Fragen & Antworten

Was Sie jetzt über den Corona-Impfstart im Land Bremen wissen müssen

Ab heute wird in Pflegeheimen in Bremen und Bremerhaven gegen das Coronavirus geimpft; am 28. Dezember geht es in den Impfzentren los. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Ein Mann mit Handschuhen und Maske hält eine Spritze in den Händen (Symbolbild)
Erste mobile Einsatzteams impfen ab dem 27. Dezember 2020 Menschen in Pflegeeinrichtungen in Bremen und Bremerhaven gegen das Coronavirus. Bild: DPA | Fleig/Eibner-Pressefoto

Am 27. Dezember 2020 werden die ersten Bremerinnen und Bremer gegen das Coronavirus geimpft. Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke) betonte, dass es dauern werde bis alle Menschen in Bremen und Bremerhaven geimpft sind. Den Anfang machen nun mobile Impfteams in Pflegeheimen.

Wer wird als erstes geimpft?
Hier gilt die Impfreihenfolge der Bremer Landesregierung. Die ersten Impfdosen erhalten Bewohnerinnen und Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen, die dort arbeitenden Menschen und diejenigen, die Kontakt zu Pflegenden haben. Außerdem berechtigt sind Mitarbeitende von mobilen Senioren- und Altenpflegediensten. Diese Priorisierung gilt für Bremen und Bremerhaven. In der Stadt Bremen haben laut Corona-Krisenstab zunächst 18.800 Menschen die Möglichkeit, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Die allerersten Impfungen werden in einem Pflegeheim in Findorff verteilt.

