Was würde ein Corona-Impfstoff für Kinder unter 12 Jahren ändern?

Video vom 15. September 2021
Ein Corona-Impfstoff wird auf eine Spritze aufgezogen.
Bild: DPA | Juergen Berger
Bild: DPA | Juergen Berger
  • Impfstoff-Hersteller wollen Zulassung für Kinder unter zwölf beantragen
  • Kinderarzt: Stiko muss und wird vor einer Empfehlung sorgsam prüfen
  • Impfung sei aber wichtig für Kinder mit schweren Krankheiten

Die ersten Hersteller haben angekündigt, demnächst Zulassungen für Impfstoffe für Kinder unter zwölf Jahren zu beantragen. Auch wenn die Impfstoffe in der Europäischen Union zügig zugelassen werden sollten, hat der Vorsitzende des Berufsverbands der Bremer Kinderärzte, Stefan Trapp, Zweifel, dass es "flott geht" mit der allgemeinen Empfehlung dieser Impfstoffe durch die Ständige Impfkommission (Stiko), sagte er buten un binnen.

Wenn die eine europäische Zulassung bekommen, dann habe ich auch das Vertrauen, dass das ein sicherer Impfstoff ist.

Stefan Trapp, Vorsitzender des Bremer Berufsverbands der Kinderärzte
Stefan Trapp, Vorsitzender des Bremer Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.
Stefan Trapp glaubt nicht, dass die Stiko einen zugelassenen Impfstoff schnell für alle Kinder unter zwölf empfehlen würde. Bild: Radio Bremen

Für Kinder mit schweren Vorerkrankungen oder Kinder mit schwerkranken Angehörigen wäre dies eine sehr gute Nachricht, sagte Trapp. Aber die Frage, ob die Impfung auch für alle Kinder ab sechs Jahren zu empfehlen sei, müsse die Stiko klären. Und die habe schon bei der Zulassung der Impfstoffe für 12- bis 18-Jährige sehr genau hingeguckt und viele Daten verlangt. "Die Frage ist ja, was ist mit einem Kind, das kein hohes Risiko hat?", sagte Trapp. "Und das trifft ja Gott sei Dank auf fast alle Kinder zu." Die meisten hätten kein hohes Risiko für schwere Verläufe.

"Normalzustand muss jetzt einkehren"

Deshalb müsse man aufhören, Schulen und Kindergärten wie "Hochrisikogebiete" zu behandeln, sagte Trapp. "Die Möglichkeit, dass wir irgendwann die Kinder auch bald impfen können, darf nicht als Argument benutzt werden, diesen Ausnahmezustand in Schulen und Kindergärten jetzt vorsichtshalber erstmal weiter fortzuschreiben." Von Kindern und Schulen gehe keine erhebliche Gefahr aus, sagte Trapp. "Und die geringe Infektionsgefahr, die da ist, die ist leicht zu bannen, indem sich die Erwachsenen alle impfen lassen."

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Video vom 6. September 2021
Eine Maske liegt auf einem Federmäppchen.
Bild: DPA | Sebastian Gollnow
Bild: DPA | Sebastian Gollnow

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 15. September 2021, 19:30 Uhr