Corona-Wirrwarr: Das unterscheidet sich in Bremen und Niedersachsen

Viele Regeln zum verschärften Lockdown ähneln sich dies- und jenseits Bremens Landesgrenze. Unterschiede jedoch gibt es vor allem in den Bereichen Kinder und Schule.

Eine Maske hängt an einem Tisch in einem Unterrichtsraum. Im Hintergrund sitzen Schüler an Tischen.
In Bremen und Niedersachsen gelten nicht immer identische Pandemie-Regeln. Bild: DPA | Weber

1 Kontaktbeschränkungen für Kinder

Im Land Bremen sind Kinder unter 12 Jahren von der Kontaktbeschränkung ausgenommen. Es dürfen mehrere Kinder aus unterschiedlichen Haushalten von einem Erwachsenen betreut werden und auch Eltern können sich mit ihren Kleinkindern treffen – ohne gegen die Regeln zu verstoßen. Damit wurden die Regeln in Bremen lockerer umgesetzt als beim Bund-Länder-Treffen besprochen wurde.

In Niedersachsen wurden die Vereinbarungen zur Kontaktbeschränkung näher an der Vorlage des Bundes angelehnt. Eine Ausnahme für Kinder gibt es nicht. "Wir betrachten in der Tat jede Person, egal wie alt sie ist, als zu zählende Person", so Anke Pörksen, niedersächsische Regierungssprecherin. Es gibt jedoch Ausnahmen für Kinder von geschiedenen Eltern und Patchwork-Familien sowie für Menschen mit Behinderungen und deren Begleitpersonen.

2 Schulen und Kitas

Während in Bremen die Eltern selbst entscheiden können, ob ihre schulpflichtigen Kinder im Distanz- oder Präsenzunterricht lernen sollen, startet Niedersachsen am Montag direkt im Distanzunterricht. Ab dem 18. Januar gibt es laut Claudia Schröder, stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs in Niedersachsen, dann Wechselunterricht mit geteilten Klassen.

Auch bei Bremens Kita-Regelungen entscheiden die Erziehungsberechtigten. In Niedersachsens Kitas und Kinderhorten gibt es nur eine Notbetreuung in kleinen Gruppen.

3 Bewegungsradius: Die 15-Kilometer-Regel

Das Land Bremen ist hier ebenfalls lockerer als Niedersachsen. Der 15-Kilometer-Bewegungsradius wurde erstmal noch nicht in die aktuelle Verordnung übernommen. Bremen behält sich allerdings vor, die pauschale Festlegung auf 15 Kilometer bei einem steigenden Inzidenzwert noch zu beschließen.

Niedersachsen hingegen kann die Bewegungsfreiheit der Menschen einschränken, sollte es zu einem Corona-Hotspot mit einem Inzidenzwert von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner kommen. In Niedersachsen gilt dann als Wohnort die konkrete Meldeadresse, nicht der Wohnort, wie es von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vorgeschlagen wurde.

Problematisch könnte diese Regel werden, wenn ein Kreis in Niedersachsen oder Bremen die 200er-Grenze überschreitet. Momentan hat aber weder Bremen noch das niedersächsische Umland einen Inzidenzwert, der an die 200 reicht.

4 Gültigkeitszeitraum

Sowohl in Niedersachsen als auch in Bremen und Bremerhaven gilt die Lockdown-Verlängerung bis zum 31. Januar. Während in Bremen die verschärften Regeln am Montag starten, setzt Niedersachsen die Regeln allerdings schon am Sonntag in Kraft.

Ausschuss beschließt neue Corona-Verordnung für Bremen

Video vom 8. Januar 2021
Ein Sitzungsraum mit vielen Mikrofonen und Plexiglas.
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Marike Deitschun Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 7. Januar 2021, 10:10 Uhr