Coronafall in Bremerhaven: AWI-Forscher fliegen später in die Arktis

  • Forschungsgruppe sollte in dieser Woche zur Mosaic-Expedition fliegen
  • Ein Teilnehmer ist an Corona erkrankt
  • Nun steht die Gruppe unter Quarantäne
Das Forschungsschiff Polarstern in einer Eis- und Schneewüste
Seit fünf Monaten driftet das Foschungsschiff "Polarstern" durch die Arktis. Bild: Radio Bremen

Am Wochenende war bekannt geworden, dass sich in Bremerhaven ein aus Bayern stammender Mann aufgehalten hat, der mit dem Coronavirus infiziert ist. Mittlerweile ist klar: Der Mann war am Alfred-Wegener-Institut (AWI), um sich gemeinsam mit weiteren Lehrgangsteilnehmern auf seinen Einsatz bei der Mosaic-Expedition vorzubereiten. In dieser Woche wollten sie in die Arktis fliegen.

Nun aber steht die gesamte Gruppe unter Quarantäne. "Nach eingehender Beratung mit den Gesundheitsbehörden und logistischer Beurteilung der Lage sind wir zu dem Schluss gekommen, den Start der Mosaic-Flugkampagne aufgrund der am Freitag festgestellten Infektion eines Teilnehmers mit COVID-19 zu verschieben", teilt das Institut mit. Ursprünglich war die Ankunft der Forschungsflugzeuge "Polar 5" und "Polar 6" auf Spitzbergen für den 11. März geplant. Nach der neuen Planung sollen die Flieger nun voraussichtlich eine Woche später eintreffen.

Zweiter Corona-Test auf Spitzbergen

Nach der Quarantäne dürfen aber laut AWI alle Lehrgangsteilnehmer mitfliegen, auch der an Corona erkrankte Münchner. Alle Teilnehmer sollen auf Spitzbergen ein zweites Mal auf Corona getestet werden, um das Risiko der Einschleppung einer Infektion zu minimieren.

Auf der Polarstern werde es laut AWI keine Auswirkungen geben. Denn die Forscher an Bord der Flugzeuge sollten die Polarstern nicht direkt anfliegen, sondern zunächst verschiedene Messungen durchführen und dann in einigen Wochen beim Forschungsschiff landen. Erst Ende Februar hatte ein neues Team seine Arbeit an Bord der Polarstern aufgenommen.

Behörden erwarten keine Auswirkungen auf Bremerhaven

Der Corona-Fall war aufgefallen, weil das AWI 26 Personen vorsorglich hatte testen lassen, um eine Verbreitung des Virus in der Arktis zu verhindern. Ein Teil der Getesteten soll an der Flugreise teilnehmen, ein Teil gehört zum Team für den vierten Abschnitt der Mosaic-Expedition. Bis auf den Münchner wurden alle negativ getestet. Der Infizierte steht in seiner Heimat unter Quarantäne. Laut der Stadt Bremerhaven habe der Mann keinerlei Symptome gezeigt.

Das Gesundheitsamt vermutet, dass sich der Mann bei einem Aufenthalt in Südtirol angesteckt hat. Die Stadt geht davon aus, dass es durch diesen Fall zu keiner weiteren Ausbreitung in Bremerhaven kommt.

Nach derzeitigem Kenntnisstand hatte die Lehrgangsgruppe im Wesentlichen nur untereinander Kontakt und wohl keinen relevanten mit Personen in Bremerhaven.

Volker Heigenmooser, Pressesprecher des Magistrats der Stadt Bremerhaven

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Ein Konzert mit vielen Menschen die tanzen.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 10. März 2020, 11 Uhr