie in Bremerhaven-Lehe

In Bremerhaven-Lehe ist der Dachstuhl eines Hauses ausgebrannt.
Immer wieder brennt es 2017 in Bremerhaven-Lehe. Bild: Polizei Bremerhaven

Häuser, Autos, Mülltonnen und Parzellen – immer wieder brannte es in 2017 in Bremerhaven-Lehe, zuletzt am 27. Dezember. Die Polizei geht von mehreren Tätern aus, die hinter den vorsätzlichen Brandstiftungen stecken. Die Sonderkommission "Feuer" ermittelt derzeit in 99 Fällen. Von einer Serie will die Polizei jedoch nicht sprechen, denn das setze voraus, dass nur ein Täter am Werk sei.

12 Morde in Oslebshausen und im Steintor

Rettungswagen vor einem Supermarkt in Bremen-Oslebshausen.
Die traurige Bilanz des 2. November: zwei Tote.

An nur einem Tag ereigneten sich gleich zwei Morde in der Stadt. Am Morgen des 2. November gerieten vor einem Supermarkt in Oslebshausen zwei Männer in Streit, ein 25-jähriger Mann aus Nordrhein-Westfalen wurde angeschossen und erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Der 30-jährige Täter stellte sich später der Polizei. Am Abend kam es dann am Ziegenmarkt im Steintorviertel zu einer Messerstecherei. Ein 20-Jähriger starb, ein ebenfalls 20-Jähriger wurde lebensgefährlich verletzt. Einer der beiden Tatverdächtigen hat sich mittlerweile der Polizei gestellt.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 30. Dezember 2017, 19:30 Uhr