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Wie viele Impfdosen stehen dem Land Bremen zur Verfügung?
Ab dem 27. Dezember 2020 verfügt Bremen laut Gesundheitsbehörde über etwa 5.000 Impfdosen. Weitere 40.000 Dosen sollen im Januar bereit stehen. Jeweils ein Fünftel der Lieferungen ist für Impfungen in Bremerhaven bestimmt. Zum Start werden also 975 Impfdosen in Bremerhaven verimpft, im Januar folgen dann rund 8.000 Dosen. Pro Woche sollen im Land Bremen 5.000 Menschen geimpft werden.
Wer übernimmt die Impfungen in den Pflegeeinrichtungen und wo können sich Mitarbeitende mobiler Pflegedienste impfen lassen?
Hierfür sind insgesamt 14 mobile Impfteams im Einsatz. Die jeweiligen Einrichtungen bereiten die Impftermine vor und versorgen die Bewohnerinnen und Bewohner mit allen nötigen Informationen. Wer für einen mobilen Senioren- oder Altenpflegedienst tätig ist, kann sich in den jeweiligen Impfzentren impfen lassen.
Wie sieht die weitere Impfreihenfolge aus und wie sind die Impfungen organisiert?
Neben Menschen, die in Pflegeeinrichtungen leben oder arbeiten, gehören auch Menschen, die älter als 85 Jahre sind und nicht in Pflegeeinrichtungen leben, zur ersten Impfgruppe. Sie sind als nächstes an der Reihe. Im Anschluss daran sollen die etwa 5.000 Krankenhausmitarbeiter geimpft werden, die auf Stationen arbeiten, auf denen Covid-19-Patienten behandelt werden. Darauf folgend werden über 80-Jährige geimpft. In Bremerhaven zählt die Gruppe der über 80-Jährigen rund 8.000 Personen, in Bremen gibt es allein rund 10.000 über 85-Jährige. Wichtig dabei: Zunächst muss niemand selber aktiv werden und sich um einen Termin kümmern. Alle berechtigten Personen erhalten einen offiziellen Brief mit allen Informationen wann und wo sie sich impfen lassen können. Auch Angehörige einer anderen Risikogruppe werden in Kürze angeschrieben. Der Magistrat der Stadt Bremerhaven weist darauf hin, dass auch all diejenigen angeschrieben werden, die bei der Wohnortanmeldung angegeben haben, dass sie keine Schreiben erhalten möchten.
Welche genaue Impfreihenfolge gibt es innerhalb der Krankenhäuser?
Die Krankenhäuser arbeiten hier nach einer internen Priorisierung. Es gilt: Mitarbeitende, die selbst einem sehr hohen Risiko ausgesetzt sind oder Patientinnen und Patienten betreuen, die besonders gefährdet sind, werden zuerst geimpft. Das sind zum Beispiel Mitarbeitende in der Notaufnahme, auf Intensivstationen oder Behandlungsstationen für Covid-Patienten, in der Transplantationsmedizin oder der Hämato-Onkologie und Geriatrie. Der Bereich der Hämato-Onkologie ist Teil der Inneren Medizin und beinhaltet beispielsweise Bluterkrankungen oder die internistische Behandlung von Krebs. Die Geriatrie versorgt Patientinnen und Patienten, die älter als 65 Jahre sind und häufig unter Mehrfacherkrankungen leiden.
Wo befinden sich die Impfzentren in Bremen und Bremerhaven und wann geht es dort los?
In Bremerhaven wurde die Bremerhavener Stadthalle zum Impfzentrum umgebaut. Los geht es hier mit den Impfungen vor Ort voraussichtlich Mitte Januar 2021. Rund 70 Ärzte werden die Impfungen durchführen, pro Tag sind 300 Impfungen möglich. In der Stadt Bremen befindet sich das neu eingerichtete Impfzentrum in der Messehalle 7. Hier können zunächst mindestens 10 Menschen gleichzeitig geimpft werden, insgesamt geht die Gesundheitsbehörde davon aus, dass hier bis zu 1.800 Menschen pro Tag geimpft werden können.
Wie läuft das Impfen im Impfzentrum ab?
Für die Impfung benötigen alle Berechtigten einen vorher vereinbarten Termin. Bei der Ankunft im Impfzentrum erfolgt zunächst die Anmeldung, bei der auch der Personalausweis oder ein anderes Ausweisdokument vorgezeigt werden muss. In einem persönlichen Arztgespräch werden die Menschen über die Impfung aufgeklärt, auch ein eventuelles gesundheitliches Risiko wird hier überprüft. Das Gespräch erfolgt in der jeweiligen Landessprache der Impfpatienten. Die Impfung selbst erfolgt an einer Impfstation, in einem Ruhebereich kann man sich anschließend erholen.
Wie kann man die Impfzentren unterstützen?
In Bremen werden noch Freiwillige gesucht – koordiniert von den Johannitern. Bewerben können sich Unterstützer auch über ein neues Internetportal, das in Kooperation des Gesundheitsressorts mit der Handelskammer entstanden ist: www.bremen-impft.de. Freiwillige Impfhelfer können sich auch über die Kassenärztliche Vereinigung und direkt bei der Gesundheitsbehörde melden.
Wie geht es weiter, wenn die Impfungen der erste Gruppe abgeschlossen sind?
In der zweiten Impfphase sollen nach den Plänen des Bundesgesundheitsministeriums alle Menschen ab 70 Jahren und Menschen mit Erkrankungen wie Demenz geimpft werden. Außerdem berechtigt sind dann enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren *). In der dritten Phase werden Menschen ab 60 Jahren, Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, Personal in Haushaltspraxen, Schulen, bei der Polizei und Feuerwehr oder im Einzelhandel geimpft.
Wie lange dauert es, bis alle Bremerinnen und Bremer geimpft sind?
Wie lange es dauern wird, bis alle Bremerinnen und Bremer geimpft sind, ist noch unklar. Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard hofft, dass in den ersten drei Monaten zumindest die an die Reihe kommen, die auf Prioritätenlisten stehen. Aber sicher sei das nicht. Es hänge davon ab, wieviel Impfstoff letztendlich auch wirklich geliefert wird.

Das Corona-Impfzentrum in Bremen ist bereit für den Startschuss

Video vom 18. Dezember 2020
Mehrere Stühle in Reihen. Daneben Absperrgitter.
Bild: Radio Bremen

*) Anmerkung der Redaktion: Diese Passage wurde nachträglich korrigiert, da zunächst fälschlicherweise behauptet wurde, Schwangere selbst seien in dieser Phase für Impfungen vorgesehen.

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Autorin

  • Angela Weiß

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 27. Dezember 2020, 19:30 Uhr