Fragen & Antworten

So bereitet sich Bremen auf eine mögliche Coronavirus-Pandemie vor

In Italien sind wegen des Coronavirus ganze Orte abgeriegelt. Auch in Deutschland ist das Virus mittlerweile angekommen. Was bedeutet das für Bremen?

Video vom 24. Februar 2020
Mehrere Menschen mit Schutzmasken stehen in einer Schlange mit Einkausfwagen.
Kann es in Bremen auch bald eine Ausgangssperre geben?
Theoretisch ist das denkbar, aber bis jetzt wirklich eher in ferner Theorie. Aktuell bereitet sich Bremen auf eine Pandemie vor – also auf den Ausbruch des Coronavirus auch hierzulande. Dafür deckt sich Bremen nochmal mit Ausrüstung ein: unter anderem Atemmasken und Tests, um das Virus nachzuweisen. Mittlerweile übernehmen der Bund und die EU die Bestellung von Schutzausrüstung, sagt Martin Götz von der Gesundheitsbehörde, weil die Sachen in Bremen langsam knapp werden: "Die Chinesen, die 80 Prozent der Schutzausrüstung produzieren, ordern Bestellungen zurück, weil sie selber einen Engpass haben. Im Moment können noch Bestände abgerufen werden, aber es könnte sein, dass wenn das weiter eskaliert, es zu weiteren Engpässen kommt." Vorräte anlegen ist also im Moment die Devise, damit die Krankenhäuser – falls infizierte Menschen in Bremen auftauchen – gut und sicher behandelt werden können.
Wie schlimm muss es werden, damit die Behörden auch in Bremen Stadtteile absperren?
Darauf gibt es keine ganz konkreten Antworten im Sinne einer Zahl, sagt Martin Götz. Das müsse im Einzelfall entschieden werden. Und genau dafür gibt es nun auch einen Krisenstab, der ad hoc bereit steht und sagt, was zu tun ist: "Wie zum Beispiel Sperrung von Stadtteilen, wenn das ansteht, würde das die Gesundheitsbehörde anweisen und den Vollzug übernimmt dann das Innenressort." Im ersten Schritt versuchen die Behörden aber erst einmal, die Erkrankten alle zu finden und zu isolieren und damit die Ausbreitung des Virus einzudämmen.
Woran kann man erkennen, ob man den Virus in sich trägt?
Wer Symptome wie Husten, Fieber und ähnliches hat und in einem Corona-Gebiet war oder mit einem Erkrankten Kontakt hatte, muss einen Test machen. Die Details werden mit dem Hausarzt besprochen. Bis die Testergebnisse vorliegen, kann es ein bis zwei Tage dauern. In dieser Zeit sollte man auf jeden Fall zu Hause bleiben, um nicht noch andere anzustecken. Bisher gelten Regionen in Asien als Risikogebiete. Ganz aktuell wurde noch Südkorea und der Iran zum Risiko-Gebiet erklärt. Norditalien gehört noch nicht dazu.
Und wenn jemand in Bremen das Virus tatsächlich hat – was passiert dann?
Dann ist das Klinikum Bremen Ost das erste Krankenhaus, das Erkrankte aufnimmt. Dort stehen laut Gesundheitsbehörde 15 Betten sofort parat. Das macht auch Sinn, weil in Bremen Ost die Lungen-Medizin ansässig ist und Corona kann bei einem schweren Verlauf eine Lungenentzündung auslösen. Insbesondere älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen kann das gefährlich werden. Der Hausärzteverband in Bremen sagt: Panik ist nicht angesagt, aber alle sollten sich häufiger die Hände waschen und desinfizieren – also sich so verhalten, wie während einer Grippewelle.

Wie das Coronavirus Bremer Unternehmen betrifft

Video vom 13. Februar 2020
Kontrollen von Arbeitnehmern in China wegen des Corona-Virus

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 24. Februar 2020, 19:30 Uhr