Corona-Ambulanz in den Bremer Messehallen öffnet

Größere Räumlichkeiten sollen die Situation in der Ambulanz entzerren und die Ansteckungsgefahr senken. Täglich sollen 120 bis 150 Tests durchgeführt werden.

Eingang der Corona-Ambulanz bei den Bremer Messehallen.
120 bis 150 Tests pro Tag sollen in der Ambulanz in den Messehallen gemacht werden.

Die neue Corona-Ambulanz in den Bremer Messehallen ist am Montag geöffnet worden. Dort sollen bessere Testbedingungen herrschen als im Klinikum Mitte, wo die Ambulanz bisher war. Die größeren Räumlichkeiten entzerren die Situation und sollen die Ansteckungsgefahr senken, da die Patienten getrennt auf ihren Test warten können. Vor dem Klinikum Mitte bildeten sich in den vergangenen Wochen lange Schlangen. Diese waren – zumindest am Montagmittag – nicht zu sehen.

Bis Montagmittag wurden in der neuen Ambulanz etwa 70 Tests durchgeführt. Auch wenn die Anzahl der Tests an den drei Teststellen in Bremen und Bremerhaven zuletzt rückläufig waren, ist man für mehr ausgestattet. "Wir stellen uns auch erstmal so auf wie es in Mitte war, sprich 120 bis 150 wären dort machbar", sagt der Sprecher der Bremer Gesundheitsbehörde Lukas Fuhrmann. "Wir haben dort aber auch aufgrund der größeren Räumlichkeiten – wenn wir denn das Personal und auch die Materialien haben – auch Möglichkeiten das Ganze dem Bedarf anzupassen, wenn es denn nötig ist."

Land Bremen bekommt 700 Atemmasken gespendet

Aktuell seien ausreichend Materialien vorhanden – und das Land Bremen erhielt als Spende am Montag von einem Unternehmen 700 weitere sogenannte FFP2-Atemmasken. Masken dieses Standards schützen vor dem Virus und werden daher dringend benötigt. In der Ambulanz arbeiten derzeit drei Ärzte, zwei von ihnen sind eigentlich schon pensioniert. Unterstützt werden sie von fünf Pflegekräften aus dem Klinikum Mitte, die ihre Erfahrung mit dem Virus einbringen sollen.

Zusätzlich zu der Ambulanz plant der Bremer Hausärzte-Verband, vier oder fünf sogenannte Infekt-Behandlungsstellen zu eröffnen. Diese sollen Leute versorgen, die Krankheitssymptome wie Husten oder Fieber zeigen, aber keinen Anspruch auf einen Corona-Test haben. Dadurch sollen Ärzte und Personal in Praxen geschützt werden.

Um die Idee umzusetzen, braucht der Verband jedoch die Unterstützung der Kassenärztlichen Vereinigung, um Ausrüstung zu erhalten. Außerdem sucht der Verband zur Zeit noch Räume und Ärzte, die in den Behandlungsstellen mitarbeiten.

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Video vom 19. März 2020
Ein Arzt mit Mundschutz, Netzkappe, Handschuhen und Ärztekittel.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier läuft, 23. März 2020, 15:45 Uhr