Corona-Update zum Ferienende: Was in Bremen gilt, und was wohl kommt

Ein Schild mit der Aufschrift "3G-Regel".
In Bremen gilt die 3G-Regel. Der Zugang zu zahlreichen Einrichtungen ist nur Personen mit vollständigem Impfschutz, Genesenen und Personen mit negativem Corona-Test gestattet. Bild: Imago | Bihlmayerfotografie

In Niedersachsen gibt es jetzt drei Corona-Warnstufen neben der 3G-Regel. In das System fließen verschiedene Kennzahlen ein. Was aber plant Bremen, was gilt jetzt?

Gut möglich, dass der Bremer Senat bei seiner Sitzung am morgigen Dienstag sowohl neue Corona-Richtwerte als auch neue Corona-Regeln auf den Weg bringen wird. Denkbar erscheint etwa, dass der Zwei-Städte-Staat dem Beispiel Niedersachsens folgen wird. Bremens Nachbarland hat bereits vorige Woche eine neue Verordnung verabschiedet.

Kontaktbeschränkungen und diverse Teilregelungen fallen danach für vollständig geimpfte, genesene und getestete Personen weg. Die Corona-Regeln werden örtlich nach einem System aus drei Warnstufen verschärft beziehungsweise gelockert. Maßgeblich dafür, welche Warnstufe gerade für eine Region gilt, ist nicht länger allein die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern. Stattdessen berücksichtigt das niedersächsische System im gleichen Maße die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz, also die Belegung der Krankenhäuser, und schließlich, als dritten Faktor, die Belegung der Intensivbetten mit Covid-19-Erkrankten.

Unabhängig davon, was der Bremer Senat am Dienstag entscheidet, wird das neue System allerdings, zumindest kurzfristig, noch Zukunftsmusik bleiben. Voraussichtlich noch mindestens bis zum 10. September gelten in Bremen diese Regeln:

1 3G-Regel

Sowohl in Bremen als auch in Bremerhaven liegt die Corona-Inzidenz schon länger oberhalb des Wertes von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Daher greift in beiden Städten die so genannte 3-G-Regel (geimpft, genesen, getestet).

Das bedeutet: Der Zugang zu zahlreichen Einrichtungen ist nur Personen mit vollständigem Impfschutz, Genesenen und Personen mit negativem Corona-Test gestattet. Der Test darf nicht älter als 24 Stunden sein. Diese Regelung betrifft unter anderem Theater, Konzerthäuser, Kinos und Opernhäuser, aber auch Sport in Innenräumen. Die 3G-Regel geht vielerorts mit einer Maskenpflicht einher. Auch gilt weiterhin das Mindestabstandsgebot. Für körpernahe Dienstleistungen, bei denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, gelten zusätzliche Schutz- und Hygienemaßnahmen.

Ausnahmen von der 3-G-Regel gelten für religiöse Veranstaltungen wie Gottesdienst und für Museen. Auch der Schulsport ist nicht von der Regel betroffen. Sollte die Inzidenz in Bremen oder in Bremerhaven aber über 100 steigen, so können die derzeit geltenden Regeln per Allgemeinverfügung verschärft werden.

Ausgenommen von der 3G-Regelung sind in Bremen Kinder unter 14 Jahren.

2 Kontakte

Bei privaten Zusammenkünften zu Hause oder in der Öffentlichkeit dürfen sich beliebig viele Personen zweier Haushalte treffen oder zehn Personen aus beliebig vielen Haushalten. Nicht mitgezählt werden dabei Genesene, Personen mit vollständigem Impfschutz und Kinder unter 14 Jahren.

3 Schulen und Kitas

Für alle Schülerinnen und Schüler, ebenso für alle Lehrerinnen und Lehrer gilt die Pflicht zu wenigstens zwei Corona-Tests pro Woche. Das Schulgelände darf nur mit negativem Test betreten werden. Nachweislich vollständig Geimpfte und in den letzten sechs Monaten Genesene sind von der Testpflicht ausgenommen.

