Meinungsmelder

Wegen Corona: Meinungsmelder finden Bremen auch im Urlaub am schönsten

Befragung zeigt: Mit den Balkonen und Gärten im Land Bremen kann in diesem Sommer nicht einmal Mallorca mithalten. Eher schon die Nordsee und die Ohlenstedter Quellseen.

Zwei Kinder liegen in einer Hängematte im heimischen Garten.
Um zu entspannen, tut es nach Auffassung vieler Meinungsmelder die Hängematte im heimischen Garten ebenso wie die Strandliege in der Karibik. Bild: Imago | Westend61

Fast die Hälfte der Radio Bremen Meinungsmelder wird die Sommerferien dieses Jahr zuhause verbringen: Das ist das zentrale Ergebnis der Online-Befragung "Sommer, Sonne und Corona". Etwa jeder Sechste möchte ins Umland verreisen, beispielsweise an den Steller See, an die Ohlenstedter Quellseen, an die Wümme oder in die Wesermarsch. Fast zehn Prozent zieht es an die Nordseeküste. Die überwiegende Mehrheit bleibt in Deutschland.

Wohin es die Meinungsmelder im Sommer zieht

„Eine schriftliche Sammlung von Ortsnamen, die die Meinungsmelder angegeben haben, grafisch darstellt. Die häufigsten Angaben waren: Nordsee, Bremen, zu Hause, Ostsee und Deutschland .“
Bild: Radio Bremen

"Man kann in diesen Zeiten auch mal auf den Urlaub verzichten, vor allem wenn man zu den Risikogruppen gehört", erklärt Meinungsmelder Rüdiger Hoppmann beispielhaft, weswegen er diesen Sommer von einer Reise absehen möchte. Ganz ähnlich argumentiert Meinungsmelderin Tanja Latimer: "Ich werde erst wieder in den Urlaub fahren, wenn es ein Medikament und einen Impfstoff gegen Sars-CoV-2 gibt."

Doch nicht nur aus Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus bleiben viele Meinungsmelder zuhause, sondern auch, weil es ihnen dort gefällt. "So schön und ruhig, wie es in unserem Dorf ist, lockt es mich im Sommer an kein anderes Urlaubsziel", schwärmt etwa ein Befragter aus Niedersachsen. Ein anderer hebt die "vielen Möglichkeiten" hervor, die Bremerhaven und sein Umland biete, beispielsweise für Kurztripps an die Weser oder an die Nordsee.

Haben Sie Ihre Pläne für den Sommer geändert?

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So überzeugend einige Befragte ihre Entscheidung für den Urlaub in der Region begründen, so freimütig räumen viele Meinungsmelder doch an anderer Stelle ein, dass sie vor Ausbruch der Corona-Pandemie andere Reisepläne verfolgt haben: fast die Hälfte, 46 Prozent. Besonders weit ist Katy Ohlhoff von ihren ursprünglichen Plänen abgerückt.

Geplant war eine Tour durch Norwegen zum Polarkreis. Nun ist es Mecklenburg-Vorpommern.

Meinungsmelderin Katy Ohlhoff

Doch auch Gundula Thias hat kräftig umdisponiert. "Eigentlich" wollte sie im Spätsommer Freundinnen in den Vereinigten Staaten besuchen. Jetzt verschiebt sie die USA-Reise auf kommendes Jahr, plant für diesen Sommer Tagesausflüge nach Bremerhaven oder auch nach Cuxhaven.

"Ansonsten gehe ich mit meinem Hund auf Entdeckungstour durch Bremen und die nähere Umgebung", sagt sie. Hier gebe es auch nach 45 Jahren noch schönen Flecken, die sie nicht kenne, etwa den Hemelinger See, die Uniwildnis und die Lankenauer Höft.

Die großen Herausforderungen des Urlaubs

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Wie sehr die Corona-Pandemie die Meinungsmelder in ihren Urlaubsplänen beeinflusst, zeigt sich auch mit Hinblick auf die Frage, wer worin die größten Herausforderungen des diesjährigen Sommerurlaubs sieht: 44 Prozent der Befragten nennen hier das Risiko, sich mit Covid-19 zu infizieren. 35 Prozent fürchten geschlossene Ausflugsziele, Sehenswürdigkeiten und Strände aufgrund der Pandemie. 34 Prozent sehen in der Maskenpflicht, die an einigen Orten herrscht, eine große Herausforderung.

Sie betrachten die Masken als lästig oder gar als Beeinträchtigung. Ein Meinungsmelder aus Niedersachsen erklärt: "Als Asthmatiker kämpfe ich selbst mit dünnen Masken nach kurzer Zeit der körperlichen Aktivität. Aber mit Corona würde ich – im worst case – noch viel mehr zu kämpfen haben." Welcher der 1.070 Befragten wollte ihm da widersprechen?

Autor

  • Alexander Schnackenburg

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 15. Juni, 19.30 Uhr