So laufen die Corona-Testungen an Bremerhavener Schulen und Kitas

In Bremerhaven wird an Schulen und Kitas seit Wochen bei leichten Symptomen auf Corona getestet. So laufen die Testungen ab und das sagt der Krisenstab zur Zwischenbilanz.

Mehrere Personen mit Masken und Formularen stehen auf einem Flur in einer Schlange.
Warten auf den Corona-Test im Flur der Kaufmännischen Lehranstalten Bremerhaven. Bild: Radio Bremen

Bremen hat seine Corona-Teststrategie geändert, kein Test mehr ohne Symptome, zu knapp waren die Laborkapazitäten. In Bremerhaven wird an Schulen und Kitas mit sogenannten "Radartestungen" seit Wochen auf Verdacht getestet. Das Konzept hatte Krisenstabsleiter Ronny Möckel entwickelt. "Wir wollen herausfinden, inwieweit sich das Coronavirus möglicherweise auch unentdeckt in Kitas und Schulen verbreitet", so Möckel. Dafür sollen leicht symptomatische Kinder und Schüler mit der Zustimmung ihrer Eltern getestet werden.

Mit Halskratzen in Warteschlange zum Corona-Test

An den Kaufmännischen Lehranstalten stehen in der Pause vier Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrerin Schlange für die Schnelltests. Drei Teams sind täglich unterwegs, um an Kitas und Schulen zu testen. Unterstützt von Johannitern und Rotem Kreuz. Janel Zajac ist kurz vor dem Abitur, auch sie hat sich freiwillig zum Test gemeldet. Symptome hat sie keine, das Ergebnis interessiert sie trotzdem. Und wie für alle ist der Schnelltest auch für sie unangenehm. Anders ist es bei Susanne Bransi. "Ich habe Halskratzen und bin heiser", sagt die Lehrerin. "Ich bin gespannt, was daraus wird."

Corona bestimmt den Schulalltag

Corona belastet Schüler und Lehrer. An der Schule gilt Maskenpflicht. "Im Prinzip laufen wir alle mit Mantel und Jacke durch die Schule, weil ständig die Fenster auf sind", so Bransi. Corona bestimme den Schulalltag sehr. "Die Sorge zu erkranken ist ständig da. Ob es mich jetzt getroffen hat weiß ich nicht."

Wir haben neben den Laboren noch die Möglichkeit der Schnelltests. Und so lange die Mittel ausreichend da sind, können wir die Maßnahmen weiter umsetzen.

Ein Mann sitzt in einem Büro und blickt in die Kamera.
Ronny Möckel, Leiter des Krisenstabs Bremerhaven

Das Konzept der "Radartestungen" befolgt Bremerhaven seit einigen Wochen. Noch kann die Maßnahme geleistet werden, sagt Möckel. "Wie lange wissen wir auch nicht." Er halte die Strategie für gut und richtig. Und so lange es geht, sei sie geeignet, um das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu halten. "Wenn wir das nicht mehr können, werden wir auch unsere Maßnahmen nach Effizienz neu ausrichten müssen", so der Leiter des Bremerhavener Krisenstabs. Stand heute sei jedoch, dass das Vorgehen aufrecht erhalten werden könne.

Maßnahme soll mehr Übersicht bringen

Möckel bezeichnet einen einzelnen positiven Tests als Zufallsbefund und bei den aktuellen Inzidenzwerten erwartbar. Die Strategie der "Radartestung" habe ein eher übergeordnetes Ziel. Beim Auftreten milder Symptome, wie sie gerade auch in Kitas vorkommen, interessiere, ob beispielsweise einer, drei oder fünf von fünf Tests positiv ausfallen. So solle eine Übersicht geschaffen werden. Möckels Zwischenbilanz fällt gut aus: "Wir haben einzelne positive Tests gehabt, damit aber Gottseidank keinen größeren Ausbruch feststellen können." Das gilt auch für die Testreihe in der Pause an den Kaufmännischen Lehranstalten: Alle Tests waren negativ.

Autor

  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 17. November 2020, 19:30 Uhr