Liveticker

Corona-Liveticker (21. März): Krankenhäuser werfen Spahn Versagen vor

Auch die Interessenvertretung der Bremer Kliniken fühlt sich von Gesundheitsminister Spahn im Stich gelassen. Der will nach der bundesweiten Kritik nachbessern.

Krankenhauspersonal steht an einem Krankenbett im Klinikum Bremen Mitte
Mehrere Klinikverbände fordern mehr Unterstützung. Bild: Radio Bremen

+++ Krankenhausgesellschaft kritisiert Gesundheitsminister scharf +++

Auch die Krankenhausgesellschaft Bremen wirft Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, die Kliniken in der Corona-Krise im Stich zu lassen. Zuvor hatte schon die Deutsche Krankenhausgesellschaft kritisiert, Spahn breche das Regierungs-Versprechen eines Schutzschirms für die Kliniken.

Spahn fordere höchste Anstrengungen, heißt es in einer Mitteilung der Krankenhausgesellschaft Bremen. "Auf der anderen Seite aber sorgt er nicht für die notwenige finanzielle Ausstattung der Krankenhäuser, die die Hauptlast an schwer erkrankten Menschen tragen werden – im Gegenteil: Er treibt viele Krankenhäuser in die Insolvenz. Das ist ein Versagen auf höchster Ebene in einer der größten Krisen der Bundesrepublik", wird Uwe Zimmer, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft in der Mitteilung zitiert.

Spahn hat nach der massiven Kritik am Samstagabend bereits angekündigt, den Entwurf überarbeiten zu wollen.

+++ Ex-Werder-Manager Lemke: "Bitte haltet euch an die Regeln!" +++

Werders Ex-Manager Willi Lemke hat in einer Videobotschaft an die Vernunft der Bürger appelliert. "Bitte, bitte haltet euch an die Regeln", sagte Bremens ehemaliger Bildungssenator in einem gut zweiminütigen Statement auf seiner Facebook-Seite. Er sei von Freunden gebeten worden, noch einmal darauf aufmerksam zu machen, auf Mediziner und Politiker zu hören. "Lasst uns Abstand halten, lasst uns nur die Kontakte haben, die wir dringend benötigen – und auf keinen Fall Corona-Partys machen. Das ist sowas von bescheuert!" Dadurch würden Menschenleben gefährdet. Aktuell sei es ihm sogar ziemlich egal, wann die Bundesliga zu Ende gespielt wird – auch wenn er sie sehr vermisse.

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+++ Zahl der bestätigten Infektionen steigt auf 168 +++

Die Zahl der Corona-Infektionen im Land Bremen ist seit gestern um 41 auf nun 168 gestiegen. Der Anstieg betrifft allein die Stadt Bremen, wo es nun 153 Fälle gibt. Fünf Menschen werden hier stationär behandelt, zwei davon beatmet. In einer Bremer Pflegeeinrichtung sind nach einem Corona-Fall drei weitere Bewohner positiv getestet worden. In Bremerhaven steht die Zahl der Infizierten unverändert bei 15.

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+++ Vierter Todesfall in Niedersachsen +++

Die Zahl der Corona-Toten in Niedersachsen steigt. Nachdem am Samstag die ersten drei Todesfälle nach einer Infektion mit dem Virus gemeldet wurden, folgte am Abend die vierte Meldung. Ein 66-jähriger Mann aus dem Kreisgebiet Leer starb am Samstag im Krankenhaus, wie ein Kreissprecher mitteilte. Der Mann habe eine schwere Vorerkrankung gehabt. Laut Angaben des Landesgesundheitsamtes vom Samstag wurden bisher in Niedersachsen 1452 Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt, im Vergleich zum Vortag ein Zuwachs um 190.

+++ Großteil der Urlauber hat Norderney verlassen +++

Ein Großteil der Urlauber hat die Nordseeinsel Norderney verlassen. Das sagte am Samstag Bürgermeister Frank Ulrichs. "Wir haben wahrscheinlich noch einige Hundert Urlauber auf der Insel." Alle Urlaubsgäste müssen den Landkreis Aurich und seine Inseln Norderney, Juist und Baltrum wegen der Corona-Pandemie spätestens bis Sonntag verlassen, drei Tage früher als zunächst geplant. Die schnelleren Rückreisen seien nötig, um die Bevölkerung zu schützen, hieß es in der entsprechenden Allgemeinverfügung. Ab Sonntag sollen 26 Polizeibeamte vom Festland die Inselpolizei auf Norderney bei der Räumung unterstützen.

