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Kreuzfahrtbetrieb in Bremerhaven startet wieder – mit Corona-Konzept

Ein wei-blaues Kreuzfahrtschiff liegt zwischen Eisschollen im Wasser.
Die frühere "Bremen" sticht nun als "Seaventure" von Bremerhaven aus in See. Bild: Scylla AG

Lange stand der Kreuzfahrtbetrieb am Columbus-Cruise-Center still, nun ist Bewegung in Sicht. Mit einer Island-Reise soll es Mitte Juni los gehen – und mit Corona-Regeln.

Was ist am Kreuzfahrtterminal geplant?
"Wir fahren diesen Sommer fünf Reisen ab Bremerhaven", sagt Klaus Daccache, Vertriebsleiter des hessischen Anbieters Globalis. Eingesetzt wird jeweils die "Seaventure", ehemals MS "Bremen“ der Reederei Happag-Lloyd. Den Auftakt macht am 17. Juni eine Kreuzfahrt rund um Island. Laut Daccache eine Ersatzreise für das ursprüngliche Ziel Norwegen, wo noch keine Schiffe ins Land gelassen werden. Anfang August geht es nach Grönland, Ende des Monats nochmal nach Island und im September zu einer Ostseereise sowie nach Teneriffa. Dort bleibt das Schiff, um anschließend mit einem anderen Anbieter in die Antarktis aufzubrechen. Dass die Wahl des Startpunktes auf Bremerhaven fiel, hat laut Daccache mehrere Gründe: "Uns war wichtig, dass die Menschen ohne Flugzeug zum Schiff kommen, da bietet sich Bremerhaven an." Außerdem gebe es eine gute Kreuzfahrtlogistik und es sei für die Ziele der richtige Ausgangshafen.
Wie wird auf die Corona-Pandemie reagiert?
Um das Platzangebot an Bord zu erweitern und größere Abstände im Restaurant zu ermöglichen, sollen höchstens 130 Personen mitfahren, sagt Daccache. Damit bleibe man unter den maximal möglichen rund 150 Passagieren. Die meisten Gäste seien zudem bereits zweifach geimpft. Zum Reiseantritt werde von allen Passagieren ein PCR-Test verlangt. "Es wird auch ein Arzt an Bord sein", sagt Daccache. "Und nach jedem Landgang werden Schnelltests gemacht." Die Inzidenzen am ersten Ziel Island seien ohnehin gering. "Wir gehen davon aus, dass wir das gut umgesetzt bekommen", so der Vertriebsleiter. Die Auflagen seien immer noch strikt, aber insgesamt schon gelockert worden. Globalis geht gemeinsam mit der beteiligten Reederei Scylla Ocean davon aus, dass sich die Lage noch weiter verbessert. Die Nachfrage ist derweil laut Daccache groß: "Grönland und Teneriffa sind bereits fast ausgebucht."
Wie ist die Kreuzfahrt-Lage generell?
Erste AIDA-Kreuzfahrten sind ab Kiel bereits wieder angelaufen. Die niedrigeren Corona-Zahlen in Schleswig-Holstein machten es möglich. Dennoch gibt es auch dort strenge Auflagen: Es dürfen unter anderem deutlich weniger Passagiere an Bord und die müssen getestet, geimpft oder genesen sein. Für Warnemünde plant AIDA Kreuzfahrten ab Anfang Juli. Kurz darauf will das Unternehmen auch ab Hamburg wieder starten. Tui Cruises ist ebenfalls bereits ab Kiel an den Start gegangen, Hamburg soll folgen. Ein Kreuzfahrtbetrieb ab dem Bremerhavener Kreuzfahrtterminal war vom Columbus-Cruise-Center ursprünglich erst ab Juli ins Auge gefasst worden.

Rückblick: Darum steht die letzte Reise der "Albatros" für die Kreuzfahrtkrise

Video vom 19. Oktober 2020
Ein Schiff fährt an zahlreichen Passagieren, die im Hafen waren, vorbei.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 3. Juni 2021, 23:30 Uhr