Liveticker

Corona-Liveticker (22. März): Zahl der Infizierten steigt auf 173

In Bremen hat es am Sonntag fünf weitere bestätigte Corona-Fälle gegeben. Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung werden bundesweit verschärft. Die Entwicklung im Ticker.

Ein Labortechniker untersucht Proben
In Bremen hat es am Sonntag fünf weitere bestätigte Corona-Fälle gegeben. Bild: DPA | Lukas Kabon

Das war der Liveticker vom 22. März. Über die weiteren Entwicklungen halten wir Sie auf dem Laufenden in unserem Liveticker vom 23. März:

+++ Bovenschulte schließt Ausgangssperre vorerst aus +++

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte hat auf die Frage nach einer Ausgangssperre in Bremen ausgeschlossen, dass sich "in den nächsten zwei Wochen" grundsätzlich etwas an den heute beschlossenen Maßnahmen von Bund und Ländern ändert. "Wir wollen erstmal den Maßnahmen Zeit geben, um zu wirken", sagte Bovenschulte bei buten un binnen.

+++ Merkel muss in Quarantäne +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) muss sich in der Corona-Krise nun selbst in häusliche Quarantäne begeben. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntagabend in Berlin mit. Die Kanzlerin sei nach ihrem Presseauftritt am Abend unterrichtet worden, dass sie am Freitag zu einem Arzt Kontakt hatte, der mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.

Eine Grafik die darstellt, in welcher Geschwindigkeit andere Menschen angesteckt werden. HEUTE N A CH 5 T A GEN 2,5 Menschen 406 Menschen 15 Menschen 2,5 Menschen 1,25 Menschen 1 Mensch 1 Mensch 1 Mensch 0,625 Menschen N A CH 30 T A GEN INFIZIE R T INFIZIEREN INFIZIEREN INFIZIEREN INFIZIE R T INFIZIE R T 50% WENIGER S O Z I AL K O N T AK T GEWOH N TER S O Z I AL K O N T AK T 75% WENIGER S O Z I AL K O N T AK T
Quelle: University of San Diego, Signer Laboratory

+++ Zahl der Infizierten steigt im Land Bremen auf 173 +++

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen im Land Bremen ist um fünf gestiegen. Alle Fälle stammen dem Gesundheitsressort zufolge aus Bremen. Damit gibt es in der Stadt jetzt 158 Corona-Fälle, in Bremerhaven weiterhin 15. Insgesamt gibt es zudem 15 begründete Verdachtsfälle. Drei personen sind wieder genesen. Der mitteilung zufolge werden aktuell sieben Personen mit Covid-19 Erkrankung stationär behandelt, zwei davon befinden sich in intensivmedizinischer Behandlung und werden beatmet. Bei den anderen stationären Patienten liege aktuell eine leichte bis moderate Symptomatik vor.

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+++ Bovenschulte kritisiert "Verbalradikalität" +++

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) hat nach der Telefonkonferenz zur Coronakrise die Uneinigkeit unter den Ländern kritisiert. "Alle Länder liegen inhaltlich nah beieinander, unabhängig davon, ob man das jetzt Kontaktverbot oder Ausgangsbeschränkung nennt. Schade ist nur, dass Einzelne so einen Kampf um Worte führen. Verbalradikalität verunsichert die Menschen mehr, als dass sie ihnen Sicherheit gibt", sagte Bovenschulte.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) war mit einer Ausgangsbeschränkung für sein Bundesland Ende der Woche vorgeprescht. Die neuen bundesweiten Regeln will Bayern übrigens nicht übernehmen. Im Freistaat würden weiterhin die bereits am Freitag von der Staatsregierung beschlossenen Regelungen gelten, sagte ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Bei den Beratungen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte es dem Vernehmen nach einen heftigen Streit zwischen NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU) und Söder gegeben.

