Wer muss wann wie lange in Corona-Quarantäne? Die wichtigsten Regeln

Der Bremer Senat hat die Quarantäne-Regeln am 20. April wieder verschärft. Aber es gibt auch Erleichterungen für Geimpfte. Diese Punkte sollten Sie kennen.

Eine Frau steht hinter einem Fenster und schaut hinaus (Symbolbild)
Die Quarantäne-Regeln für das Land Bremen wurden am 20. April geändert. Sie treten wohl noch in derselben Woche in Kraft. (Symbolbild) Bild: DPA | Bildagentur-online

Ein wesentlicher Punkt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, ist die Quarantäne für Menschen, die positiv getestet wurden. Dasselbe gilt für die unmittelbaren Kontaktpersonen. Doch die Quarantäne-Regeln können sich ändern. Ende April hat der Bremer Senat die Regeln überwiegend verschärft. Diesen Stand bilden wir hier ab.

1 Ich habe einen positiven Test

Wer ein positives Testergebnis hat, muss in jedem Fall für 14 Tage in Quarantäne. In diesem Zeitraum darf man die eigene Wohnung nicht verlassen und keinerlei Besuch empfangen, der nicht zum eigenen Haushalt gehört. Die Quarantäne darf laut aktueller Bremer Rechtsverordnung frühestens nach 14 Tagen beendet werden. Dafür müssen allerdings drei Bedingungen erfüllt sein: Die Person darf seit mindestens 48 Stunden keine Symptome mehr gehabt haben, der behandelnde Arzt muss zustimmen – und es muss ein negativer Corona Test vorliegen. Dabei ist jedoch egal, ob es ein Antigen- oder ein PCR-Test ist.

Der Sprecher des Bremer Gesundheitsamtes, Lukas Fuhrmann, sagt, dass die Behörde es schaffe, jede Person mit einem positivem Testergebnis über das weitere Vorgehen zu informieren. Die Mitarbeiter würden auch während der Quarantäne Kontakt zu der positiv getesteten Person halten und Hinweise zum richtigen Verhalten geben. So werde dann auch abgesprochen, ob man die Quarantäne verlassen kann.

Für Menschen, die sich mit einer der ansteckenderen Corona-Mutationen, angesteckt haben, hat Bremen die Regeln verschärft: Sie dürfen die Quarantäne frühestens nach drei Wochen verlassen. Konkret geht es um die Virusvarianten B.1.1.7 (Großbritannien), B.1.351 (Südafrika) oder B.1.1.28 (Brasilien).

2 Ich hatte engen Kontakt zu einer positiv getesteten Person

Das Gesundheitsamt ordnet für enge Kontaktpersonen zunächst eine Quarantäne von 14 Tagen an. Man geht davon aus, dass diese engen Kontaktpersonen ein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung haben.

Die Isolation kann im Normalfall ab dem zehnten Tag nach dem letzten Kontakt mit der infizierten Person mit einem negativen Testergebnis beendet werden. Enge Kontaktpersonen von Personen mit Corona-Mutation müssen für drei Wochen zu Hause bleiben. Sie können die Quarantäne allerdings mit einem negativen Testergebnis nach 14 Tagen verlassen.

  • Bisher galt als Kontaktperson 1, wer länger als 15 Minuten und ohne Maske engen Kontakt zu einer Person mit einem positiven Testergebnis hatte. Enger Kontakt meint hierbei: weniger als 1,5 Meter Abstand. Die Grenze wurde jetzt auf zehn Minuten gesenkt.
  • Außerdem gilt als enge Kontaktperson, wer für mindestens zehn Minuten mit einem Infizierten in einem Raum saß, "ohne dass es eine ausreichende Lüftung gab". Das gilt auch, wenn die gesamte Zeit über FFP2-Masken getragen wurden.

3 Teil der Geimpften und Genesenen muss nicht in Quarantäne

Noch ist offen, wann diese am 20. April beschlossene Regel in Kraft tritt, möglicherweise aber noch bis zum 25. April.

  • Geimpfte müssen auch als enge Kontaktpersonen nicht mehr in Quarantäne. Allerdings nur dann, wenn ihre zweite Impfung zum Zeitpunkt des Kontakts schon volle 14 Tage her ist.
  • Auch wer eine Corona-Infektion hinter sich hat und dabei Symptome hatte, muss nicht mehr in Quarantäne.

4 Quarantäne-Ende nur nach Behörden-Anordnung

In allen Fällen darf die Quarantäne nur nach einer Anordnung des Gesundheitsamtes vorzeitig beendet werden. Wer nichts vom Gesundheitsamt hört, muss 14 Tage in Quarantäne bleiben. Dadurch soll möglichst ausgeschlossen werden, dass eine Person die Quarantäne verlässt, obwohl sie noch ansteckend ist.

Laut Lukas Fuhrmann, Sprecher der Bremer Gesundheitsbehörde, gab es schon Fälle, in denen Personen nach zehn Tagen plötzlich Symptome entwickelten. Hierbei ist auch wichtig, dass man sich mit der positiv getesteten Person abspricht.

Es macht zum Beispiel keinen Sinn, sich in Quarantäne zu begeben, wenn man weder von der infizierten Person als Kontaktperson angegeben wurde, noch vom Gesundheitsamt dazu aufgefordert wurde. In solch einem Fall würde man zum Beispiel keine Quarantänebescheinigung vom Gesundheitsamt bekommen, die für den Arbeitgeber wichtig sein kann.

Die Haushaltsangehörigen einer symptomfreien engen Kontaktperson müssen nicht in Quarantäne. Treten Symptome auf oder liegt ein positives Testergebnis vor, ändert sich das. Die Angehörigen werden dann selbst zur engen Kontaktperson.

5 Ich hatte fernen Kontakt zu einer positiv getesteten Person

Wenn man zwar engen Kontakt zu einer infizierten Person hatte, dieser aber nicht so lang war, wird man gemäß der Vorgaben des Robert Koch-Instituts in die Kategorie 2 der Kontaktpersonen eingeordnet. Eine Quarantänepflicht gibt es dann nicht, es wird aber eine besondere Vorsicht empfohlen. Vor allem sollte man für eine gewisse Zeit Kontakte reduzieren.

6 Ich bin aus einem Risiko- oder Virus-Varianten-Gebiet zurückgekommen

Wer aus einem Risikogebiet kommt, muss sich digital unter einreiseanmeldung.de anmelden. Die Reisenden müssen spätestens nach 48 Stunden einen negativen Corona-Test nachweisen. Wer aus einem sogenannten Virus-Varianten-Gebiet kommt, muss seit dem 15. Februar für 14 Tage in Quarantäne. Diese Quarantäne kann nicht durch ein negatives Testergebnis verkürzt werden. Für Einreisen per Flugzeug sind mittlerweile generell vor Abflug negative Corona-Test notwendig.

Autor

  • Milan Jaeger Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 20. April. 2021, 19:30 Uhr