Trotz Quarantäne: Bremer Hausärzte dürfen in Ausnahmefällen arbeiten

Drohen in Bremen Engpässe bei der gesundheitlichen Versorgung, weil Hausärzte in Quarantäne müssen? Nein, sagt die Gesundheitsbehörde und verweist auf Ausnahmegenehmigungen.

Ein Arzt und ein Patient sitzen in einem Sprechzimmer.
Beschäftigte in Arztpraxen dürfen unter bestimmten Bedingungen weiterarbeiten, selbst wenn sie eigentlich in Quarantäne müssten. Bild: DPA | Monika Skolimowska

In Bremen hat das Ordnungsamt in der vergangenen Woche Anzeige gegen einen Hausarzt erstattet, der in seiner Praxis Patienten behandelt hatte, obwohl er eigentlich in Quarantäne sein müsste. Die kassenärztliche Vereinigung Bremen (KVHB) sprach in diesem Zusammenhang im "Weser-Kurier" von einem prinzipiellen Problem. Sie befürchtete Engpässe bei der ärztlichen Versorgung, wenn Praxen wegen der Quarantäne-Regeln schließen müssten. Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung und des Gesundheitsamtes haben sich jetzt getroffen, um darüber zu reden.

Ausnahmegenehmigung auf Antrag möglich

Nach dem Treffen erklärte der Sprecher des Gesundheitsressorts, Lukas Fuhrmann, dass sich beide Seiten weitgehend einig sind. Eine massenhafte Schließung von Arztpraxen wegen der Quarantäneregeln sei nicht zu befürchten. Denn das Gesundheitsamt könne Ausnahmegenehmigungen erteilen. Ärztinnen und Ärzte sowie ihre Beschäftigten können also arbeiten, auch wenn sie Kontaktpersonen der Kategorie 1 seien und sich eigentlich in häusliche Quarantäne begeben müssten. Für diese Ausnahmegenehmigung müsse aber ein Antrag beim Gesundheitsamt gestellt werden.

Bedingung für die Genehmigung sei, dass die betroffenen Personen negativ getestet wurden. Außerdem müssen sie symptomfrei sein. Gleichzeitig stellte Fuhrmann klar, dass eine Ausnahmegenehmigung nur für die Arbeit gelte. Außerhalb der Arbeitszeit müsse sich das unter Quarantäne gestellte Gesundheitspersonal an die gleichen Quarantäne-Regeln halten wie alle anderen Kontaktpersonen der Kategorie 1.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde sind derzeit 22 Arztpraxen in der Stadt Bremen von Corona betroffen. In diesen Praxen gebe es 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die positiv auf Corona getestet wurden. 64 weitere Beschäftigte seien als Kontaktperson der Kategorie 1 eingestuft worden.

Rückblick: Ärzte erfassen weniger erkältungsartige Erkrankungen durch Corona

Video vom 2. Oktober 2020
Ein Arzt unterschreibt Atteste
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 3. Dezember 2020, 23:30 Uhr