+++ Bovenschulte sieht Bremer Weg bestätigt +++

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte hat die Beschlüsse von Bund und Ländern gelobt. "Konkret ist der Bremer Weg ganz weitgehend bestätigt worden", sagte er. "Menschenansammlungen im öffentlichen Raum bleiben grundsätzlich untersagt, es wird allerdings konkretisiert, was das bedeutet. Nur Mitglieder des eigenen Haushalts oder maximal zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten sollen sich gemeinsam in der Öffentlichkeit aufhalten."

Was die neuen Maßnahmen für Bremen und Bremerhaven bedeuten und wie die aktuelle Situation eingeschätzt wird, dazu ist Bovenschulte am Sonntagabend um 19:30 Uhr zu Gast im buten un binnen Fernsehen. Am Montagmorgen wird er in den Hörfunk-Programmen von Radio Bremen interviewt.

+++ Merkel appelliert erneut an Vernunft der Bürger +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat erneut an die Vernunft der Bürger und Bürgerinnen appelliert. "Bitte ziehen Sie alle mit. Tun Sie jetzt das, was richtig ist für unser Land", sagte sie bei der Vorstellung der neuen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. "Dies sind nicht irgendwelche Empfehlungen des Staates. Dies sind Regeln." Die "überwältigende Mehrheit der Menschen" habe allerdings verstanden, "dass es jetzt auf jeden und jede ankommt", so Merkel.

+++ Auch zwingende berufliche Gründe ausgenommen +++

Ausgenommen vom beschlossenen Kontaktverbot sind NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zufolge "Kernfamilien", Lebenspartner, zwingende berufliche Gründe, der öffentliche Nahverkehr und Beerdigungen. Eine strikte flächendeckende Ausgangssperre ist damit vorerst vom Tisch.

+++ Friseure sollen schließen +++

Bund und Länder wollen im Kampf gegen das Coronavirus unverzüglich Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege schließen. Davon betroffen sind etwa Friseure, Kosmetikstudios, Tattoo-Studios und Massagesalons, wie aus einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am Sonntag vorliegenden Beschluss von Bund und Ländern hervorgeht. Medizinisch notwendige Behandlungen sollen weiter möglich bleiben.

Die von Bund und Ländern beabsichtigte umfassende Reduzierung sozialer Kontakte im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus soll mindestens zwei Wochen gelten.

+++ Bund und Länder einigen sich auf Kontaktverbot +++

Bund und Länder wollen eine Art Kontaktverbot im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus beschließen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder einigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag bei einer Telefonkonferenz darauf, Ansammlungen von mehr als zwei Personen grundsätzlich zu verbieten. Ausgenommen werden sollen Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen.

Eine Gruppe von zwölf Ländern hatte sich bereits vor der Schaltkonferenz im Grundsatz auf ein umfassendes Kontaktverbot verständigt, darunter auch Bremen. Demnach sollte es sich ausdrücklich nicht um eine Ausgangssperre, sondern um eine Art Kontaktverbot im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus handeln.

Fälle pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern

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+++ Friedensforum sagt Ostermarsch ab +++

Der Sprecherkreis des Bremer Friedensforums hat heute den diesjährigen Ostermarsch in Bremen am 11. April abgesagt. "Als Friedensbewegung setzen wir uns stets für das Leben und den Schutz von Menschen ein – das sollte angesichts der derzeitigen Corona-Krise nicht anders sein", teilte das Friedensforum mit. "Auch wenn es uns sehr schwer fällt, können wir in diesem Jahr nicht zu Ostern auf die Straße gehen." Die wöchentlichen Friedens-Mahnwachen in Bremen fänden bis auf weiteres ebenfalls nicht statt.

+++ Mäurer: Beschränkungen in Bremen kaum anders als in Bayern +++

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) hat daraufhingewiesen, dass sich die Ausgangsbeschränkungen in Bremen kaum von denen in Bayern unterscheiden. Das Regelwerk in Bayern sei im wesentlichen identisch mit dem in den meisten anderen Bundesländern, sagte er in einem Interview mit dem Weser-Kurier.

