Bremer Gesundheitsbehörde: "Keine Probleme mit Astra-Zeneca-Impfstoff"

  • Virologe Andreas Dotzauer: "Nebenwirkungen zeigen, dass der Impfstoff wirkt"
  • Gesundheitsbehörde: "Keine grundsätzliche Ablehnung dem Impfstoff gegenüber"
  • Weitere 7.200 Astra-Zeneca-Dosen in Bremen erwartet
Zwei Hände halten eine Spritze und ein kleines Fläschchen.
Derzeit wird viel über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs von Astra-Zeneca diskutiert. In Bremen kann man das nicht so richtig nachvollziehen. (Symbolbild) Bild: DPA | BELGA / Pool Eric Lalmand

Während bundesweit die Diskussion um den Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astra-Zeneca nicht abreißt, gibt es laut Gesundheitsbehörde in Bremen bisher keine Probleme.

Von den bisher an Bremen gelieferten 4.800 Astra-Zeneca-Dosen wurde laut Behördensprecher Lukas Fuhrmann rund ein Drittel schon verimpft. Ein weiteres Drittel sei für die Zweitimpfungen zurückgestellt worden und schon jetzt seien 1.000 weitere Impftermine vereinbart. Von einem geringen Interesse an dem Impfstoff könne also – zumindest in Bremen – keine Rede sein.

Wir bekommen immer mal wieder Rückfragen von verunsicherten Impf-Kandidaten, ob sie nicht einen anderen Impfstoff bekommen könnten. Wir spüren aber keine grundsätzliche Ablehnung dem Astra-Zeneca-Impfstoff gegenüber.

Lukas Fuhrmann, Sprecher Bremer Gesundheitsbehörde

Auch die Impfbereitschaft unter Menschen, die in Krankenhäusern arbeiten, ist laut Fuhrmann in Bremen hoch. Dieses werde allerdings mit den Impfstoffen von Biontech und Moderna geimpft. "Als wir mit den Impfungen in den Krankenhäusern losgelegt haben, war der Impfstoff von Astra-Zeneca noch nicht verfügbar, ansonsten würden wir auch Klinikpersonal mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff versorgen", sagt Fuhrmann.

Das Personal auf den Intensiv-, Corona-Stationen und in den Notaufnahmen der Bremer Krankenhäuser soll gemäß des Plans der Gesundheitsbehörde bis Mitte März komplett geimpft sein. Mit dem Impfstoff von Astra-Zeneca werden derzeit vor allem niedergelassene Ärzte und Zahnärzte versorgt.

Weltärztepräsident warnt medizinisches Personal vor Astra-Zeneca

Zuletzt hatte der Weltärztepräsident Montgomery medizinischem Personal empfohlen, sich nicht mit dem Impfstoff von Astra-Zeneca impfen zu lassen. Und im ostfriesischen Emden hatten mehrere Beschäftige einer Klinik nach der Impfung mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff Nebenwirkungen gezeigt.

Demgegenüber hält die Bremer Gesundheitsbehörde die Diskussion über die Nebenwirkungen des Impfstoffs für überzogen. "Bei den anderen Impfstoffen gibt es auch Nebenwirkungen, die treten meist aber erst nach der zweiten Impfung auf", sagt Fuhrmann. Bei Astra-Zeneca sei das schon nach der ersten Impfung der Fall, weshalb es momentan verstärkt auffalle und diskutiert werde.

Bremer Virologe Dotzauer sieht Nebenwirkungen positiv

Ähnlich sieht das der Bremer Virologe Andreas Dotzauer. Dass Nebenwirkungen auftreten, müsse nicht unbedingt von Nachteil sein. Gleichwohl müsse man das beobachten. "Das sind ja Nebenwirkungen, die darauf hindeuten, dass der Impfstoff eine Immunreaktion auslöst." Reaktionen wie Kopfschmerzen oder Schüttelfrost würden zeigen, dass der Impfstoff das Immunsystem anrege und wirke.

Wenn ich angeboten bekommen würde, mich mit dem Impfstoff von Astra-Zeneca impfen zu lassen, würde ich das machen.

Andreas Dotzauer, Virologe Uni Bremen

Ärztekammer: Wirksamkeit gegeben

Auch die Präsidentin der Bremer Ärztekammer, Heidrun Gitter, widerspricht der Aussage Montgomerys. "Es gibt aufgrund derzeitiger wissenschaftlicher Erkenntnis keinen Grund zu der Annahme, dass der Impfstoff von Astra-Zeneca eine relevant schlechtere Wirksamkeit habe als die anderen derzeit zugelassenen Impfstoffe." Die laufende Impfüberwachung und die Daten aus Großbritannien zeigten im Gegenteil einen guten Impferfolg, in Großbritannien würden auch ältere Patienten mit Astra-Zeneca geimpft. Erste Daten würden zeigen, dass Astra-Zeneca bereits wenige Wochen nach der ersten Impfung einen sehr guten Schutz erziele, so Gitter.

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Video vom 17. Februar 2021
Eine Person hält einen Covid19 Schnelltest in der Hand.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier läuft, 18. Februar 2021, 12:15 Uhr