Infografik

Arm und gefährdet? So sind Bremens Stadtteile von Corona betroffen

Die meisten Corona-Fälle in der Stadt Bremen gibt es in Gröpelingen und Tenever. Das geht aus Daten hervor, die buten un binnen vorliegen. Der Senat will gezielter aufklären.

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Seit Wochen steigt die Zahl der Neuinfektionen in Bremen. Aber in einigen Stadtteilen häufen sich die Fälle deutlich im Vergleich zu anderen. Das geht aus Daten hervor, die buten un binnen vorliegen. Das Gesundheitsressort hat die Infektionsraten nach Postleitzahlen aufgeschlüsselt.

Die höchsten Infektionsraten liegen demnach in Tenever vor, dort haben sich 15,3 von 1.000 Einwohnern zwischen Mitte September und Anfang November infiziert. Auch in weiten Teilen Gröpelingens ist die Zahl der Corona-Fälle vergleichsweise hoch.

Ärmere Gebiete besonders betroffen

Beide Stadt- beziehungsweise Ortsteile sind unter anderem von Armut geprägt. Die Behörde geht dem Papier zufolge von einem Muster aus: Die Zahlen "geben Hinweise darauf, dass eine Häufung in Regionen der Stadtgemeinde Bremen festzustellen ist, die von sozioökonomischer Benachteiligung geprägt sind".

Am niedrigsten ist das Infektionsgeschehen demnach in großen Teilen Borgfelds, Schwachhausens (Ortsteile Gete, Barkhof, Schwachhausen, Bürgerpark, Neu-Schwachhausen, Riensberg, Radio Bremen) und in Horn-Lehe (Ortsteile Lehesterdeich, Lehe, Horn). In diesen Stadtteilen wohnen vergleichsweise wohlhabende Menschen.

Infektionsgeschehen hat sich verändert

Wie die Behörde in dem Papier weiter erläutert, hat sich das Infektionsgeschehen gewandelt. Während zu Beginn der Pandemie vor allem Gemeinschaftseinrichtungen betroffen waren, wie Pflegeheime und Kliniken sowie die Erstaufnahmestelle für Geflüchtete, spielten jetzt, in der zweite Welle seit Mitte September, zunehmend soziale Aspekte eine Rolle. Als mögliche Faktoren nennt das Ressort beengte Wohnverhältnisse, niedrige Einkommen, Armut und prekäre Beschäftigungen sowie einen hohen Migrationsanteil in einigen Gebieten Bremens.

Gesundheit sei schon immer eng mit der sozialen Frage verbunden, erläutert die Behörde in dem Papier weiter. So kämen auch Vorerkrankungen, die schwere Krankheitsverläufe bei Covid-19 begünstigten, in der ärmeren Bevölkerung häufiger vor.

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Vorteile durch genauere Infektionszahlen

Die Auswertung zeige zwar, wo die Infizierten wohnen, sie lasse aber keine Rückschlüsse darauf zu, wo sie sich angesteckt haben. Herauszufinden, wo genau die meisten Infizierten wohnen, hat den weiteren Angaben zufolge einen großen Vorteil: So könne man die Bevölkerung noch besser und zielgenauer informieren und aufklären. Das solle nah am Wohnort, in den Quartieren, in denen sie leben, passieren. "Das wird in die weitere Strategie einzubeziehen sein."

Zahlen bestätigen, dass die genannten Stadtgebiete teils deutlich benachteiligt sind. Der große Bildungscheck und der Stadtteilcheck von buten un binnen machen die Unterschiede, die aus den Daten des Landes Bremen hervorgehen, deutlich.

In diesen Bremer Stadtteilen sind die Corona-Zahlen besonders hoch

Video vom 7. November 2020
Menschen gehen durch Gröpelingen
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Birgit Reichardt

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 7. November 2020, 19:30 Uhr