Anders als viele meinen, sei Bremen keinesfalls toleranter als Bayern, sagte Mäurer der Zeitung. Die Regeln würden sich nur in einem Detail unterscheiden: In Bayern seien seit Sonnabend auch Bau- und Gartenmärkte geschlossen. Mäurer wollte nicht ausschließen, dass das bald auch in Bremen passiert. Außerdem macht er deutlich: Wenn sich zeige, dass die Bevölkerung die Ausgangsbeschränkungen nicht ernst nimmt, dann müsse sich Bremen um die Durchsetzung kümmern.

Allerdings unterscheidet sich die Bremer Allgemeinverfügung in einem zentralen Punkt von der in Bayern. Dort heißt es nämlich, dass das Verlassen der eigenen Wohnung "nur bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt" ist. Eine solche Einschränkung der Bewegungsfreiheit gibt es in Bremens Maßnahmenkatalog aktuell nicht.

Gutes Interview unseres Innensenators. Ulrich Mäurer stellt noch einmal klar, dass in Bremen, wie auch in allen anderen Bundesländern, schon jetzt strikte räumliche Kontaktbeschränkungen gelten, die in den letzten Tagen weiter verschärft worden sind.

Ob damit schon das Ende der Fahnenstange erreicht ist oder ob noch weitergehende Maßnahmen sinnvoll und erforderlich sind, lässt sich derzeit nicht abschließend sagen. Hierzu beraten sich heute noch einmal die MPs der Länder mit der Bundeskanzlerin.

SPD-Politiker Andreas Bovenschulte.
Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD)

+++ Bürgermeister Bovenschulte am Abend in buten un binnen +++

Die Ministerpräsidenten der Länder und Kanzlerin Angelag Merkel (CDU) beraten am Nachmittag über weitere Verschärfungen, beispielsweise eine bundesweite Ausgangssperre. Anschließend wird Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte dazu um 19:30 Uhr Stellung beziehen in unserer Sendung.

+++ Reiter und das Virus: Angst, Pferde nicht richtig versorgen zu können +++

Sportanlagen, öffentliche und private, sind geschlossen. Doch wie organisieren sich nun die Reiter? Und was passiert bei einer Ausgangssperre? Die Szene ist verunsichert.

+++ Fast 400 neue Corona-Todesfälle in Spanien innerhalb von 24 Stunden +++

In Spanien sind innerhalb von 24 Stunden fast 400 weitere Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Es seien 394 neue Todesfälle registriert worden, teilte die Regierung in Madrid mit. Dies sei ein Anstieg um rund 30 Prozent. Damit starben in Spanien bereits 1.720 Menschen. Spanien ist nach Italien das am meisten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa. Die Zahl der Infizierten lag am Sonntag bei 28.572. Dies waren nach Angaben des Gesundheitsministeriums 3646 mehr Fälle und damit 14,6 Prozent mehr als noch am Vortag.

+++ Italien schließt alle nicht lebensnotwendigen Betriebe +++

Die italienische Regierung hat im Kampf gegen das Coronavirus die Schließung aller "nicht lebensnotwendigen" Unternehmen und Fabriken beschlossen. Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte in einer Fernsehansprache, die Regierung habe entschieden, landesweit jegliche Produktion einzustellen, die für die Grundversorgung "nicht absolut notwendig, entscheidend und unverzichtbar" sei. Die Zahl der Todesopfer in Italien war zuvor binnen 24 Stunden um fast 800 in die Höhe geschnellt.

