Bremer Pflegeheime benötigen 120.000 Schnelltests

  • Monatlich benötigt die Bremer Gesundheitsbehörde rund 120.000 Schnelltests für die Pflege
  • Pro Altenheim-Bewohner soll ein Kontingent von 20 Tests pro Monat zur Verfügung stehen
  • Wann die Tests beginnen, ist noch unklar
Corona-Schnelltest mit positivem Befund (Symbolbild)
Der Bund übernimmt die Kosten für die Schnelltests. Bild: DPA | ANP/Vincent Jannink

Die Bremer Gesundheitsbehörde geht davon aus, dass in Pflegeheimen monatlich rund 120.000 Corona-Schnelltests benötigt werden. Die Tests sind Teil einer nationalen Strategie, die der Bund Mitte Oktober beschlossen hat. Damit sollen neue Ausbrüche in Heimen und Krankenhäusern verhindert werden.

Nach Angaben der Sozialbehörde befinden sich in Bremen 5.700 pflegebedürftige Personen in stationärer Dauerpflege. 23.300 Pflegebedürftige werden demnach ambulant gepflegt. Die Angaben beziehen sich auf eine Statistik aus dem Jahr 2017.

Ein Kontingent von 20 Tests pro Bewohner pro Monat plant die Gesundheitsbehörde für Bremer Altenheime ein. Dabei werden allerdings nicht nur die Bewohner getestet, sondern auch das Pflegepersonal und Besucher. Hinzu kommen noch die Tests für die Behindertenheime und für die ambulante Pflege. Letztere wird aber nur zehn Tests pro Monat pro Patient bekommen. Ob dann das Personal, die Besucher oder die Patienten getestet werden, soll jede Einrichtung selbst entscheiden. Wann die Aktion beginnt, ist laut Gesundheitsbehörde noch offen. Das Konzept ist fast fertig, erklärte der Sprecher der Gesundheitsbehörde.

Berlin habe versichert, dass Lieferanten der Tests Einrichtungen schnell versorgen können. Laut Bundesgesundheitsministerium sollen noch im Oktober sechs Millionen Schnelltests bereitstehen, im November neun und im Dezember 11,5 Millionen.

Kritik am Test-Konzept

Deutliche Kritik kommt von der Bürgerschaftsabgeordneten Ilona Osterkamp-Weber (Grüne). Sie leitet auch ein Altenpflegeheim und fordert eine Krankenschwester oder eine Arzthelferin in Vollzeit, um Besucher, Bewohner und Personal zu testen. Außerdem gebe es für Besucher keine Räume, um auf das Ergebnis zu warten. Die müssten dann erstmal draußen vor der Tür bleiben, sagt sie weiter. Auch in den kommunalen Bremer Kliniken wird zu Zeit noch nicht getestet. "Wir arbeiten an dem Konzept", so deren Sprecherin.

Der Sprecher der Gesundheitsbehörde wies am Mittwochnachmittag darauf hin, dass Schulungen für das Personal geplant seien. Damit dieses dann in den Einrichtungen die Abstriche für die Schnelltests vornehmen können.

Insgesamt 30.771 pflegebedürftige Personen in Bremen

Im Land Bremen gibt es laut der Sozialbehörde 23.300 Personen in der ambulanten Pflege und 5.700 Personen in der stationären Dauerpflege. Außerdem leben 1.007 Personen in Wohnheimen für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung und etwa 764 Menschen mit geistiger Behinderung, die ambulang unterstützt werden. Insgesamt sind das 30.771 Personen.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Rundschau am Mittag, 28. Oktober 2020, 12 Uhr