In Grundschulen findet der Unterricht in voller Klassenstärke statt. Auch müssen Grundschülerinnen und Grundschüler keine Masken tragen. In Gymnasien, Oberschulen und Berufsbildenden Schulen gilt der Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen. In den weiterführenden Schulen ist in Fluren, Gängen und überall dort, wo Abstände nicht eingehalten werden können, ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

In den Kitas gibt es einen eingeschränkten Regelbetrieb. Es können alle Kinder die Kita besuchen. Dort gilt aber das Kohortenprinzip. Die Kohorten werden getrennt.

4 Corona-Tests bei der Arbeit

Eine Frau hält das Wattestäbchen eines Corona-Selbsttests.
Wer nicht von zu Hause aus arbeiten kann, sondern dafür ins Büro muss, ist zu Corona-Tests verpflichtet, sofern er nicht vollständig geimpft oder genesen ist. Bild: Imago | Westend61

Wer seine Arbeitsstelle aufsucht, ist dazu verpflichtet, die vom Arbeitgeber angebotenen Corona-Selbsttests zu machen. Vollständig Geimpfte und Genesene sind davon ausgenommen.

5 Geschäfte

Die Geschäfte des Einzelhandels dürfen unter Auflagen, etwa einer Maskenpflicht, öffnen. Sie müssen außerdem die Anzahl der Kunden regulieren und dafür sorgen, dass die Abstände eingehalten werden.

6 Gastronomie, Hotels

Die Außengastro in Bremen darf unter Auflagen öffnen. Die Innenräume dürfen, der 3-G-Regel entsprechend, nur von geimpften, genesenen oder binnen der letzten 24 Stunden negativ getesteten Personen betreten werden. Auch ist bei Gästen in Innenräumen die Kontaktverfolung sicher zu stellen.

Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben sind unter Auflagen gestattet. Zur Anreise muss ein negativer Corona-Test vorgelegt werden, der nicht älter sein darf als 24 Stunden. Wer länger bleiben möchte, muss zwei negative Tests pro Woche vorlegen. Dafür sind auch Selbsttests geeignet, sofern sie unter Aufsicht gemacht werden. Genesene und Personen mit vollem Impfschutz sind von dieser Regelung ausgenommen.

7 Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen

Es ist unter strengen Hygienevorgaben erlaubt, Bewohnerinnen und Bewohner in Krankenhäusern und Pflegeheimen zu besuchen. Dazu muss man sich vorab anmelden und sich außerdem vor Ort registrieren. Sowohl die Besuchenden als auch die Besuchten müssen symptomfrei sein. Außerdem müssen die Besucherinnen und Besucher entweder vollständig geimpft oder genesen sein oder einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf.

8 Zoos, botanische Gärten, Museen

Zoos, botanische Gärten, Gedenkstätten, Museen und Galerien dürfen auch ohne Termin besucht werden. Auch gilt hier nicht die 3-G-Regel. Allerdings gibt es eine Maskenpflicht. Die Kontaktverfolgung muss gewährleistet sein, und die Personenzahl muss reguliert werden.

9 Großveranstaltungen

Ein Impfpass in digitaler Form auf einem Smartphone vor einer Band, die ein Konzert gibt (Bildmontage).
Die Kontaktverfolgung muss derzeit bei nahezu jeder Veranstaltung gewährleistet sein. Bild: Imago | MiS

Großveranstaltungen wie Profi-Fußballspiele, Messen oder Jahrmärkte mit mehr als 5.000 Teilnehmenden müssen zuvor genehmigt werden. Grundsätzlich sind aber Events mit bis zu 25.000 Personen erlaubt. Vorausgesetzt: Die Teilnehmenden sind geimpft, genesen oder getestet und haben ihre Kontaktdaten hinterlegt.

Veranstaltungen mit 500 bis 5.000 Gästen in Innenräumen sowie mit über 1.000 Teilnehmenden unter freiem Himmel müssen zumindest angemeldet werden.

Neue Corona-Verordnung: Niedersachen führt Warnstufen ein

Video vom 24. August 2021
Ministerpräsident Niedersachsen Stephan Weil bei der Pressekonferenz.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Alexander Schnackenburg Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 30. August, 19.30 Uhr