+++ Bedford-Strohm wünscht sich "Revolution der Empathie und Achtsamkeit" +++

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat angesichts der Corona-Pandemie zu mehr gesellschaftlichem Zusammenhalt aufgerufen. "Es könnte doch sein, dass wir nach 2015, als es um Geflüchtete ging, nun einmal mehr eine Revolution der Empathie und Achtsamkeit erleben", sagte Bedford-Strohm in einem Radiogottesdienst des Deutschlandfunks in Bremen laut Predigtmanuskript. Empathie könne grenzenlos wirken, nicht wie das Virus, sondern stärker als das Virus und die Angst, die es verbreite: "Menschen, die Mitgefühl zeigen, die füreinander sorgen, die zusammenhalten, die sich auf das besinnen, was wirklich wichtig ist."

+++ Zahl der bestätigten Infektionen steigt auf 168 +++

Die Zahl der Corona-Infektionen im Land Bremen ist seit gestern um 41 auf nun 168 gestiegen. Der Anstieg betrifft allein die Stadt Bremen, wo es nun 153 Fälle gibt. Fünf Menschen werden hier stationär behandelt, zwei davon beatmet. In einer Bremer Pflegeeinrichtung sind nach einem Corona-Fall drei weitere Bewohner positiv getestet worden. In Bremerhaven steht die Zahl der Infizierten unverändert bei 15.

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+++ Bremer Kirchen bringen ihre Gottesdienste "nach Hause" +++

Zusammenkünfte aller Glaubensgemeinschaften sind durch die Corona-Krise untersagt. Doch die Bremer Gotteshäuser wollen ihre Gemeinden trotzdem zusammenbringen. Wie bleiben die Gemeindemitglieder in Kontakt, wenn sie sich nicht jeden Sonntag in der Kirche treffen können? Vor allem digital, sagt Sabine Hatscher, Pressesprecherin der Bremischen Evangelischen Kirche. "Aber auch per Videokonferenz und mit dem guten alten Telefon."

+++ Krankenhausgesellschaft kritisiert Gesundheitsminister scharf +++

Auch die Krankenhausgesellschaft Bremen wirft Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, die Kliniken in der Corona-Krise im Stich zu lassen. Zuvor hatte schon die Deutsche Krankenhausgesellschaft kritisiert, Spahn breche das Regierungs-Versprechen eines Schutzschirms für die Kliniken.

Spahn fordere höchste Anstrengungen, heißt es in einer Mitteilung der Krankenhausgesellschaft Bremen. "Auf der anderen Seite aber sorgt er nicht für die notwenige finanzielle Ausstattung der Krankenhäuser, die die Hauptlast an schwer erkrankten Menschen tragen werden – im Gegenteil: Er treibt viele Krankenhäuser in die Insolvenz. Das ist ein Versagen auf höchster Ebene in einer der größten Krisen der Bundesrepublik", wird Uwe Zimmer, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft in der Mitteilung zitiert.

Spahn hat nach der massiven Kritik am Samstagabend bereits angekündigt, den Entwurf überarbeiten zu wollen.

+++ Polizei schränkt Kontakt auf den Wachen ein +++

Die Polizei Bremen schränkt ab Montag den Bürgerservice auf den Wachen ein. Damit können an einem Großteil der Dienststellen keine Anzeigen mehr aufgegeben werden. Der Polizei zufolge werden diese nur noch an den Standorten Vegesack, Bahnhofsplatz und Schwachhausen entgegengenommen. Zudem bietet die Polizei in der kommenden Wochen eine telefonische Anzeigenaufnahme an. "Geeignete Straftaten" – beispielsweise Sachbeschädigungen oder Fahrraddiebstähle – könnten zudem über die Onlinewache angezeigt werden. Die Bürgersprechstunde der Kontaktpolizisten entfällt.

Damit will die Polizei sich auf die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung konzentrieren, heißt es. "In Notfällen sind wir natürlich weiterhin als Ansprechpartner rund um die Uhr für Sie da." Vermeidbare Besuche auf den Wachen sollten aber unterlassen werden.

Corona bringt Internet-Anbieter noch nicht an ihre Grenzen

Video vom 21. März 2020
Auf einem Computerbildschirm steht eine Fehlermedung.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 22. März 2020, 19:30 Uhr