+++ Erste Corona-Tote in Niedersachsen +++

In Niedersachsen sind die ersten drei Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus gemeldet worden. Zwei Männer im Alter von 70 und 84 Jahren seien am Freitag in Krankenhäusern der Region Hannover gestorben, teilte die Kommunalverwaltung mit. Ob bei den Männern auch andere Krankheitssymptome vorlagen und wie lange sie im Krankenhaus behandelt worden waren, blieb offen. Im Landkreis Harburg starb in der Nacht zum Samstag ein 87-Jähriger, der nach Angaben des Landkreises eine Vorerkrankung hatte und seit einigen Tagen in einem Krankenhaus behandelt wurde. In Bremen gibt es aktuell noch keine Todesfälle nach Infektionen mit dem Coronavirus.

+++ Polizei schränkt Kontakt auf den Wachen ein +++

Die Polizei Bremen schränkt ab Montag den Bürgerservice auf den Wachen ein. Damit können an einem Großteil der Dienststellen keine Anzeigen mehr aufgegeben werden. Der Polizei zufolge werden diese nur noch an den Standorten Vegesack, Bahnhofsplatz und Schwachhausen entgegengenommen. Zudem bietet die Polizei in der kommenden Wochen eine telefonische Anzeigenaufnahme an. "Geeignete Straftaten" – beispielsweise Sachbeschädigungen oder Fahrraddiebstähle – könnten zudem über die Onlinewache angezeigt werden. Die Bürgersprechstunde der Kontaktpolizisten entfällt.

Damit will die Polizei sich auf die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung konzentrieren, heißt es. "In Notfällen sind wir natürlich weiterhin als Ansprechpartner rund um die Uhr für Sie da." Vermeidbare Besuche auf den Wachen sollten aber unterlassen werden.

+++ Zahl der Infizierten im Land Bremen steigt auf 142 +++

Während die Zahl der Infizierten in Bremerhaven stabil bei 15 geblieben ist, stieg die Zahl in der Stadt Bremen am Samstagmorgen um 15 an. Hier sind nun 127 Menschen infiziert. Das macht 142 im ganzen Land Bremen.

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+++ Bund plant 350 Milliarden Euro neue Schulden +++

Die Bundesregierung steuert als Folge der Virus-Krise auf eine Nettoneuverschuldung von etwa 350 Milliarden Euro zu. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters an mehreren Stellen der Bundesregierung.

+++ Werder Bremen geht von Spielbetrieb im Mai aus +++

Die Corona-Krise stellt die Fußball-Klubs vor eine enorme Herausforderung. Finanz-Boss Filbry ist aber optimistisch, dass es für Werder nicht existenzbedrohend wird.

+++ Besonderer Kündigungsschutz für Mieter geplant +++

Mietern soll wegen Mietschulden in der Corona-Krise nicht gekündigt werden dürfen. Das sieht eine Gesetzesvorlage der Bundesministerien für Justiz, Inneres und Wirtschaft vor. Gelten soll dies für Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April bis 30. September 2020.

+++ Keine einstweilige Anordnung gegen Anlaufstelle in Bremerhaven +++

In Bremerhaven hat eine Frau gegen die Anlaufpraxis für möglicherweise Corona-Infizierte Menschen geklagt. Außerdem wollte sie die Einrichtung per einstweiliger Anordnung verhindern lassen. Das Verwaltungsgericht Bremen hat dies allerdings zurückgewiesen. Nach Ansicht des Gerichtes steigert die Praxis in der Nähe nicht unzumutbar das Infektions-Risiko für die Klägerin.

+++ Bürgermeister: "Zum Schwur kommt es am Wochenende" +++

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte ist mit dem Verhalten der Menschen in Bremen bezüglich der Corona-Krise zufrieden. Sie hätten sich zurückgehalten. "Das bisherige Verhalten der allermeisten Menschen stimmt mich zuversichtlich und ich möchte mich dafür auch an dieser Stelle noch einmal bedanken", schrieb er auf Twitter.

Zum Schwur kommt es allerdings an diesem Wochenende: Jetzt muss sich zeigen, dass alle den Ernst der Lage verstanden haben.

Andreas Bovenschulte
Bürgermeister Andreas Bovenschulte

Corona-Krise: Vorerst keine Ausgangssperre für Bremen

Video vom 20. März 2020
Innensenator Ulrich Mäurer erläutert die Lage in Bremen zur Ausgangssperre.
Bild: Radio Bremen

+++ Polizei berichtet von ruhiger Nacht in Bremen +++

In Bremen haben sich die Menschen am Freitagabend und in der Nacht zurückgehalten. Die Polizei spricht von einer "ausgesprochen ruhigen Nacht". Nach ihren Angaben gab es nur wenige Ruhestörungen.

+++ Auch Frisörbetriebe müssen schließen +++

Auch Frisöre müssen ab Samstag ihre Arbeit einstellen. Das besagt eine Verfügung der Innenbehörde. Davon betroffen sind alle Dienstleistungen, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 Metern zum Kunden nicht eingehalten werden kann. Innensenator Mäurer bezeichnet diese Entscheidung als alternativlos.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 21. März 2020, 19:30 Uhr